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Der Israelit · 1915-01-14 · Heft 3 (14.1.1915) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 3 (14.1.1915)
Date
1915-01-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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14. Januar 1915 Der J-raeLtt. No. 3 Sette 5 Ungar«. 6sli?illlie Flüchtlinge in Ungarn- Budapest, 10. Januar. Am 2. d. Mts. fand liier im Gemeindehause der israelitischen Kultusgemeinde eine denkwürdige Sitzung statt. Zwecks einer gemeinsamen Hilfsaktion der beiden Kanzleien für die infolge des Krieges aus Galizen geflüchteten Juden. Nachdem Herr Joseph Vsszi mitgetetlt, daß für die Flüchtlinge aus den ungarischen Gebietsteilen eine gesonderte jüdische Hilfsaktion nicht nötig sei, weil die ungarische Regierung es für ihre eigene Pflicht und für ihr ausschließliches Recht hält, für diese aus Staatsmitteln zu sorgen, wurde beschlossen, die zu beginnende Hilfsaktion auf die fremden Flüchtlinge zu beschränken. Auch für diese stellt die ungarische Regierung eine tägliche Unterstützung von Kr. 1.17 pro Kopf dem Komitee zur Verfügung. Es wurde sodann' ein Komitee von 8 Mitgliedern gewählt, in das jede Partei 4 Mitglieder und die Regierung ebenfalls ein Mitglied entsendet. Vonseiten der Orthodoxie wurden in das Komitee delegiert: die Herren Abraham Freudiger, Leopold Freudiger, Dr. Jacob Schächter und Dr. Julius Rakonitz, vonsetten der Neologie die Herren Joseph Bvszi, Baron Adolf Ko.hner, Hofrat Franz Szskely und Arnold Kohn. itaftlcmfr. 3u0enfaufen- Petersburg, 29. Dezbr. (indirekt) Der russische Senat hat, wie die „Rjetsch", unter dem 10. ds. Mts. berichtete, mit Bezug auf zahlreiche Judentaufen des lutherischen Pastors Pyrrha in Helsingfors dahin entschieden, das getaufte russische Juden damit noch nicht die bürgerlichen Rechte der Christen erhalten. Der Senat steht auf dem Standpunkt, daß die Juden sich durch die Taufe nur die bürgerlichen Rechte wie z. B. die Freizügigkeit verschaffen wollen. Personalien. Wien, 4. Jan. In Tar nopol hat sich, wie erst jetzt bekannt wird, am ersten Tage der russischen Invasion ein furchtbar ti agische Fall ereignet. Als die Russen in die Stadt einmarschierten, eröffneten sie wider alles Völkerrecht und trotz der Versicherung des Kommandeurs, die Stadt zu schonen, ein derartig mörderisches Feuer auf die innere Stadt, daß in manchen Strahen ein wahrer Kugelregen herniedersauste. Bier Zivilpersonen wurden dabei getötetdarunter fiel — als Opfer auf dem Altäre seines Vaterlandes — der bekannte Gemeinderat und Repräsentant der Tarnopoler israelitischen Kultusgemeinde, Herr Moses Rappaport. Mit ihm ist einer der populärsten und markantesten Persönlichkeiten der dortigen Gemeinde dahingegangen. Herr Moses Rappaport, der ein Alter von 57 Jahren erreicht hat, entstammte einer hochangesehenen galizischen Gelehrtenfamilieer war der einzige Sohn des Rabbiners Rubin Rappaport ^7 in Tarnopol und ein Nachkomme des weltberühmten Lemberger Oberrabbiners Cha m Kohen Rappaport. Ein Mann voll inniger Religiosität und reich an jüdischem Wissen, hat er frühzeitig all seine geistigen und physischen Kräfte in den Dienst seiner Vaterstadt, vornehmlich aber der dortigen israelitischen Kultusgemeinde, gestellt. Nahezu achtundzwanzig Jahre gehörte er dem Gemeinderate an und ein volles Bierteljahrhundert wirkte er in aufopfernder, uneigennützigster Weise als Repräsentant der Kultusgemeinde. Er war ferner Vorstandsmitglied vieler humanitärer Vereine, Mitbegründer des jüdischen Handwerkervereins „Jad Charuzim", Kurator der jüdischen Perl-Schule, Zensor und Ausschußmitglied der städtischen Sparkaffe rc. Ueberall hat der teure Verblichene tatkräftig mitgewirkt urd sich um den Fortschritt und das Gedeihen der Gemeinde-Institutionen hervorragende Verdienste erworben. Er war ein eifriger Anhänger der Agud aS Jisroel-Bewegung in Galizien, präsidierte bei der ersten Gründungsversammlung der Tarnopoler Ortsgruppe und gehörte ihrem leitenden Komitee an. Wiewohl mit irdischen Gütern nur wenig gesegnet, war er dennoch, im vollsten und schönsten Sinne dieses Wortes, ein Vater der Armen und half, wo er nur helfen konnte. Er hinterlätzt eine Wittwe und drei Töchter. p»ist *öt. Kaiser Friedrich Quelle — Offenbaeh a. M. — Gegen Gicht and Rheumatismus bewährt AJJeiniger Genera] - Vertreter: Friedrieh Stelu, Frankfurt a. M., GOnthersbnrg&llee 87. Tel. 259a. 714 °o)ch/äfz/rnmer- Einrichtunger? B efferrfa brik - B eff- HEis ch e. O ßfefcfcns fresse (0. Q Seorgay/nendfuf'S'cf}/. Familiennachrichten. Geburten Einen Sohn: Rastatt Erlanger (Wolfs), Luzern. — David Scheibe! (Ettlinger), Hamburg. — Eine Tochter: Lazarus Schloß (Gugge nheim), Luzern. Sabbat-Anfang ». Ausgang. 0 R Ti Anfang Datum Ausgang lUhrkMin. 19151 5675 Uhr jMin. >16. 1. Jfrankfurt a. M. 4 30 Januar Schebat 5 45 Berlin .... — — — — München . . . 4 40 5 81 Straßchnrg . . 4 45 5 50 Stuttgart. . . — — — — Posen .... — — — — Nürnberg. . . 4 40 5 30 Pnmbnrg. . - - — — — Für den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Kelterer, smart ich geprüfter vor de» Russe", geflüchteter Lehrer sucht, gestützt aus prima Zeugnisse uud Referenzen, Stellung als Lehrer oder Vertrauensstellung. Anträge suh B. 10283 an die Expedition dieses Blattes. Die Enltns-Gemeinde Limburg (t'atm) sucht per 1. April d. IS. einen seminaristisch u. musikalisch gebildeten (10265 Lehrer der zugleich Vorbeter und Schochet sein muß. Gehalt Mk. 2400.— n id ca. Mk. «00.— Rebeueinkvmmen. Die Stelle ist pensionsberechtigt. Reichsangehörige Bewerber wvll. ansftihrl. Meldung, an den Unterzeichneten richten. Der <5ultus-Vorsteher. Niclas. “SST Kaufmann (Holländer» aus guter Familie sucht ru der Pelzivareu-, Mauusakt.- o. Tuchwarenbranche Posten als Reisender, Lagerist oder Verkäufer. Spricht Deutsch, Franzos, u. Engl. In Reserenzen vorhanden. Br. früLett: D.D.B. an Nyah & v. Ditmar’s Ann.- Bnrean, Haag. (10268 Metalle, Erze Tüchtiger junger Mann, branchekundig, selbstständiger Arbeiter, sprachenkundig «.englisch und französisch) gesucht. Sonnabend frei. Offerten unter Angabe des Militärverhältnisses an A. Auerbach, Sambutg. _(10278)_ Junger mann militärfrei, In Zeug»., Hörer an der Handelshochschule bewand, in franz. engl. n. ital. Korresponö. sucht in V"') u. TOtP geschlossen. Geschäft Stelle. Offerten an die Exp. d. Bl. sub 10273. Suche per sofort einen tüchtigen Gesellen der in Metzgerei und Wurstlerei gut bewandert ist. ,10200 H. Goldschmidt Karlsruhe, Zähringerstr. 70 Ein hiesiges Engros-Kaus sucht tüchtigen (10274 Lehrling per April geg. 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