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Der Israelit · 1915-01-28 · Heft 5 (28.1.1915) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 5 (28.1.1915)
Date
1915-01-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Zarmar 1015 ".«•'V wdW'iUt. *-;*-)*-*? . V1 v^.-;J Der JSraeUt No. 5 Sette 5 Handlung mit den Vertretern aller Richtungen im bayrischen Judentum ob. ' Sie alle, die infolgedessen mit dem Heimgegangenen in Berührung ttraten, wußten seine feinsinnige Toleranz, sein warmes,Verftändnts für die Ueberlteferungen des Judentums,^setne rasche und tiefeindringende Auffassungsgabe, vor allem aber die unermüdliche Geduld zu rühmen, mit der er die ihm entgegentretenden verschiedenartigen Ueberzeugungen und WünscheIentgegennahm. Die bayrische Judenheit beklagt aufs tiefste den Heimgang oes hochverdienten Mannes und wird ihm allezeit ein dankbares Andenken bewahren. |ln0am Die MsnrMrage Z.B.A. Audapest, 24. Jan. Nach langwierigen Verhandlungen mit den gouvernementalen Kreisen ist es der orthodoxen Landeszentrale gelungen, vom Handelsmtnister die Erlaubnis zu erwirken, ein größeres Quantum Wetzen für die Beschaffung des unerläßlichen Pesfachmehls anschaffen zu dürfen. Die Festsetzung des Maximaipretses für Mehl, das auch nur ^proportionaler Vermischung mit anderen Nährstoffen zum Verkauf gelangen darf, stellte diesem Ansuchen der Kanzlei ein fast unüberwindliches Hindernis in den Weg. Es dürfte — so sprach die Statsraison — keine Ausnahme zugelaffen werden. Dem eindringlichen Ersuchen unseres Präsidenten, der im Namen einer Million loyaler Staatsbürger, die alles fürs Vaterland opfern, vorjprach, ist es jedoch gelungen zu erwirken, daß Rücksicht genommen werde. Der Preis wird aber ein bedeutend erhöhter sein und so wird diesmal das an5? teuer zu stehen kommen. Aus Sen Gemeinden. Budapest. Blochs „Wochenschrift" schreibt: Es habe sich erwiesen, datz das Anbringen eines „Mögen Dowid"-Zeichens an der Armbinde neben dem „Roten Kreuz" die besten Dienste zur Auffindung jüdischer Verwundeter leistete. Z. B. A. Budapest. Der Wohltätigkeitssinn, der die Masse der ungarischen Judenheir beherrscht, offenbarte sich in ganzer Größe in den großen Tagen der Golusnot unserer östlichen Brüder, die vor den Russen zu uns flüchteten. Sie wurden mit offenen Herzen empfangen und mit offenen Häpden bereut. Was im Hause irgendwie entbehrlich war, Gewand, Brot, Wäsche und Heizmaterial wurde den Bedürftigen zugeführt und durch die exakt wirkenden Hilfsaktionen der jüdischen Gemeinden Budapests, die im Wetteifer Gutes zu tun, sich überbieten, zur Verteilung gebracht. Die orthodoxe Lande-kanzlei leitete eine Landesaktion ein, nm die ganze orthodoxe Landesorganisation für dieses grandiose Werk echtjüdischer np-nc zu interessieren, und der Größe der Not entsprechend, Hilfe spenden zu können. Der Erfolg ist beim Opferfinn unserer Brüder, die die Anforderung der Zeit begreifen, gewiß. Z. B. A. Budapest. In einem Schreiben der Regierung an beide Landeskanzleien der ungarisch-jüdischen Konfessionen wurden diese verständigt, daß jene jüdischen Gemeindefunktionäre, deren absolute Unentbehrlichkeit dokumentarisch nachweisbar ist, durch deren Abgang ihre Gemeinden im religiösen Fortbestehen gehindert und nicht mehr in gehöriger Weise fortgeführt werden könnten, vorderhand vorn Kriegsdienst suspendiert werden sollen, wenn die Gemeinde ein derartiges Ansuchen durch Vermittlung der Kanzleien dem Ministerium zugehen läßt. Z. B. A. Frauenkirchen. Bezeichnend für den humanen Geist, der unsere Armeeleitung beseelt, ist die Behandlung der jüdischen Kriegsgefangenen im Internierungslager. In unserer Gegend wurden für mehrere Hundert russisch-jüdische Soldaten separate Baracken gebaut. Die Gefangenen verrichten daselbst nach alter Weise ihre tägliche Andacht mit Minjan. Um den Mangel an nötigen Gebetutensilien, Talis, Tfilin und Siddurim zu beheben, erließ der Csornaer Vorstand des Machst« Madas Vereins ein Rundschreiben, diese durch freiwillige Spenden zu decken. Uebrigens macht sich der Mangel an diesen Ritualien überall stark geltend und ist die Preiserhöhung dabei eine ganz erhebliche. Galizien» als einzig in Betracht kommendes Jmportgebier, mußte naturgemäß ausgefchaltet werden. Urrftlarrv. Preßlietze gegen Sie 3uöen. Setersvurg/ 20. Jan. (indirekt.) Der Stadtarzt von Martampol hat aus Petersburg Mtttellung erhalten, daß seine Bitte wegen der „prozentlosen" Aufnahme von Kindern von Juden, die im Kriege stehen, in Mittelschulen abgewiesen worden sei. Der bekannte Autor Menschikow schreibt in der „Nowoje Wremja" n. a. folgendes : „Ich persönlich erkenne das Maximum von Judenrechten an, aber nur in ihrem eigenen Lande, nicht bei uns! . . ." Falls er (Menschikow) einmal nach Palästina fahren würde, so würde er für sich dort keine Rechte verlangen. Das wohlbekannte „Rußkoje Snamja" äußert sich zur Judenfrage viel deutlicher und zwar: „Was kann es Gemeinsames zwischen den Juden und den Christen geben? Der Jude sei eine Verkörperung des hoffnungslosen äußersten Bösen. „Ihr Herren Juden, „einmal werdet ihr schon die Geduld der „Gojtm" bis zum äußersten, bis zu einem „Punkt" bringen und dann beklagt euch nicht." — Das alles darf heute in Rußland mit Einwilligung der Zensur gesagt werden. . . . Unter Ruifenherrfchaff. Mom, 27. Dezbr. „Secolo" und „Stampa" erhalten vom russischen Kriegsschauplatz trostlose Berichte. „Die Bukowin a", so schreibt Luciano Magttni aus Czernowitz, ist in eine Trümmerstätte verwandelt. Die jüdische Bevölkerung, die als österreichfreundlich gilt und von den Russen systematisch verfolgt wird, ist von wilder Panik erfaßt. Die Häuser der Juden werden überall aus reiner Zerstörungslust angezündet. In Czernowitz wurden auch alle Uhrläden ausgeraubt, da die Kosaken sich besonders gern mit Uhren schmücken. Ebenso hausen die Kosaken in Polen. Der Korrespondent der „Stempa" schreibt: Die Kosaken beginnen die Zerstörung mit den Judenhäusern, dann kommen die Häuser.der Polen, schließlich sogar die Häuser von Russen an die Reihe. So wurde sogar das Haus eines Popen verwüstet. Die Kosakenosfiziere scheuten sich nicht, dem Korrespondenten gegenüber sich offen zu rühmen, wie sie in den deutschen Häusern die Weinkeller geplündert hätten, und wie jeder von ihnen die Taschen voll gestohlener Golduhren habe. In Warschau herrsche fortgesetzt eine große Angst vor den Preußen. Tag und Nacht hört man dle Gebete der Bevölkerung. Die Bevölkerung zöge es vor, daß die Deutschen endlich einzögen und die ewige Nervosität ein Ende erhalte. pogromkurckl Kopenhagen) 8. Jan. Der MUitärgouverneur von Dwinsk hat eine Verordnung erlassen, wonach bei hohen Sttafen der Abdruck von Artikeln verboten ist, die einen Tell der Bevölkerung gegen den andern hetzen oder Ausdrücke der Feindschaft gegen die russische oder eine andere Völkerschaft im Reiche enthalten,' solche Aufrufe pflegen gewöhnlich bet Gefahr des Ausbruches von Pogromen zu ergehen. Gngtand. Lodrrou, 10. Januar. In der letzten Sitzung des Board of Deputies wurde bekanntgegeben, daß nach vielen Unterhandlungen mit der Regierung, für 300 internierte österreichische Juden in Manchester die Freilassung bewirkt wurde. Weitere Freilassungen von Juden sind zu erwarten. Es wird darüber Klage geführt, das sieben Polizeileute die anstelle in den Krieg gezogener Beamten eingestellt waren, wieder entlassen wurden, weil sie wegen ihren jüdischen Konfession als Ausländer betrachtet wurden. Es wurde beschlossen, sich an die Negierung um eine Aufklärung über diesen Fall zu wenden. Interessant und sehr bezeichnend ist der aus der Mitte der Versammlung gemachte Vorschlag, die Jahresversammlung möge dieses Jahr ausfallen, weil es nicht möglich sei, sich milden Leiden der russischen Juden zu befassen, ohne den Zar und die Regierung der verbündeten Macht zu verletzen, was aber jetzt vermieden werden müsse. Der Vorschlag wurde jedoch nach einer stürmischen Deba e ab gelehnt. Fvankrelch. llnertivtte luöeiwerkolgung Waris, 18. Januar. Die Humanits veröffentlicht einen Aufruf der sozialistischen Organisation des jüdischen Proletariats in Rußland „Der Bund" an die zivilisierte Welt, demzufolge seit Kriegsausbruch Judenverfolgungen unerhörter Art in Rußland eingesetzt haben. Der Aufruf berichtet von Judenverfolgungen in der Armeezone, von Pogromen in Polen, sogar in Lodz, vonMafsenausweisungen und betont, daß die Juden unter dem geringsten Vorwände vor ein Kriegsgericht gestellt und zum Tod? oder zu Zwangsarbeit verurteilt würden. Mangels anderer Beweise diene stets die Behauptung als Beweis, daß die Juden die Deutschen unterstützten. Der Aufruf schließt mit der Auffor- Für de« «eklameteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist eS ausschließlich Sache der Leser, die im «eklameteU enthaltene« Empfehlungen ritueller Ware« oder sonstiger Angabe« religionsgesetzltche« LyarakterS auf ihre Zuvcrlasffgkeit,« prüfe»._ Kaiser Friedrich Quelle ——— Offenbaeh a. M. — Gegen Gieht and Rheumatismus bewährt. Alleiniger General-Vertreter: Friedrich Stalu, Frankfurt a. M., GünthersbnrgaUee 87. Tel. 259 n. 714 Familiennachrichten. Geburten. Einen Sohn: Simon .Ansbacher (Jsenbergj, Nürnberg. — Eine Tochter: Dr. Adolf Kallner (Beithj Bad ^oden ^Sch/afz/mm er- Einnchtuncfe& B effcnfa br/A - B eff- HAj's ch e. SeorgcrfmendLJücfif. 0 BJeidcjistrossc ID. Q Sabbat-Anfang u. Ausgang. nbwz rav O ■ Ti 1 Anfang Datum Ausgang B Ubr iMin. 1915! 5675 Uhr Mn. - 30. 15. » Frankfurt a. M.! 4 50 Januar Schebat 6 05, Berlin .... B - — — — München ...15 - 5 52 Straßburg 1 5 80 6 10 Stuttgart | — — — — Bosen .... 1 — — — — Nürnberg... 1 5 — 5 51 ’ Hamburg. . I - — arolus-lite Brauerei Vin-ing Frankfurt «.m. Der Ausschank beginnt am 28. Januar WäröMäg)' Carolusbier ist auch in Branereifüllnng zu beziehen. Telephon Hansa No. 84 und 85. \ i ■ i?:i £ i* % 4-'. f-' Az] -sf t* 4*; 1!

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