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Der Israelit · 1915-02-04 · Heft 6 (4.2.1915) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 6 (4.2.1915)
Date
1915-02-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 6 Der Israelit 4. Februar ISIS erhoben hat, nach dem Vorbilde Tafts sein Veto gegen das Inkrafttreten des Gesetzes eing elegt. Die Vorlage geht nunmehr wieder ans Repräsentantenhaus, das die Befugnis hat, mit Mehrheit das Veto des Präsidenten zu annullieren. — Leider ist es, wie die Dinge heute stehen, durchaus nicht ausgeschlossen, daß sich diese V- Mehrheit zu Gunsten der Vorlage zusammenfindet. Die Freunde des Burnett'schen Vorschlages sind um Scheinargumente nicht verlegen/ sie machen dem Publikum und insbesondere der arbeitenden Bevölkerung mit dem ungeheuerlichen Anwachsen der Etnwanderungsziffer graulich, das nach Beendigung des Weltkrieges unfehlbar eintreten werde. Die einfache Logik wird allerdings zum entgegengesetzten Resultat kommen müssen. Der Krieg wird in Europa eine so große Menge von Werten zerstört haben, zu deren Wiederaufbau Arbeitskräfte erforderlich sind, und er hat andererseits so viele hunderttausende hinweggerafft, daß Europa seine „Hände" reichlich selber brauchen wird. Ueber die Gestaltung der Dinge aber, in den großen jüdischen Zentren Osteuropas kann ja in diesem Augenblick kein Vernünftiger irgend eine Voraussage abgeben. Hoffen wir, daß es den Bemühungender einsichtigen Politiker, insbesondere der Liga für freie Einwanderung, gelingen wird, die Gefahr, die in der Burnett-Bill liegt, auch diesmal abzuwenden. Personalien. Hannover. 28. Jan. Mit dem Fabrikbesitzer Sartorius Rhein hold ist ein wackerer Mann der Tat von uns gegangen. Der Verstorbene wurde im Jahre IMS vom Konsul Simon in den Vorstand der Israelitischen Erziehungsanstalt zu Ahlem berufen, als dessen Mitglied er sich kräftig betätgte und unter dessen Rat und Fürsorge sich die Anstatt außerordentlich entwickelte. Nach dem Tode des Konsuls Simon und nach der Gründung der Alexander und Fanny Simonschen Stiftung wurde Sartorius Rheinhold stellvertretender Vorsitzender der der Stiftung gehörenden Land- und Lehrgutgesellschaft St ein hör st, die junge Leute für den Landwirtschaftsberuf vorbildete. Der Verstorbene war auch Vorsitzender der Schulkommission des Simonfchen Seminarsin Peine zu dessen eifrigen Förderern er überhaupt gehörte. Mit seinem Bruder gründete er vor einigen Jahren gemeinsam ein eigenes Ferienheim in Winsen (Aller), in dem im Sommer die Kinder der Angestellten der Firma Rheinhold und auch fremde Kinder kostenlosen Aufenthalt erhielten. Breslau, l. Febr. Am 's verstarb unerwartet bei Ausübung einer Mtzwoh Herr Moritz Perle, ein Mann, der mit allen Fasern seines Herzens unserer rnrnpn mm anhing. Die Beteiligung an der •vf) war überaus groß In der Leichenhalle hielt Radbiner Dr. Rofenthal einen ergreifenden nsvn, indem er ein Bild von dem Charakter des Heimgegangen, von seiner seltenen jüdischen Tugend und aon seinem Wirken in der Familie wie nach außenhin entwarf. Ferner widmete im Namen der Familie Herr Dr. Heinemann Worte des Dankes und ehrender Erinnerung dem Dahingeschiedenen Sobernhein», 80. Jan. Der Unteroffizier im 1. bayerischen Reserve-Jnf.-Regt.,Lippmann Ullm ann, Teilhaber der Firma Reinemann-Lichtinger in München, wurde auf dem westlichen Kriegsschauplatz mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnetaußerdm wurde ihm der bayerische Militär-Verdienstorden mit Schwertern verliehen. Strasburg, 22. Jan. Ein christlicher Soldat schreibt über den in Nord-Frankreich unlängst gefallenen Siquart Wertheimer aus Ludwigsburg an seine eigenen Eltern: „Weitere Lieder sangen wir bei der Weihnachtsfeier nicht, weil unser Kamerad tot im Schloß lag. Unser lieber Kamerad war ein Jude, Wertheimer aus Ludwigsburg, Inhaber des eisernen Kreuzes und der Verdienstmedaille, ein leuchtendes Vorbild von Tapferkeit und Unerschrockenheit. An jenem Unglückstag ging er morgens weg in einen Unterstand der 7. Batterie. Da schlug eine Granate ein und lötete ihn. Gestern hollen wir ihn ins Schloß und gruben ihm bei mondheller Nacht das Grab. Alle Offiziere kamen heraus und der Hauptmann hielt eine Ansprache, pries seine Treue und seinen Opfermut. So wurde uns unser Ueber Kamerad emrifienes ist wirklich fchad um ihn, aber er hat den Heldentot erlitten." — Auch der Militärarzt und der Kompagniechef schrieben an die Eltern und drückten ihre Bewunderung aus über den seltenen Heldenmut Oehringeu, 14. Januar. Jakob Kaufmann erhielt vom König von Württemberg die Silberne Verdienstmedaille für Tapferkeit und Treue. Wien, 2. Januar. Der Komponist der „Königin von Saba", Karl G o I d m a r k, ist heute in Wien im 85. Lebensjahre gestorben. Die Israelitische Kultusgemeinde hat in Würdigung des Umstandes, daß Dr. Karl Goldmark der bedeutendste Komponist jüdischen Glaubens war, beschlossen, dem verstorbenen Mnstler ein Ehrenbegräbnis und ein E h r e n g r a b zu widmen. Das mm 0 * * » « uro 1914' steht unseren verehrl. Lesern auf Wunsch kostenlos zur Verfügung. OM des Zsmlil ö.N.6.0. Sennlscht«. Berlin, 31. Jan. Eine Barth-Gedenk-Stiftnng soll znm Andenken an den Heimgegangenen Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Jaeob Barth sowie seinen auf dem Felde der Ehre gefallenen Sohne Dr. Heinrich Barth an der Tachkemoni-Schule— Jaffa errichtet werden. Geheimrat Barth gehörte dem Pädagogischen Rate der Schule an - auch sein Sohn hat stets ein besonders lebhaftes Interesse für die Anstalt betätigt. Unter gegenwärtigen Umständen läßt sich Näheres über Sonderzweck und Einrichtung der Stiftung nicht bestimmen. Es wird aber Bielen ein Bedürfnis sein, ihre treue Anhängerschaft an die Heimgegangenen schon jetzt zum Ausdruck zu bringen. Daher soll heute schon die Sammlung vorbehaltlich künftiger besonderer Bestimmung eröffnet werden. Einsendungen nimmt entgegen das Bankhaus Gebr. Oppler, Filiale Berlin, Kurfürftendamm 107, Postscheck-Konto Berlin, No. 11038. Berlin, 1. Februar. Unmittelbar nach Kriegsausbruch hat der Verband der deutschen Juden, um die Teilnahme der Juden am Kriege zuverlässig festzustellen, an die jüdische Oeffentlichkeit das Ersuchen gerichtet, ihm alle erforderlichen Mitteilungen zu machen. Aehnliche Maßnahmen sind von einer Reihe anderer Organisationen getroffen worden. Zwecks Zentralisierung dieser Bestrebungen wurde alsdann ein besonderer Ausschuß für Kriegsstatistik gebildet, dem die meisten bekannten jüdischen Organisationen Deutschlands angehören. Es ist auch ein eigenes Büro gebildet worden, welchem die Fortführung und Ausgestaltung der bisherigen Arbeiten von dem erwähnten Ausschuß übertragen wurde. Dasselbe ist dem Büro für Statistik der Juden angegliedert worden. Berlin, 28. Jan. Der Landtagsabgeordnete für Bromberg, Geheimrat Aronsohn, Präsident der Handelskammer Bromberg, wurde als finanztechnischer Beirüt in die Zivilverwaltung für Russisch-Polen berufen. Kettwig v. d. Brücke, 25. Jan. Am Sonntag den 20. Dezember hielt Herr Rabbiner Dr. Wolf aus Cöln in unserer Gemeinde einen Krtegsvortrag. Diesem folgte am Sonntag den 34. Januar ein zweiter, gehalten von Herrn sind. pwl. Erich Simons aus Cöln. Letzterer hatte sich das Thema gewählt: „Die Kriege moderner Nationen und die Kriege des jüdischen Volkes." Die zahlreichen Besucher, zu denen auch viele Auswärtige sich zählten, nahmen beide Vorträge mit großem Applaus auf. Treysa, 12. Januar. Unter dem Vorsitze seines Begründers, Herrn Lehrer G. Oppenheim hielt der hiesige Israelitische Frauenverein gestern seine 28. Jahresversammlung ab. Der Verein, der 30 Mitglieder zählt, hat im abgelaufenen Jahre neben seinen fatzungsmäßigen Verpflichtungen eine rege Tätigkeit im Dienste des Vaterlandes entfaltet. Die Zuwendungen an das Rote Kreuz, an die städtische Kriegsfürsorge, an die von Herrn Provinzialrabbiner Dr. Munk in Marburg für den Rabbinatsbezirk ins Leben gerufene Hilfsaktion und dergleichen verursachten eine Ausgabe von mehr als 1000 Mk. Obschon viele jüdische Frauen der Ortsgruppe des Vaterländischen Jrauenvereins angehören, veranstalteten die Mitglieder der E'iw man wöchentliche Zusammenkünfte, um für die Krieger Wollsachen zu stricken - die Geldmittel hierzu wurden durch freiwillige Gaben aufgebracht. Den ostpreußischen jüdischen Flüchtlingen konnten 6 Kisten gut erhaltener Kleidungsstücke gesandt werden. — Die verdienstvolle 1. Vorsteherin, Frau Abraham Leyi wurde wieder, Frau Abr. Katzenstein als 2. Vorsteherin und Frau Berthold Katz als Kassiererin neu gewählt. Vrieftasten. Austerlitz. Wir haben Ihre Anfrage dem Herausgeber übermittelt. W. B. Der Brief wurde weitergegeben. I. B. in R. Wer es genau mit seinem Judentum nimmt, wird nicht allein aus Grund des jüdischen Namens einer Firma, derselben religiöses Betrauen schenken. Das ist so selbstverständlich, daß sich die Erörterung des Falles erübrigt. D. E. in W. Ist uns nicht bekannt. Rituell. Die Gelegenheit ist dort gegeben. Inwieweit hier von „streng rituell" die Rede sein kann, wissen wir nicht. M. L. R. Wenn das Glas erst „gestellt" war, ja. Für de« ftelfometeU ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die i« Reklameteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Ware« oder sonstiger ««, gaben religionsgesetzliche» Charakterans ihre Znverläsffgkeit z« prüfen._ Kaiser Friedrioh Qualle - — Offenbaeh a. H. -- Gegen Gicht und Rheumatismus bewährt. Alleiniger General-Vertreter: Frledrieh MckaVi», Frankfurt a. M.f Günthersbnrgallee 37. Tel. 259 n. 714 Telegramm-Adresse; Nesop Franklartmain. Telephon: Nr. 83. Amt Hansa. Speaalkans für Silberwaren Modellieru. 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