Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 5 (28.1.1915)
- Date
- 1915-01-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 6 Nr. L Der Israelit 28 Januar ISIS derung an die zwilisierten Völker, den Zarismus daran zu erinnern, daß selbst in Kriegszeiten das Gewissen der zivilisierten Menschheit Worte finden werde, diese schmachvollen Handlungen zu verurteilen. Die Humanits fügt hinzu, der Bericht sei das schlagendste Dementi für die Meldungen einer gewiffen Presse, daß den Juden politische Gleichheit von dem Zaren versprochen worden sei. Rußlands innere Politik habe sich seit Kriegsbeginn nicht geändert. Amerika. Sie angebliche Judennerfolgung in PalSflina- Aew-Bork, 1. Januar. Das hierher verlegte zionistische Aktions-Komitee hat per Kabel eine Meldung aus Alexandrien erhalten, in der es heißt: „DaS Anerbieten der türkischen Regierung an die hier wohnenden russischen Juden, ottomanische Untertanen zu werden, ist von einer großen Zahl palästinensischer Juden angenommen worden. Biele von ihnen konnten jedoch aus dem Grunde nicht ihre russischen StaatSbürgerrechte aufgeben weil sie. in Rußland Grundeigentum besitzen, und weil ihre Familien in Rußland leben. Diese im russischen Untertanenverband verbleibenden Juden sind nunmehr von der ottomanischen Regierung ausgewiesen worden. Es handelte sich in Jaffa um 686 Seelen, Männer, Frauen und Kinder. Sie schifften sich in Jaffa auf einem italienischen Schiff nach Alexandrien ein, wurden jedoch vor der Abreise in Jaffa beraubt und terrorisiert, und kamen in Alexandrien in erschöpftem Zustande an. Biele Familien waren in der Bewirrung der Einschiffung auseinandergeriffen worden." (Durch diese Meldung wird die von der Ententepresse verbreitete Nachricht über Judenverfolgungen in Palästina auf das rechte Maß zurückgeführt. Worin die Beraubung und der Terror in Jaffa bestand, bleibt abzuwarten. Red.) Personalien. Berlin, 24. Jan. Bon einem doppelten Verluste wurde die Verwaltung der Jüdischen Gemeinde betroffen. Letzte Woche starb der langjährige Vorsitzende des Jüdischen Gemeinde-Vorstandes Julius Jacoby. Der Verstorbene, der vier Jahrzehnte im Ehrendienste der Jüdischen Gemeinde Berlin gestanden hat, war ein Mann von unerschütterlicher Kraft und durchdringendem Verstand. Seine Verdienste um das Finanzwesen, die Verwaltung, die Bibliothek und die Wohlsayrisanstalten der Gemeinde waren groß.— Am Tage der Beerdigung Jacobys starb plötzlich der treue Freund und Mitarbeiter desselben, der Vorsitzende des Repräsentanten - Kollegiums, Stadtverordneter Louis Sachs. Der Verstorbene, der 70 Jahre alt geworden ist, feierte vor vier Jahren sein 25jähriges Jubiläum als Stadtverordneter, war 35 Jahre im Repräsentantenkollegium tätig und bewährte sich in dieser langen Zeit als eifriger Förderer gemeinnütziger Bestrebungen. Besonders das jüdische Krankenhaus, der Verein „Jüdisches Genesungsheim Berlin" und andere bekannte Wohlfahrtseinrichtungen verdanken dem Heimgegangenen sehr viel. Die Zahl der von ihm bekleideten Ehrenämter war ungemein groß. Berlin, 23. Jan. Auf Umwegen wird dem hiesigen Bureau der „Alliance" die Nachricht, daß der langjährige Präsident der Organisation, Herr Narciffe Leven, am 7. Januar d. I. im 82. Jahr in Paris gestorben ist. Leven war ein Menschenalter hindurch der belebende Mittelpunkt für alle Werke der Alliance und wird sein Hinscheioen in den Kreisen dieser Weltorganisation tiefe Trauer erwecken. n'MUr» Vermischtes. Fulda, 3. Januar. Herr Plaut, der int Norden Frankreichs kämpft und bereits das Eiserne Kreuz erhalten, ist nunmehr auch mit der Tapferkeits-Medaille, weil er seinem Major das Leben rettete, ausgezeichnet worden. Plaut sah seinen Major von mindestens 12—15 Zuaven umringt; er sprang hinzu und schlug 7 der schwarzen Kerle mit dem Gewehrkolben zu Boden, während die anderen vor dem rasenden, todesmutigen Soldaten die Flucht ergriffen. Nach! dem Kampfe wurde Plaut vor der Kompanie geehrt und als Beispiel der Tapferkeit hingestellt. Wien, 14. Jan. Der Verband der in Wien weilenden türkischen Juden, deren treue Anhänglichkeit an ihre türkische Heimat sowie auch an den Sultan persönlich sich zu allen Zeiten in so traditionell schöner Weise bekundet, haben sofort nach Einleitung der Sammlungen für den Roten Halbmond unter fich den Betrag von über 16,000 K. aufgebracht. Sayn, 15. Jan. Herr Dr. Max Rosenthal Sohn des Sanitätsrats Herr Dr. S. Rosenthal, Sanatoriumsdirektor-Sayn, hat für seine im Felde bewiesene Tüchtigkeit und Tapferkeit als Lazarettarzt das Eiserne Kreuz erhalten. Kopenhagen, 1ö. Jan. Dänemark, welches bisher die Mazzoth ausschließlich aus Deutschland bezogen hat, ist diesmal genötigt einige Mazzoth-Bäckereien einzurichten. Suche für meinen 14 jährigen Sohn, der 3 Jahre höh. Schule besucht hat, zu Ostern (10331 Lehrstelle in Samstag und Feiertage geschloffenem Geschäft. Ivkns Katzmann, Oersfeld, Rhön. 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