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Der Israelit · 1915-01-21 · Heft 4 (21.1.1915) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 4 (21.1.1915)
Date
1915-01-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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21. JmmarckSIS__ fügte hinzu, daß er zu allen Zeiten von der Notwendigkeit einer jüdtsch-mohammedantscken Union überzeugt gewesen sei und daß er voll Glück die nunmehrige Verwirklichung seines Ideales sehe. Er schloß mit dem Vorschläge, ein jüdischarabisches Komitee zu gründen, in das er den Scheich Abdul-Kader-Et-Muzgar zu entsenden empfahl, da dieser einen großen Einfluß in arabischen Kreisen genieße. David Jellin hielt eine von den Anwesenden mit großer Begeisterung aufgenommene arabische Ansprache. Darauf wurde die Versammlung mit einem Gebet für den Sultan und den Sieg der ottomanischen Waffen geschloffen. Die Aktion für die geplante jüdisch-mohammedanische Union wird fortgesetzt. JlmeriJta. Die ameriftsnifdie tlülfsahflon. Aerv-AorL, 15. Dezmbr. (Verspätet). Bon allen Seiten kommen aus Europa Hilfn:fe an das hier gebildete Hunderterkomit6 zur Hilfeleistung für die vom Kriege betroffenen Länder. So hat sich die östreichische israelitisch e Union in Wien mit einer eindrucksvollen Schilderung der Notlage der galizischen Flüchtlinge hierhergewandt und um Unterstützung gebeten. Größeren unmittelbaren Erfolg hatte folgendes Telegramm, welches das Staatsdepartement vom englischen Konsul in Jerusalem erhielt: „Es besteht dringendes Bedürfnis nach Lebensmitteln, die Not ist groß. Ist es möglich, von Amerika aus ein mit Lebensrnitteln beladenes Schiff direkt nach Jaffa zu senden zur Verteilung unter bedürftige Leute flljue Unterschied von Religion und Nationalität?" Aus Petersburg erhielt das amerikanische Komtt6 folgendes Telegramm von , jüdischer Sette: „Tie Juden in Russisch-Polen und ein großer Teil unserer Glaubensgenossen in den Bezirken Kowno, Wilna, Grodno, Wolhynien, Podolien und Besfarabien leiden Not. Die Zahl der Flüchtigen und Mittellosen erreicht annähernd zwei Millionen, wobei nicht mitberücksichtigt sind die Zahl der Notleidenden in den von den russischen Armeen besetzten zaliziichen Landesteilen. Das lokale Hilfskomitee in ü-elersburg, an dessen Spitze die Herren Baron Ginzberg, Warschawski, Kominka und Schloßberg stehen, macht die größten Anstrengungen, um Unterstützungssonds zu sammeln, findet aber eine starke Beteiligung Amerikas unbedingt notwendig. Das Komitee würde ich freuen, wenn eine Kommission von Amerika herlibeikommen würde. Einstweilen bitten wir um Zuteilung von Fonds durch die bereits errichteten romitccs." Das Komitö, das bis jetzt etwa 170000 Doll, jesammelt hat, konnte den Hilferufen insoweit ^sprechen, als einstweilen für R u s s i s ch-P ölen >0000 Doll., für Galizien 25000 Doll, und ür Palästina 25 000 Doll, angewiesen wurden. Ron ist sich wohl bewußt, daß diese Hilfeleistung topfen aut heiße Steine bedeutetimmerhin eigt sich, daß sich die amerikanische Judenheit er Größe der ihr in diesen katastrophalen Zetten »fallenden welthistorischen Aufgabe ^durchaus ewußt ist. Wie es scheint, wird auch die zionistische )rganisation den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ach Amerika verlegendie Herren Sokolow nd Tschlenow werden demnächst hier erwartet. wettere HUfeleifiuna. Ein bebensmiffelfdiiff für Paläffina Nerv-Bark, i. Januar. Das amerikanische Hilfskomitö hat am' 27. Dezember beschlossen, wertere 100,000 Dollars Hl Polen und Galizien durch die Kvmites r Berlin, Petersburg und Wien zur Verteilung ringen zu -lassen. Damit sind die Mittel des Komitss jedoch orläufig völlig erschöpft und es sind auf en 7. und 10. Januar weitere Propagandaersammlungen einberusen, um den Versuch zur Der JSraeltt. Erlangung weiterer Geldmittel zu unternehmen. Die Ausrüstung eines Lebensmittelschiffes für jß al ä ftin a ist einem Sonderfotntle mtter Vorsitz von Oskar Strauß übertragen. Die Lebensmittel werden vom Staatsdepartement ohne Frachtberechnung befördert und kommen nicht etwa nur der jüdischen Bevölkerung Palästinas zugute, sondern auch den verschiedenen christlichen Missionen. Die Verteilung muß unter der Oberaufsicht des amerikanischen Konsuls erfolgen, ohne Mitwirkung der türkischen Behörden. Sranfis Hinrichtung aufgefchoben- Wew-Bork, 1. Januar. Nun ist es zur Erleichterung aller vorurteilsfreien Amerikaner in letzter Stunde doch geglückt, die auf den 22. Januar bereits festgesetzte Hinrichtung Leo Franks, die einen der schlimmsten Justizmorde der Geschichte dargestellt haben würde, aufzuschieben. Durch eine Entscheidung des Richters Lamar in Atlanta ist der Fall der Staatsgerichtsbarkeit entzogen und der Entscheidung des o b e r st e n Gerichtshofes der Bereinigten Staaten überwiesen w o r d en. Der Entscheidung liegt die von den Anwälteir glücklicherweise herausgefundene Tatsache zugrunde, daß Frank, den man nicht dem Wüten des Pöbels aussetzen wollte, bei der Urteilsverkündigung nicht anwesend war. Man erwartet nunmehr allgemein, daß Frank, nachdem seine Sache nicht mehr in der vergifteten antisemitischen Atmosphäre des Staates Georgia verhandelt wird, aus ein gerechtes Verfahren wird rechnen können. Aew-BvrK, 1. Januar. Die Einwanderungsbill ist vom Senat mit der Analphabetenklausel angenommen worden. Man hofft, daß Präsident Wilson wie s. Zt. Taft sein Veto einlegen wird. Personalien. Leipzig, 14. Januar. Der Krieg fordert so unendlich viele Opfer, daß es nicht angebracht erscheint, eines Einzelnen besondere Erwähnung zu tun- und doch dürfte es für die Allgemeinheit von besonderem Interesse sein, daß der Krieg im Westen ein junges Menschenleben öahingerafft hat, über dessen Verlust ein großer Kreis von Leidtragenden sich nicht beruhigen kann. Dr. Simon Buslik war der Sohn religiöser russischer Eltern, mit denen er im Jahre 1891 als zweijähriger Knabe aus Rußland nach Leipzig zog. In Deutschland erzogen, hat er sein Adoptivvaterland mit innigerer und stürmischerer Liebe in sein Herz geschloffen, als man es selbst beim Durchschnitt der Angestammten zu finden gewöhnt ist. Kaum war der Krieg erklärt, da stand fein Entschluß fest, unter die Fahnen zu eilen, wenn nicht als Arzt, dann als gemeiner Soldat. Seine Freunde, die ihm seine temperamentvolle Begeisterung anmerkten, versuchten auf ihn, den ungewöhnlichen begabten Menschen, der schon aus dem Gymnasium die Blicke seiner Lehrer auf sich gerichtet, und auf der Universität einen Erfolg nach dem anderen errungen hatte, einzuwirken, daß er einen ihm am hiesigen Lazarett angebotenen Posten annehme, aber er setzte ihren Vorschlägen entschiedenen Widerstand entgegen. „Mögen Familienväter", so war seine Antwort, „in geschützter Position dem Vaterlande dienen, ein junger Mensch darf Tod und Gefahr nicht scheuen". Uud so har er denn seine Hingebung mit dem Tode besiegelt. Ein prachtvoller Mensch und Jude und eine Zierde der medizinischen Wissenschaft ist mit ihm dahingegangen. n"aaun. Gailinge» 12. Januar. Am 8. d. Mts. starb hier der in weiten Kreisen bekannte Vorsteher Herr Ludwig Rothschild. Welcher Beliebtheit und welch großen Bekanntenkreises er sich erfreute, zeigte der ihm zur letzten Ruhestätte begleitende Trauerzug. Die Leichenfeier wurde unter zahlreichster Beteiligung von nah und fern in der Synagoge abgehalten. Hier sprach Herr Bezirksrabbiner Dr. Spitz von dem überaus segensreichen, vielseitigen Wirken des Verstorbenen. Der Vertreter des Synagogenrates hob die großen Verdienste um die Gemeinde hervor, der Vorstand des Landesasyls Friedrichsheim dankte für die Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied, und Bürgermeister Auer betonte die Verdienste um Gemeinde und Bürger. Zuletzt sprach der Vorstand des KriegervereinS und dankte dem Verstorbenen, der zu den Mitbegründern deS Kriegervereins gehörte und chm auch lange Jahre präftdtene, für sein stetes reges Jnrereffe für den Verein. Dann bewegte sich der Zug zum Friedhof, wo dem Veteran von 1870—71 eine dreifache Salve zum Abschied über das Grab tönte. No. 4 Sette 6 Auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens hatt^ sich der seltene Mann betätigt. Er war daher weit über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus bekannt und geachtet. .Y'sittn. Frankenberg, H-N., 10. Januar. Die Besetzung der hiesigen israel. Lehrer- und Borsängerstelle ist durch den Herrn Lehrer F. Stern, seither an der Privatelementarschule zu Bolkmarsen, auf Wunsch der hiesigen Synagogen-Gemeinde durch Königl. Regierung zu Cassel bestätigt worden. - Letzten Dienstag wurde Herr Stern durch den Kreisschulinspektor Herrn Pfarrer Koch dahier in sein Amt eingeführt. Andern Tags, Mittwoch, übertrug Provinzialrabbiner Dr. Munk, —Marburg, den Religionsunterricht, welcher seit Pfingsten v. I. ausgesetzt gewesen, während die Kinder am Elementarunterricht in der christlichen, evangelischen Stadtschule teilgenommen, in Gegenwart sämtlicher Religionsschuler an Herrn Stern. Beim Abend - gottesdienst am selben Tage wurde Herr Stern als Vorsänger vor versammelter Gemeinde eingeführt. Scheinfeld i. Bayern, 19. Januar. Am Sonntag, den 10. Januar wurde hier Frau Vabette Rosenb a u m Ww. im Alter von 84 Jahren zur letzten Ruhe bestattet. Mit ihr ist eine nm in des Wortes wahrster und edelster Bedeutung dahingegangen. AuS altehrwürdigem frommem Hause — sie war eine geborene Fechenbach aus Megentheim — stammend, hat sie im Vereine mit ihrem gleichgesinnten Gatten ein echt jüdisches Haus begründet. Früh verwittwet, hat die Verblichene mit seltener Hingabe und Pflichttreue ihre Kinder in echt jüdischem Geiste erzogen und alle Schicksalsschläge, welche sie durch den Verlust ihres Mannes sowie herrlicher Kinder und Schwiegersöhne erlitten, in ihrer unbegrenzten Gottesfurcht mit der größten Geduld und Ergebenheit ertragen. Ihre bescheidenen Räume Waren durchstrahlt vom Glanz himmlrcher Glück- Für den ReNameteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschließlich Sache der Loser,, die i« Reklanreteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Ware« oder sonstiger Angabe« rekigionSgesetzliche» EharakterS auf ihre Auverlasssgckett z« prüfen. _ Kaiser Friedrich Quoll« — Offenbaeh a. M. — Gegen Gleht and Rheumatismus bewährt. Alleiniger General-Vertreter: Friedrich Stalu, Frankfurt a. M., GftnthersbnrgaUee 87. Tel.259 n. 714 Iamiliennachrichten. Geburten. Einen Sohn.' Zahnarzt Mendel Bamberger (Printer), Bad Kissingen. Barmizwoh-Feier. Sieaftied, Sohn des Herrn Lehrer Bamberger. — Moritz, Sohn des Herrn Ferd, Glückstein, Kitzingen i. Bayern. Telegramm-Adresse: Nesop Franktmtmala. Telephon: Nr. 83. Acht Hansa. Spezialhaus für Silberwaren Modellier* n. Ciselierwerkstätte Lflzorn: Posen vor. Hoflieferant Frankfurt a. M. Berlin V. Steinweg 12. Unter den Linden 5. Künstlerisch ansgeführte Kultusgegenstände. Ez Chajim, Tassf Jad, Ner-Tomid, Cbannkalampen etc. mi Man verlange gratis und franco Zusendung meines neuen Mnsterbeftes, das eine reichhaltige Auswahl in allen Preislagen enthält Sabbat-Anfang u. Ausgang. «2 rav OUT. Anfang Datum AuSgan Ttijr jMin. IMrlMin. ISIS! 8075 23. 8. Frankfurt a. M. 4 40 Januar Schebat 5 55 Berlin .... — — — — München . . . 4 30 3 43 Stratzburg . . 5 — 6 — Stuttgart. . . — — — — Pose» .... — — — — Nüntberg. . . 4 43 6 40 Hamburg. . . — — — — m iiinrän

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