Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 13-14 (25.3.1915)
- Date
- 1915-03-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Sette 6 Nr. 13 u. 14 Der JSraelit 25 März 1915 rüdsichttgenswerten Fällen eine entsprechende über die. staatliche Unterstützung hinausgehende Hilfe zu gewähren, wurden dem Leiter der Zentralstelle, Herrn GemeideratDr. Schwarz Hiller, namhafte monatliche Beträge zur Verfügung gestellt. Den zahlreichen in Wien weilenden Rabbinern und Rabbinatsassofforen aus Galizien wurden monatliche Zuschüsse direkt vom Verein bewilligt. Den HilfSkomitös in verschiedenen Städten wurden zu dringenden Anschaffungen bedeutender Subventionen gewährt. Ueberdtes wurden von der Allianz im Dezember v. Js. eine bedeutendeChanukaspende an Viktualten und Kleidern ins Feld gesandt. Eine besondere Aufgabe, die mit dem statutarischen Wirkungskreise deS Vereines im Zusammenhänge steht, trat an die Israelitische Allianz dadurch heran, daß sich das Bedürfnis etnstellte für den Schulunterricht der in jedem Barackenlager nach vielen Hunderten zählenden Kinder Sorge zu tragen. Auch bei dieser Aktion fand der Verein seitens des Kriegsfürsorgeamtes, wie seitens des Statthalters in Mähren das wohlwollendeste Entgegenkommen. Im Verein mit der Baron Hirsch-Stiftung und mit dem Hilfskomite in Brünn werden Volksschulkurse eingerichtet, bet welchen qualifizierte Lehrer, die sich unter den Flüchtlingen befinden und vorwiegend dem Lehrkörper der Baron Hirsch-Stiftung angehören, den Unterricht erteilen. Die Ausgaben der Israelitischen Allianz für die Flüchlinge aus Galizien und der Bukowina haben bis Anfang Februar 1915 etwa 110.000 Kronen betragen. Ungarn, nus gen vemelnSen. Budapest Das Armee-Oberkommando gestattete der „M achsike H a d a s", daß sie durch eine Landessammlung die Versorgung der jüdischen Soldaten am nvv mit nxn ermögliche. Die Kommission, unter Leitung L. v. Freudinger, ist an der Arbeit. Ein Backhaus in Budapest ist in Aktion, um den Bedarf zu decken. Die jüdischen Sckldaien werden die imv in Form von LiebeSgabe-Päckchen, wie sie zu Weihnachten verteilt wurden, erhalten. Z. B. Ä. Kecskemci. Seit Jahren geht das Bestreben der hiesigen orthodoxen Betgenoffenschaft darauf, das Recht auf selbständige Gemeindekonstituiernng im Rahmen der orthodoxen Landesorganisation zu erlangen. Die Kriegszeit war den Machthabern der Gemeinde gerade gut genug, um mit dem Drucke ihres starken Einflusses zu bewirke«, daß Minister Bela Jaukowitsch das der a*aa; abschlägig erledigte. Z. B. A. ag-Ujhelh. Laut ministerieller Verordnung wurde das Vorgehen der hiesigen Gemeinde ihrem Rabbiner gegenüber annulliert und er in seinem Recht und Amt belasten. Das Bestreben Dr. Rosenbergs, die hiesige Gemeinde der orthodoxen Organisation anzuschließen, fand bei vielen einflußreichen Mitgliedern den heftigsten Widerstand. Jedes Mittel war gut genug, um den orthodoren Rabbiner, der mit Hintansetzung aller persönlichen Vorteile, rein d*öp nvh, sein Ziel verfolgte, zu verunglimpfen. Vbn der Gemeindestube trug man den am in die Spalten der Tagespreise und ging so weit, den Rabbiner, der von der Kanzel das Recht der Orthodoxie verfocht, aus Monate zu suspendieren. Die Entscheidung des Ministers machte diesem Vorgehen ein Ende. Z. B. A. Reges jüdifdies Leben in der Sdunei?- Nase/, 21. März. Das schweizerische Erez-Jisroel-Comit« hat von seinem Vertrauensmann Herrn Dr. M. Wallach in Jerusalem die Mitteilung erhalten, daß die ihm im Januar gesandten Fr. 6320.— in seine Hände gelangt und bereits verteilt sind. In dieser Woche werden wiederum Fr. 1000.— dorthin durch Vermittlung des amerikanischen Botschafters in Konftantinopel, Herrn I. Morgentau, geschickt. — Der Verein „zur Förderung des gesetzestreuen Judentums in der Schweiz" hat vor Jahresfrist eine „Kommission für jüd. Stellen-Vermittelung" eingesetzt, deren Präsident Herr Abraham Erlanger-Luzern, Sekretär Herr Louis Braun-Luzern und Kassierer Herr A. W. Ro sen zw et g-Zürich ist. Die Kommission versendet eben ihren ersten Jahresbericht, der von Herrn Louis Braun trefflich ausgearbettet worden ist und dem wir entnehmen, daß die Kommission sich eifrig und durch herrschende Krisis unbeirrt, bemüht, die ihr gestellten Aufgaben zu erfüllen. Als weiteres Mitglied wurde für den Platz Zürich in die Kommission delegiert Herr Victor Barth. Zum Kassierer der Kommission für den schweiz. Wanderlehrer wurde Herr Emil Heymann in Basel gewählt. Durch das opferwillige Eintreten einiger Freunde ist die Erhaltung dieser schönen und segensreich wirkenden Jnstttutton für die nächste Zeit gesichert. RrrMarrd. Die Vertreibung Ser Juden aus finnifdien Sanatorien. Slockßotm, 19. März. „Hufudstatsbladet" berichtet Einzelheiten über die unlängst erfolgte Vertreibung der Juden aus dem Sanatorium in Chyvinge bet Helsingsors: Am Sonntag erschien ein Polizeibeamter im Sanatorium und wies einen Befehl der Gouvernementsverwaltung vor, wonach sämtliche Juden, die keine besondere Erlaubnis hätten, das Sanatorium sofort verlaffen müßten. Am selben Tage wandten sich alle dort befindlichen jüdischen Kranken, etwa dreißig, an den Gouverneur in Tavasthaeus mit der Bitte, bleiben zu dürfen. Vier Tage später ging die Antwort der Gouvernementsbehörde ein mit der Aufforderung, das Sanatorium noch am selben Tage zu verlaffen. Nur den ans Bett gefesselten Kranken wurde Aufschub bewilligt mit der Maßgabe, daß sie das Sanatorium zu verlassen hätten, sobald ihr Gesundheitszustand es erlaube. Eine Be gründung war in der Antwort der Gouverments« behörde nicht angegeben. Das gleiche Schicksal teilten die im Sanatorium Richimjaeki befindlichen Juden, die gezwungen wurden, den Ort am Dienstag zu veriaffen. Personalien. Freiburg i. B., 23. März. Der ents tzliche Krieg hat auch aus den Reihen der hiesigen ckt ein schweres Opfer gefordert. Max Weil, ein edler Jüngling, der Stolz und die Hoffnung seiner Eltern, ein begeisterter Anhänger des ttberlieferien Judentums, beliebt und geachtet bei allen, die ihn kannten, ist aus dem Felde der Ehre gefallen. Die ganze Gemeinde ist tief erschüttert und nimmt herzlichen A«teil an dem herben Verluste der Eltern. Seinen! Bemühungen war es zu danken, daß dahier eine Jugendgruppe der an:» zu Stande gekommen ist, d e unter seiner Leitung eine ersprießliche Tätigkeit entfaltete. Obwohl durch seinen Berus sehr in Anspruch genommen, versäumte er nie den täglichen Gottesdienst zu besuchen. Bon seiner frühesten Kindheit an war er bestrebt, sich in nim na'? zu vervollkommnen, wovon auch die ansehnliche jüdische Bibliothek, die er hinterlaflen, beredtes Zeugnis ablegt. In aller Erinnerung ist noch der schöne und formvollendete Vortrag, welchen er im Verein der Sabbatfreunde, dessen eifrigstes Mitglied er war, vor einiger Zeit gehalten hat. Den Armen und Enterbten war er, soweit seine Kräfte es gestatteten, ein hilfsbereiter Freund. Kurz vor seinem Tode hat er aus dem Schützengraben eine Spende für pK in die Heimat geschickt. Unerschütterlich war sein Gottvertrauen. Seine letzten Feldkarten lauteten: „Ist mein Schlachtruf prn prn p"i, ist meine Losung ranob n w." Möge der Allgütige alles fernere Unglück von uns abwenden und den schwergeprüften Eltern die Kraft geben, das Unabänderliche zu ertragen. msan. Berlin, 7. März. Der 2>eutfd)e Rabbinerverband hat zur Förderung der Goldablieferung an die Reichsbank ein besonderes Kriegsmerkblatt herausgegeben. Dasselbe ist an sämtliche Rabbiner der jüdischen Gemeinden im Reiche versandt worden. Friedrichstadt, 9. März. Die hiesige jüdische Gemeinde hat jetzt endgültig den von ihr angestrengten Prozeß wegen Heranziehung der im ehemaligen Herzogtum Schleswig ansässigen Juden mit 50 Proz. zu den Steuern der israelitischen Gemeinde verloren. Bad Schtvalllckch, 10. März. Unteroffizier Fritz Strauß, Sohn des hiesigen Restaurateurs Strauß, ist die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen worden. Hamburg, 2V. März. Leo Mendel von hier erhielt das Eiserne Kreuz. Hamburg. 18. März. Die Kommission für das Wohlsahnswesen der Deutsch-JSraelitischen Gemeinde hat im Logenheim, Hartungstratze, ein jüdisches ASendheim eröffnet, um während der Kriegsdauer Ehepaaren und Alleinstehenden Gelegenheit zu geben, ihre Abende in warmen erleuchteten Räumen zu verbringen. Die Räume sind geöffnet von 6—9*/, Uhr Uhr. Ein streng rituelles Abendbrot zum Preise von 15 Psg. wird aus Wunsch verabreicht von 7-9 Uhr. Gaha, 16. März. Das „Flüchtlingshilfskomitee" in Gaya (Mähren) schreibt uns: Nachdem die hier untergebrachten Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina ein Beth-Hamidrasch errichtet haben, es denselben jedoch an Gemoraus und anderen Büchern zum Lernen mangelt, so wenden sich diese mit der innigsten Bitte an ihre Glaubensbrüder, ihnen etwa verfügbare Exemplare von D'aro gütigst überlassen zu wollen. Vrieskafien. T. H. in F. und A. St. in 11* Es waren uns bereits Nachrufe zugegangen. Besten Dank. E. M. Wir erinnern uns Ihrer Mitteilung nicht. Trauer. 10 Mk. erhalten und genau Ihrem Wunsche entsprechend verwendet. M. F. in L. Die Jahrzeit ist am 10. Adar. Ch. M. Am 27. Juli. B. W. Nur wenn unter Aufsicht hergestellt. E. M in B. Die Barmizwoh findet statt am npo -lyion 7in XUB» dieses Jahres. S. B. 17. Darüber kann Ihnen Herr Rabbiner Dr. Wolf, Köln, Hohenstaufenrtng 14, Auskunft geben. I. M., Budapest. Wir empfehlen Ihnen, sich nochmals an die Orthodoxe Landeskanzlei zu wenden. G. in A. 1. Ja, wenn der Tod durch zwei Zeugen festgestellt ist und innerhalb von SO Tagen bekannt wurde. 2. Bater ja, Bruder nur dann, wenn ein Teil der Ettern nicht mehr am Leben ist. 3. Die Seit des KaddischsagenS läuft, wie sonst, am vorletzten Tage des elften Monats ab. S. O. in Pf. Es geht Ihnen Offerte zu. Lehrer R. in B. Wir pflegen im Hauptteile unseres Blattes, der für eine größere Oeffentlichkeit bestimmt ist, keine Berichte über „Silberne Hochzeit", die gewiß kein außergewöhnlicher Anlaß ist, zu bringen. TreNer Leser. Ein Rabbiner unter diesem Namen ist uns nicht bekannt. Für den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich-, insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. privatklinik J8r Stojfvcchselkraike von Dr. med* J. Lange, Frankfurt a. M., Schifferstr. 84 — 86 Telefon Amt Hansa 3950 Streng irs (3062) Das ganze Jahr geöffnet. Streng ")«w Zur Behandlung geeignet: Zuckerkrankheit, Magenand Darmstornagen, Fettsucht, Gicht, Herza. Nierenleiden, Arteriosklerose, Unterernährung, sowie alle Erkrankungen, deren Behandlung vornehmlich eine diätetische ist. Prospekt auf Verlangen. Eingang zur Klinik nur Sohlflerstr. 86. Wnlk tillt! ftiir eine notleidende, arme ^ran deren Sohn nnd Ernährer (Kantor und Lehrer) ans dem Treibe der Ehre fiel, bittet der Unterzeichnete um höfl. Zusendung von Spenden zur Weitergabe. Wer selbst An geh. im Felde hat, wird den Schmerz der braven Frau bemessen können. (10507) Kantor L. Mann Neisse in Schlesien. Soeben erschienen: Kriegskvchbuch für die rituelle Küche Herausgegeben von der Frauen - Bereinigung der Frankfurt-Loge, mit einer Einleittmg von Professor von Noorden und einem Anhang: P essach - Gerichte. Preis 15 Psg. (Frankozusendung geg. 18 Psg. in Briefmark.) 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