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Der Israelit · 1915-02-25 · Heft 9 (25.2.1915) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 9 (25.2.1915)
Date
1915-02-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10. ffio. 0 «Der Israelit*. menaeaemBiemiaaeiaoe* |j Die Woche || Ara« Hkrof. Attmauu n"r. Eine S'H TiVrr in des Wortes wahrster Bedeutung ist in der Person der Frau Professor Johanna Alt mann, geb. Ettinghausen n"y von hinnen gegangen. Im sechsundsechzigsten Lebensjahre wurde sie am 4. Adar aus der Zeitlichkeit abberufen. Am p*w fand unter ungemein starker Beteiligung die miap statt. Die edle Verblichene war eine N212L nvre sie war die Seele ihres Hauses. Ihrem Manne war sie die wahre h:J3 W, bk vertrauende, brglückende Seelengefährtin. Wie sie ihr Haus leitete und ordnete, wie sie selbst allzeit tätig war, für das Wohl der Ihrigen sorgte, ist allseitig bekannt. In der Stille aber suchte sie Not zu lindern, wo sie nur konnte. n"öJ üben war ihre Freude. Wie beglückt war sie, wenn sie einem Bedrückten zur Gründung einer Existenz Helsen konnte. Kein Hilfesuchender schied leer von ihrer Türe. Nur selten fehlte an ihrem Tische der ITYIK. Sie übte n"ö2 in altjüdischer Weise ms* "12V3- Gegen jedermann liebenswürdig und freundlich, war sie von echter Liebe erfüllt gegen ihre Geschwister, gegen ihre Verwandten, denen sie jederzeit gern mit Rat und Tat zur Seite stand. Wie sie ihre Pflicht als Mutter aufgefaßt hat, das zeigt sich am besten in der Art und Weise, in der sie ihre Kinder erzog zu braven tüchtigen Menschen, sie begeisterte für unsere heilige rrtlDK. Selbst stets einfach und anspruchslos, war sie von tätiger, aufopfernder Liebe gegen ihre Angehörigen, gegen ihren Freundeskreis. Sie hat nie den Dank gefordert, und gerade darum schätzte und liebte man sie in weiten Kreisen ob ihrer opferfreudigen Hingebung. Ueber den engen Kreis der Ihrigen hinaus lebt ihr Andenken beispielgebend fort, das Bild einer echtjüdischen Frau. Möge '"VN der trauernden gaffe 128. Mitte der 70er Jahre vorigen Jahrhunderts stürzten in der alten Judengasse, gerade gegenüber der Niederhosheimschen Schul eine Reihe Häuser ein und auch die Fassade, in welcher das Löb Emmerich schc Familienhaus stand, war aufs äußerste gefährdet. Demals ordnete der Magistrat der Stadt die sofortige Räumung aller baufälligen Häuser der Judengasse an und die Niederhofheimfche Schul siedelte auf kurze Zeit intermistisch nach dem Börneplatz in das sogenannte „Höschen" (in der Nähe der heutigen „Träubsche Schul"» über. Im Jahre 1870 bezog dann R. Binjamin Niederhofheim sein eigenes Haus in der Rechneigrabenstraße 11, woselbst sich hinten im Hof in der 7»2'v die ,,^-chul" befand. Nur während der E’XT!:n D‘C'! und über mro wurde die Schul in das Lernzimmer Rabbi Binjomins verlegt. Wohl manchem Frankfurter ron bsz werden, die in Rabbi Binjomins Haus und „Schul" verbrachten Stunden heute noch unvergeßlich sein, und manche Anekdote, die an jene Zeit anknüpft, wird heute noch mit großem Vergnügen wieder und wieder erzählt. Dem;r;:c Rebbe Nathan Adler ^"j£T ist die Niederhofheimschc Schul stets t-.cu geblieben, auch dann, als nach Rebbe Binjomins Tod,*- dessen Sohn, der jetzt Heimgegangene Salomon Niederhofheim S-xt die Leitung der Schul übernahm. Unter seiner Leitung hat die Schul manche Wandlung durchaemacht. All-? der 772'L mit ihren rauchgeschwärzten Wänden und mit ihrem zuletzt garnicht mehr wasserdichten Zinndach ist sie mit der Zeit endgültig ins Bibliothek-Zimmer Reb Bmjomius verlegt worden. Aber auch die unzähligen z*i£C, die alle vier Wände des Zimmers bedeckten, sind längst verschwunden und zieren nun das Lernzimmer eines Enkels R. Binjomins. Auch heute befindet sich die Niederhosheimsche Schul noch in demselben Raume, der nach seiner vor zwei §ahren erfolgten Renovation einen Hellen freundlichen indruck auf jeden Besucher macht. Hier wird das alte ehrwürdige p;e hoffentlich noch viele Jahre mit seinem alten eigenartigen fortbestehen. Das wäre die schönste Ehrung für den Heimgegangenen, dessen Herz zeitlebens an seiner Schul hing. Es wäre zu wünschen, daß diese Ausführungen berufenen Männern Veranlassung gäben, auch über die Entstehung der anderen Privatminjonim unserer Stadt in diesen Blättern zu berichten. A. :) Am Purim dieses Jahres kehrt der dreißigste Todestag des R. Binjomin Niederschopfheim wieder. Familie seinen Trost spenden und die Zeit herbetführen, in der „Erden Tod auf ewig schwinden läßt und die Tränen von jedem Angesicht trocknet." Iran Kinüädtern*r. Am letzten Freitag NV1NN trug man die sterbliche Hülle einer selten braven Frau zu Grabe. In kurzer Spanne Zeit ist der Adar zum zweiten Male zum Trauermonat geworden für die schwer geprüfte Familie des durch seine pädagogische Wirksamkeit rühmltchst bekannten Mittelschullehrers Herrn Einstädter. Frau Einstädter n"]? hat nur ein Alter von 40 Jahren erreicht. Sie stammte aus einer angesehenen bayerischen Familie und war dem Manne ihres Herzens vom kleinen Platze in die Großstadt gefolgt. Durch den Liebreiz ihres Wesens gewann sie bald die Sympathien aller, die sie kennen lernten. Tief verankert im Heimatsboden hat sie ihre Natürlichkeit und Ursprünglichkeit nie verloren, und so ist ihr gemütliches Heim zu einem Stück bayrisch-jüdischer Heimat geworden wie eine Insel in dem Meere der Großstadt. Im elterlichen und schwtegerelterlichen Hause hatte sie Beispiele musterhaften Familienlebens vor sich gesehen. Sie setzte getreulich die übernommene Tradition im eigenen Hause fort. Ihr aus Liebe gegründetes Ehebündnis war allzeit ein Herzensbund geblieben, ein Bund von ungewöhnlicher Zartheit und Innigkeit. Sie war die verständnisvolle Lebensgefährtin, der Sonnenschein ihres Mannes, immer besorgt und bedacht, jeden Kummer, jede Unannehmlichkeit von ihrem Gatten fern zu halten. Ihre Häuslichket war ihr Wirkungskreis. Sie trat nicht in der Oeffentltchkeit hervor und doch welche Teilnahme zeigte sie am Berufsleben ihres Mannes und an seinem geistigen Schaffen. Ihren Kindern war sie die treue, fürsorgende Mutier. Den Schmerz über den Tod ihres ältesten Sohnes, der ihr körperliches und geistiges Ebenbild war, konnte sie nicht verwindener nagte und zehrte an ihrem kranken Herzen. An ihren Verwandten hing sie mit ganzer Seele, und bis in die letzten Tage mahnte sie immer wieder, ja nicht der im Felde stehenden Lieben zu vergessen. Von kindlich goldenem Gemüt, lebensfroh uud frisch in gesunden Tagen, war sie eine starke Dulderin in ihrer Leidenszeit. Die Größe ihres Schmerzes ließ sie die Nächsten nicht ahnen. Für sich selbstlos und bescheiden, hatte sie ein weiches, mitfühlendes Herz mit allen Bedrückten und Armen. Bet ihr war Freundschaft kein leeres Wort. Ihre Freundschaft war ohne jeglichen berechnenden Nebengedanken, ohne jedes Falsch. Sie trauerte mit den Betrübten und freute sich aufrichtig mit jeder Glücknachricht in ihrem Bekanntenkreise. Nun ist sie dahin. Ihre Seele ist eingegangen zu ewigem Sabbate, zu ewiger Ruhe. Ihr Andenken lebt unvergeßlich fort im Kreise aller, die sie kannten n"35C3n. Ar. Hukav Levi Tu Der vor kurzem verstorbene Dr. Gustav Levi war in seinem großen Freundeskreise als lauterer Charakter und selbstloser über die Pflichten seines Berufes hinaus hilfreicher Mann hochgeschätzt und beliebt. Die Armen und Hilfesuchenden verlieren in ihm einen väterlichen Freund, der mit geschickter Hand, aber zugleich mit wahrhaft jüdischem Herzen ihnen in Krankheit und Not beistand und ihnen ärztliche wie auch allgemein menschliche Hilfe brachte. Wädchevgruppe der Agudas Israel Der bisher Montags stattgefundene Nähabend der Mädchengruppe der Agudas Israel, der sich eines regen Zuspruches von Seiten der Mitglieder der Gruppe erfreute, hat eine bedeutsame Erweiterung erfahren. Dieser Abend findet von Mittwoch d. 17. ds. Mts. (abends 8—10 Uhr) ab in den Klubräumen uns:rer Gruppe (Hanauerlandftraße 17) statt. Ueber die Ausgestaltung dieser Abende ist den Mitgliedern in einem 2.~>. Februar 1915. Sonderschreiben Mitteilung zugegangen. Es ist selbstverständlich, daß — wie bet allen Veranstaltungen der Mädchengruppe — auch Nichtmttglieder zu diesem Abend sehr willkommen sind. Zimmernachweis der A. I. Ingendgruppe Die A. I. Jugendgruppe hat seit ungefähr einem Jahr einen Zimmernachweis eingerichtet. Diese Einrichtung erfreut sich eines regen Zuspruchs. In Anbetracht dessen, daß Per 1. April wieder zahlreiche Zimmer gesucht werden, bitten wir Interessenten um Aufgabe von freien Zimmern. Es sei bemerkt, daß die Vermittlung kostenlos erfolgt. Sprechstunde des Zimmernachweises: Donnerstag von 9—10 Uhr abends. Vereinskalender. Verein Mekor Chajrm. Samstag, morgens nach Schluß der Synagoge: Dinim; Herr Rektor Falk. 12 Uhr mittag#: Sefer SPlelodfim; Herr Prof. Weyl. 31/* Uhr nachm, im BeretnSlokale: Mikro- und Megiüoh- Bortrag, Herr Emanuel Kaufmann. Montag, 83/4 Uhr abends: Mischnah; Herr Rektor Falk. Dienstag, 8:,i4 Uhr abends: Gemoro: Herr R. A. Posen. Mittwoch, morgens nach Schluß der Synagoge “ny nxp. 83/4 Uhr abends: Gemoro: Herr Dr. Joseph Breuer. Jeden Morgen nach Schluß des Gottesdienstes: Mtschna. Agudas Jisroel Jugendgruppe. Samstag, 10 vorm.: Doroth Horischaunim; Herr Direktor Dr. Lange. 11 Uhr vorm.: Raschi zur Torah: Herr Lehrer Hirschberg. 12 Uhr vorm.: Gemoroh,' Herr Rnchelsohn. 11 Uhr vorm.: Gemoro; Herr Dr. M. Lange. 4 Uhr nachm.: Praktische Halacha (Pessach); Herr B. Rachelsohn. Dienstag, 9 Uhr abends: Gemoro; Herr Dr. M. Lange. M i t t w o ch, 9 Uhr nachm.: Nwijtm; Herr S. Unna. Donnerstag, 3/49 Uhr nachm.: Gemoroh; Herr Direktor Dr. Lange. 9 Uhr nachm.: Sprechstunde des Zimmernachweises. Agudas Jisroel Mädchengruppe. Samstag, 7-4 Uhr nachm.: Hagadah; Herr Htrschberg. Mittwoch, 8 io Uhr abends: Handarbeitsabend. Zacharias Wertheimbersche Stiftung (KlauS) Herr Rabbiner Dr. Lorsch. Freitag Abend nach Schluß des Gottesdienstes: B o r t r a g über jiuk 'pnv. Samstag, 107* Uhr vorm.: Die Sidra mit Raschi. 117* Uhr vorm, (für Schüler): tm S onntag, 27, Uhr nachm, (für Schüler): rYao 'o: 7V4 Uhr nachm.: «vp *02 'o; Montag, eine Stunde vor nruo (für Schüler): rwo Dienstag, 83/4 Uhr abends: «öp «22 'ta; Mittwoch, eine Stunde vor mac (für Schüler) n:re. — 63/4 Uhr nachm, (für Schüler) nb*3D v:. Herr R. A. Posen: Samstag, vormittags nach Schluß der Synagoge Friedb. Anlage: Li« "n. Sonntag, 8 Uhr vormittags: a»n nm Donnerstag, 7 Uhr abends: o"n rrm Verein Liwjath-Eheu (Herr Prof. Dr. S u l z - bachi Sabbat nach nnav: Midrasch im Hörsaale Friedberger Anlage. Jüdische Frauenvereinigung. D i e n s t a g, den 23. Februar, 7,4—7,7 Uhr im Cafö Kursaal, Friedberger Anlage: Stricknachmittag zu Gunsten der Kriegsfürsorge. Geeignete Lektüre. -- 1 .*J Iamiliennachnchlen. Geburten. Einen Sohn: Moses Goldschmtdt und Frau, Predigerstr. 8II. — Lehrer M. Steinberger (Eschwege), Ostendstr. 81 (z. Zt. im Felde). Barmizwoh-Feier. Emanuel, Sohn der Frau Anna Silbermann, Waldschmidtstraße 131, in der Synagoge Friedberger Anlage. — Max, Sohn der Frau Kaufmann Wwe., Rechneistr. 7, in der Waisenhaus-Synagoge. Röderbergweg 87.

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