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Der Israelit · 1915-02-04 · Heft 6 (4.2.1915) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 6 (4.2.1915)
Date
1915-02-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
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erans Ut*C NM Vücherschau. “i5“ir"i'kö n»a '« mam -.lapön nun •nnom k:iöSk p"pn anrpn- Auch mit deutschem Titel. Mit diesem Heft beginnt der Verfasser eine Reihenfolge von Studien über die Mischna, um ihr Alter und damit das unserer Tradition, die mir als ETaETi bezeichnen, zu erweisen, und so darzulegen, daß die feste Grundlage unserer Religion die fyivr, ist, die in der Mischna niedergelegt ist. Wie alt die Vorschriften und Bestimmungen unserer Mischna sind, ergebe ein Vergleich mit dem Gesetzbuch Hammurabis, wie auch mit Berichten, die die Ausgrabungen von Tel Amarna zu Tage gefördert haben. Ueber die Bedeutung der Begriffe von £"V2Wr> und erfahren wir Treffliches. Gründlich wird vieles, was Weih über die Mischna und ihre Lehrer erzählt hat, widerlegt, die Einmände Grätz', wir greifen nur Eines heraus, gegen Megillath Taanith über das Holzopfer werden beseitigt und so bieten sich uns noch andere intereffante Forschungen, wie beispielsweise die über die Namen Sra^ei narr, gründlich und präzis, wie wir sie nicht anders vom Verfasser erwartet haben. Allein der Wert des vorliegenden Heftes liegt nicht, — so scheint es mir — in dem Nachweis, daß unsere E'pav?! bis auf Abraham hinaus zu datieren sei, dafür reicht die Gegenüberstellung von Aussprüchen unserer Mischna und solcher aus dem Gesetzbuch Hammurabis nicht aus. Der nichtznunterfchätzende Wort dieser Gegenüberstellung liegt in etwas anderem: sie zeigt wie hocherhaben unsere Mischnabestimmuugen über die der Gesetze Hammurabis emporragen, und dafür wollen wir dem Verfasser dankoar sein. Ich meine, es hat seine Bedenken, unsere et-BTi bis zu Abraham zurückzudatiereu, und dabei aus Agadas sich zu beziehen, deren agadischer Wert bleibt, auch wenn mir sie nicht wortwörtlich auffaffen. (Bgl. Ramban, Wikuach). Es würde den Nahmen einer Rezension überschreiten, wenn wir uns hier ausführlich über diese Frage äußern, nur sei bemerkt: die n; nan rr.Xö *t, die wir uns schon als an Adam geoffenbart denken müssen, denn der Mord Kajins galt für ihn schon als Sünde, und die Laster des Sündflut- Geschlechts müssen auch schon als Sünde gegolten haben, sonst wäre es zur Strafe nicht untergegangen, gaben den Weisen der Zeit Slvff genug zum Nachdenken. Daß Abraham schon einen großen Teil dessen, was uns die Gesetzgebung brachte, tatsächlich übte, ist ohne Weiteres anzunehmen, nicht aber, daß ihm schon eT-wi a'r’C bekannt waren, daß er z. B am Sabbath das Fahren unterlassen habe. Begnügen wir uns mit Rambam, die E"r-ae>7mit ihren Einzelheiten mit der Gesetzgebung beginnen zu lassen und den größten Teil der avai dt: den; n:r« zuzuschreiben. Es ist ja gerade dies, womit N. Jonathan Eibeschütz die Tatsache erklärt, daß in der kurzen Zeit des babylonischen Exils so viele Gesetze dem Gedächtnis des Volks entschwunden waren, daß mau sogar von den Festtagen, außer nichts mehr wußte, während in den 1800 Jahren der gegenwärtigen Zerstreuung die Kenntnis von der Thora sich beim Volke erhalten hat; damals gab es eben noch nicht die Verhütungsmaßregeln, die uns die Erhaltung der Thora gesichert haben. sS. a'na ’s* rvns>\) Wenn zwischen den Bestimmungen unserer Mischna, namentlich im Zivilrecht und dem Gesetzbuch Hammurabis Parallele» sich finden, so erklärt sich dies aus der göttlichen Uroffenbarung, die aber in den Lehrhäusern Schern und Ebers, so werden die Hochschulen zu Abrahams Zeit genannt, in reinerem Geist sich erhielt und in geläuterter Forschung ausgebaut wurde, als in dem babylonischen Kreise, in dem der reine Gvttesglgube zu einer wüsten Vielgötterei entartete. Daß dies bisher Gesagte an dem Wort der vorliegenden Schrift nichts kürzt oder kürzen soll, ist selbstverständlich. Denn für die Tatsache, daß die E’-tfor nicht das Erzeugnis einer späteren Zeit ist, oder eine Entwickelung des Gesetzes bedeutet, ist es ja gleichgiltig, ob ich sie von Abraham oder von min |r,c datiere. Der Unterschied ist nur, daß mit letzterer Datierung, alle die Schwierigkeiten beseitigt find, die Ramban selbst gegen sie geltend macht (B. M. 20, ö) und darum zum Schluß seiner Auseinandersetzung auf den p*cEn 5C5PE hinweist. Die vorliegende Schrift ist inhallreich und lehrreich; ich verweise außer auf die Gegenüberstellung des Hammurabi Gesetzbuchs zu verschiedenen Mischnaiexten, wovon ich bereits gesprochen habe, auf den Abschnitt der besonders beachtenswert ist. Wenn ich diese Besprechung der vorliegenden Schrift, die beweist, mit welchem Interesse ich sie gelesen habe, mit einer mißbilligenden Bemerkung schließen muh, so tut es mir leid, aber ich kann mich nicht gurückhalten, den Angriff, den der um das Judentum und seine Wissenschaft so hochverdiente Jsak Halevy ifi dem vorliegenden Hefte fa x -;ai erfahren hat, zu rügen. Selbst wenn die Bemerkung, Hnlevy hätte eine Borattha absichtlich unerwähnt gelassen, so berechtigt wäre, wie sie es nicht ist,sdenn für die Anführung dieser Boraitha lag nach Anlage des Werks gar keine Notwendigkeit vor), so Hütte nicht so despektierlich von dem leider so früh der Welt entrissenen Gelehrten gesprochen werden dürfen, wie es hier geschehen ist. Pros. A. Sulzbach. Geschichte der I «den in Mülhausen j. E. Bon Dr. Simon Adle r. sSonderabdruck aus dem Bullei i du Musee Historiq e de Mulhouse.) Mülhausen 1011. 10 MM) S. gr. x. Die jüdische Gemeinde zu Mülhausen ist zwar jetzt die an Zahl größte im Ober-Elsaß, hat aber nie eine bedeutende Rolle gespielt und muß sich noch heute von der früher bedeutenderen Hauptgemeinde des Kreises Kolmar als dem Sitz der Behörden den Vorrang streitig machen lassen. Ihre Geschichte hat darum nichts Hervorragendes und Eigenartiges, sondern zeigt uns im großen und ganzen dasselbe Bild wie alle übrigen jüdischen Gemeinden in Deutschland. Die Einwanderung erfolgt aus Grund von Einzelprivilegien, de mehr im Interesse der sie Verleihenden als der damit Beliehenen vergeben wurden Die Tüchtigkeit und die Erfolge der Juden erwecken Neid und führen zu Bedrückungen und Austreibungen, bis wieder neuer Geldmangel zur Zulassung neuer Juden führt u. s. w. Daß dies auch in Mülhausen zunächst von der Zeit Rudolfs von Habsbnrg an bis zur Zeit Friedrichs HL so war und daß auch die Rechtsverhältnisse der Juden, die von auswärts nach Mülhausen kamen, im 17.' und IX. Jahrhundert und ebenso die dort wohnenden Juden in der Revolutionszeit und unter Napoleon so waren wre anderwärts, daß auch das innere Leben der Gemeinde nicht von dem allgemeinen Durchschnitt abwich, zeigt uns der Verfasser auf Grund seines mit Fleiß zusammengetragenen Materials ans gedruckten und handschriftlichen Quellen. — Seine Schrift darf darum an und für sich ouf Anerkennung rechnen, sie darf jetzt umsomehr Interesse beanspruchen, als gegenwärtig der heiß umstrittenen Ecke des Ober-Elsaß, in der Mülhausen liegt und unseren dort wohnenden Glaubensgenossen unsere Aufmerksamkeit besonders zugewandt ist und eine Geschichte unserer Tage gewiß auch wesentliches Material zu einer etwaigen Fortsetzung der vorliegenden Schrift bieten dürfte. B. Asak Bernhard, der erste jüdische Bolksschullehrer in Bayern. Aus alten Familien-Papieren von Louis Lamm, Berlin, Louis Lamm, 1913, 16 S. 12. mit Bildnis. Der rührige Verlagsbuchhändler Louis Lamm, der im vorigen Jahre die Stammtafel seiner Familie veröffentlichte, gibt in vorliegender Broschüre in kurzen Strichen die Lebensgeschichte seines Großvaters und gewährt hiermit einen Einblick in ein Lehrer- und Dulderleben, wie es vor einem halben Jahrhundert sich abspielte. Jsak Bernhard Lamm, 1801 in Wittels- Hofen geboren, besuchte die Religionsschule Dittenheim, die Jeschiba in Schwabach und das Lehrerseminar in Bamberg. Seine erste Anstellung fand er 1827 in Hüttenbach als Religionslehrer und ein Jahr später aus Drängen der Behörde und trotz Widerspruch der Gemeinde, die eine höhere Etatbelastung verhindern wollte, auch als Elementarlehrer mit einem jährlichen Gehalle von 300 Gulden nebst freier Wohnung. Eine Tragikomödie war es, als zwei Jahre später an dem geplanten Tage seiner Verehelichung Rabbiner, Eltern und Verwandte waren bereits eingetroffen -- auf Einspruch einiger Gemeindemitglieder die Vornahme der Trauung durch das Patrimonialgericht untersagt wurde. Durch das mannhafte Auftreten des Betroffenen wurde schließlich nach einigen Wochen die Heiratserlaubnis erwirkt. Jsak Bernhard Lamm fand in seinem erfolgreichen Wirken und in der Anerkennung der Behörde ausreichenden Lohn Als erster jüdischer Lehrer erhielt er 1870 den Ludwigsorden in Anerkennung seiner öOjährigen amtlichen Tätigkeit. 1881 ans sein Ansuchen als 78jähriger zur Ruhe gesetzt, fand er am .10. April 1882 die letzte Ruhestätte. Ein schlichtes Büchlein in schlichter Sprache liegt vor uns. Jeder, der es zur Hand nimmt, wird, nachdem er seinen Inhalt kennen gelernt hat, dazu gedrängt, der Lage des Lehrerstandes vor 100 Jahren die heutigen Verhältnisse gegenüberzustcllen und unwillkürlich ausrusen: cry rwa “na, Lwstn. Pirke Aboth, die Sprüche der Väter zum Schulgebrauch und Selbstunterricht, übersetzt und cr< klärt von Dr. S. B a m b er ger, Distriktsrabb-.ncr in Bad Kissingen 2. Auslage. VIII und 118 S. 8. Leincnband 1.00 Bl. ^Ausgabe aus besserem Papier 2,50 M.). Verlag I. Kaussmann, Frankfurt a. M. Die neue Auslage der Bamberger'schen Pirke Aboth erscheint in neuem Gewände. Bisher präsentierte sie sich in hebräisch-deutschen Lettern. Die Neuänflage hat für Nebersetzung und Erklärung deutsche Lettern gewählt. Wir wollen keineswegs behaupten, daß wir über diese Veränderung sehr erfreut gewesen sind. An Lern- und Lesebüchern für das Hebräisch-deutsche haben wir leider keinen Ueberfluß. Die erste Auflage habe ich mit gr ßem Nutzen zur Einführung in das Lesen der jüdisch-deutschen und vor allem der Raschischrift verwendet. Das Buch selbst, sowohl hinsichtlich der Uebersetzung als auch der Erklärungen darf mit Recht zu den besten Schriften unserer Jugendliteratur gezählt werden. In der dem Buche vorangehenden allgemeinen Einleitung wird der Leser mit dem biblischen und talmudischen Schrifttum bekannt gemacht, die spezielle Einleitung zu den Pirke Aboth belehrt über die Stellung und Bedeutung der Pirke Aboth und deren liturgische Verwendung. Die Uebersetzung ist klar, sinngetreu, einfach, was wir ganz besonders bei einem Buche, das für unsere Jugend bestimmt ist, nicht genug schätzen können. Die Erläuterungen find sehr gut gewählt und enthalten auch Verbesserungen. Die Ausgabe auf besserem Papier eignet sich sehr gut zu Geschenken, namentlich für Barmizwo-Jünglinge. Wir können den. Buche die allekweiteste Ber- Verbreitung wünschen.

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