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Der Israelit · 1915-02-11 · Heft 7 (11.2.1915) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 7 (11.2.1915)
Date
1915-02-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5 11. Februar 1915 5ver FSraelit. No. 7 Sette!f der an ändert zu >erion des ihlden )LM sie um ftn, der m den ten der ner citt: icte i in sere an Unnde »res hat, icke, den galt cem Be- -er ngaseine ent- >urch uen. das »mre Er Bertthojrem als rsls eute und dem Der ernd eine late, sich im; im Geren, ' in richt im mv »vel- Errtzprues bald >lich lies löge r York che» nem die Kondensierung des „ballebatischen Dafkestandpunkts" Er war ein guter Mensch und, wie ein geistreicher eitgenosse meinte, nicht so stark neolog als fanatischer ongreßjude. Er hat sein Werk um Jahre überlebt, da der weiteste Kreis der überzeugten Neologen den Kongretzstandpunkt überwunden hat. Preffburg. Alexander Breuer aus Diszel (Com. Zala). em besonders fleißiger und braver Schüler der Pretzburger Jeschiba,ift auf dem nördlichen Schlachtselde gefallen, — Tragischer ist der Tod des zwanzigjährigen Adolf Durchschlag. Er weilte gerade bei seinen Eltern in Jzbugyradvany, als die Stadt von der Russeninvasion heimgesucht wurde. Die Kosaken veranstalteten dort ein fürchterliches Blutbad; sie drangen ins Wirtsgeschäst seines Vaters ein, erschlugen seine Mutter und erschaffen dann ihn selbst,- seiner Schwester, die flüchten wollte, zerschoffen sie ein Bein, und nur dem Vater gelang es, heil zu entkommen. N«ja. An Stelle des pensionierten Bürgermeisters unserer Stadt wurde Dr. Julius Erd elji, ein Jude, zum Stadtoberhaupt gewählt. Z. B. A. Maramarostziget. Bei seiner Durchreise durch unsere Stadt ließ sich unser Thronfolger, Erzherzog Karl Franz Josef, die hiesigen beiden Ortsrabbiner, CH. M. Teitelbaum und Dr. Sam. Danzig, vorftellen und erkundigte sich teilnahmsvoll nach dem Sustande der von der russischen Invasion heimgesuchten evölkerung. Dem M. H u S z t e r Rabbiner Grünewald vis-ä-vis gab er der Hoffnung Ausdruck, daß sich die Lage der gedrückten jüdischen Bevölkerung bald bessern und daß wieder stilles Glück in die zerstörten Hütten einziehen werde. Z. B. A. Mezoesath. Der größte lebende Baüadendichter Ungarns, der Jude Iosef Kiß, wur-e von seinem hiesigen Geburtsort zum Ehrenbürger gewählt. Sein Großvater war russischer Chason und ist, wie dies Kiß in einer wunderbaren Ballade besang, mit der Geige und den Tfilin durch die Engpässe der Karpathen auf seinen ungarischen Eroberungszug gegangen. Auch der Vater des jetzt verstorbenen Karl Gold mark war als der berühmte Chason, Simche Rüben, bekannt. Dieser bereicherte die Responsenlitteratur durch eine von großen y'str tbid onn über ihn geschriebene Tschub a, in der er nur unter gewissen Bedingungen, die er zum Prüfstein der rnn» macht, den bekannten sin in seinem Amte als von Deutsch-Kreutz bestätigt. Ruiniches. Berlin, 3. Februar. Die«Nowa Resorma" berichtet, daß in den ersten Wochen der ruffischen Regierung in Lemberg der.Reichsratsabgeordnete Breiter sich großer Gunst der ruffischen Verwaltung erfreute, was ihm denn auch ermöglichte, zu Gunsten der ärmsten Bevölkerungsschichten zu wirken. Indes ereigneten sich in den ersten Oktobertagen die Judenpogrome am Goluchowskt-Platz und in der Walowa-Straße. Als nun Tags darauf der Abgeordnete Breiter an der Spitze einer Bürgerdeputation beim Generalgouverneur Bobrinski erschien und ihm zu erklären suchte, daß die Juden durch ihre passive Haltung am allerwenigen solch grausames Schicksal verdient hätten, wurde er Städtchen in Russisch-Polen erhalten hat. Sie trägt den Vermerk „Mit Erlaubnis der Zensur" und hat folgenden etwas rätselhaften Text: „Lieber Bruder! Ich kann Dir nicht viel schreiben, aber wenn Du jedes Wort recht verstehst, dann weißt Du genug. Neamis Schwiegertochter hat bei uns Einkehr gehalten.... Alle Mädchen im Städtchen sind schon gut versorgt... Elf Juden sind erhöht worden... Ueberall, wrch-in Neamis Schwiegertochter kommt, gibt es ein großes Lachen...." Dem gestrengen russischen Zensor ist es doch entgangen, daß Neamis Schwiegertochter im jüdischen Volksmunde Ruß (Ruth) heißt, von der die Amerikaner Wohl wissen, wie sie die Juden „erhöht" und Frauen und Mädchen „versorgt"... (Ein jüdischer Held in brr Dankt Armee.) Der jüdische Zugssührer des 13. Honved Infanterie-Regiments, Nathan Vajda, erhielt für sein heldenmütiges Verhalten bei Rettung sehr bedeutender Munitions-Borräte, die von den Russen außerordentlich stark bedroht waren, nachstehendes von General Dank! und dessen Stabe gezeichnetes Handschreiben: „K. u. k. 1. op. Armeekommando E. Nr. 1358. An den k. ung. Zugsführer Nathan Vajda des k. Ungar. Honved Infanterie-Regimentes Nr. 13., Standort des 1. O.A. K. am 4. Januar 1915: „Sie haben zu wiederholten Malen im heftigen feindlichen Feuer den Munitions-Ersatz mit großer Tapferkeit und Umsicht durchgesührt. Ich belobe Sie hierfür im Namen des Allerhöchsten Dienstes." vom erzürnten Grafen angeschrien: „Fort mit dem jüdischen Advokaten!" Seit diesem Tage fiel Breiter in Ungnade, womit auch jedweder Intervention bet den r ffschen Behörden ein Ende gesetzt wurde. Der Gemeinderat von Charkow richtete im Einvernehmen mit dem Bö^senkomitee an das Ministerium des Innern ein Gesuch, daß den I u d e n die Beteiligung an der Jahresmesse erlaubt werden möge. Nach der Meldung der „Rjetsch" wurde das Gesuch abgelehnt. Worte unö Taten 9er ruififdien Regierung. Warschau, 3. Februar (indirekt). Die in Warschau erscheinende jüdische Zeitung „H ajnt" führt bitter darüber Klage, daß die Studienmöglichkeit an den ruffischen Universitäten den jüdischen Studierenden erschwert wird zur gleichen Zeit, da die Juden an der ganzen Schlachtfront ihr Leben für Rußland und den Zaren laffen. Rußland, das in der Presse so laut verkündet, daß es für die Freiheit Serbiens kämpft, so schreibt das Blatt, hat innerhalb seines eigenen Reiches gezeigt,welchen Begriff es von Freiheit hat. In diesen Tagen erhielt der Kurator für den Studienbezirk Warschau eine Meldung folgenden Inhalts: „Gesuche von Juden um Zulassung an den Hochschulen Warschaus sollen nicht über die früher festgesetzteAnzahl genehmigt werden, auch dann nicht, wenn diese Gesuche damit begründet werden, daß es den Studierenden wegen des Krieges unmöglich ist, an deutschen und österreichischen Universitäten ihre unterbrochenen Studien fortzusetzen." Auch wurden die zuständigen Behörden daran erinnert, daß die Zulassung von Schülern nur tm gleichen Prozentsatz wie früher zuläffig ist. Es gibt ja, wie bekannt, in Rußland ein Gesetz, das die Anzahl der jüdischen Schüler an den Schulen regelt, aber wenn es gilt, Heeresdienst, Steuern und andere Pflichten zu erfüllen, dann verlangt man prozentual von den Juden mehr, als von den übrigen Mitbürgern. Gegenwärtig gibt es im russischen Heere 500000 Juden, die ihr Blut für das Baterlantz opfern und in vielen Fällen sich durch große Tapferkeit auszeichneten. Deshalb hat gewiß die Regierung es für nötig erachtet, bezüglich des Unterrichts gerade jetzt an die Erschwerung der Bildungsmögltchkeien für die Juden zu erinnern. Man befürchtet vielleicht, daß der Kurator in Hinblickt darauf, daß so viele jüdische Soldaten tapfer und treu ihre Pflicht erfüllen, jetzt mehr Rücksicht Aufnahmegefuchen gegenüber zeigen würde. Das „Neuste" aus Warschau. Warschau, 5. Januar. Die „letzte" Nummer der in Warschau erscheinenden Jargonzettung „Der Moment", gelangte auf dem Umweg über Amerika zu uns, sie brauchte für diese Weltreise etwas mehr als fünf Wochen. Direkte Angaben über die Lage enthält sie so gut wie gar keine, doch bietet sie in ihrer ganzen Zusammenstellung und Aufmachung einige Einblicke in die Verhältnisse der „belagerten Stadt". Groß ist der Mangel an Kohlen, wodurch das städtische Gaswerk fast vollständig feiert. Eine Bekanntmachung der städtischen Behörden gibt den Gebrauch der Gashähne für eine Stunde des frühen Vormittags frei: Die große Halle des jüdischen Kuns Vereins „Hasomir" ist zu einem Asyl für die Flüchtlinge aus der Provinz eingerichtet, deren Zustrom beängstigende Formen annimmt. Der Wohltätigkeitsapparat funktioniert den Umständen nach befriedigend. Es wird den Armen, di.e in der Feuerzone Haus und Habe verloren, Essen, Kleider und Nachtlager gewährt und auch die Möglichkeit der Rück- oder Weiterfahrt. Die Theater, auch das jüdische Kamtnskitheater, ebenso eine jüdische Ltchtbühne, sind geöffnet und spielen durchwegs patriotische Stücke. Der Inseratenteil der Nummer verrät (vor 6 Wochen wenigstens) wenig von einer Hungersnot. Da wird ein Mittagessen von vier Gängen inkl. Sodawaffer für 30 Kopeken annonciert, das sich am Sabbat, da Fische hinzukommen, um 5 Kopeken erhöht. Dieser Restaurateur hat aber in der gleichen Straße einen Konkurrenten gefunden, der die gleichen Genüsse für 20 Kopeken bietet. Bezeichnend ist, daß die sonstganze Setten einnehmenden Bücherinserate fehlen. Nur der Verlag „Central" zeigt einen neuen hebräischen Kalender an. Ob die allerletzten Nummern des „Moment" noch einen so verhältnismäßig friedlichen Charakter tragen? Im deuffchen Lo9?. Lodz, 3 Februar. Die Bevölkerung Lodzs, die trotz der beim Kriegsausbruch eingesetzten Flucht immer noch über 400.000 Seelen beträgt, erfreutsich unter der deutschen Herrschaft ganz geordneter Verhältniffe. Neben einigen deutschen Zeitungen erscheint jetzt auch wieder im jüdischen Jargon das „Lodzer Tageblatt", welches, wie die andern Blätter, die Depeschen des Wolffschen Büros und die amtlichen Nachrichten der deutschen und österreich-ungarischen Heeresleitung bringt. Als eine große Wohltat empfindet die arme jüdische Bevölkerung die von den deutschen Behörden angesetzten Höchstpreise für alle unentbehrlichen Lebensmittel, die in vielen Dingen die normalen Preise in Friedenszeiten nur um ein weniges übertreffen. Stur Mehl, Brot und Kartoffel sind gegen ftüher in die Höhe gegangen. Vom amerikanischen Hilfsausschuß zur Ernährung der Bevölkerung Polens hatte die Rockefellersche Stiftung drer Mitglieder entsandt, welche unter Führung des Mtnistertaldtrektors Dr. Lewald aus Berlin hier mehrere Tage weilten, der auch den Vorsitz bei den verschiedenen Besprechungen führte. Die deutsche Verwaltung in Lodz har bereits die vorbereitenden Schritte getan, oamit die Hilfstättgkeit ins Leben treten kann. Die Ordnung in der Stadt wird durch die Lodzer Bürgerwehr und einen Bürgerausschuß, der auch den ganzen Polizeidienst erfüllt, aufrecht erhalten. In der Stadt und der nächsten Umgebung herrscht wieder Ordnung. Vom Lande dagegen kommen fortgesetzt Klagen, daß etnzelstehende Gehöfte durch Räuderbanoen überfallen und ausgeplündert werden. Kür de« Reklameteil ist die Redattio« «icht veranrwortlich, insdesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die im Rettumeteil euttzulteueu Empfehlungen ritueller «arr» oder sonstiger Au» gaben reltgjonSgesetzlichen Ehurattero ra( ihre Zuverlässigkeit §« prüfe«. Kaiser Friedrich Quell« -Offenbaeh &. K.- Gegen Gleht and Rheumatismus bewährt. Alleiniger General-Vertreter: Frledrieh stah. Frankfurt a. M., GflnthersbnrgaUee 87. Tel. 259 u. 714 Familiennachnchte«. Geburten. Einen Sohn: Lehrer Kurzweil (Finke), Mönchsroth, Bayern. Verstorbene. Rudolf Bronner, Treuchtlingen (Bay.) 74V* Jahre. Sabbat-Anfang u. Ausgang. 2'VLVV ro» O Q T. Anfang Datum AnSgang m Min. I Uhr iMm. 10151 5675 13. 29. Frankfurt a. M. 5 10 Febr. ®d)tbat 6 25 Berlin .... — — — — München . . . 5 15 6 13 Straübnrs . . 5 30 6 30 Stuttgart. . . — — — — Posen .... — — — — Nürnberg. . . 5 20 6 11 Hamburg. . . — — — — I i i 1 1! .1 - -i r;| r s H J I1 .5 - ' i ( i r r i 4 L X

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