Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Leite 6 Nr. 1 Her Israeli antwortete der hiesigen Gemeinde aus ihr Huldigungsschreiben: „Für Ihre vom 1V. November datierte Zuschrift, in der Sie meiner bescheidenen Mittätigkeit um die Linderung der Not der Stadt Czernowitz gedenken, danke ich vom Herzen. Ich habe nichts als meine Pflicht erfüllt. Beten wir untertänig zum guten Gott, damit er uns seine Gnade wieder zuwende und uns die Segnungen des Friedens verleihe. Dr. Wladimir Nepta, Griech. orient. Erzbischof und Metropolit.". — Dieses Dokument wird im Archiv der orth. Gemeinde zum ewigen Gedenken an den großen edlen Kirchenfürsten aufbewahrt. Z B. A. Budapest. Für die jüdischen Kinder galizischer Flüchtlinge wurde von der hiesigen neologen Gemeinde ein besonderer Lchrkurs veranstaltet. Flüchtige Volksschul- und Gymnasiallehrer sind die Leiter. Für die Kinder aus den onin ist leider nichts vorgesehen. Budapest. Auf dem südlichen Kriegsschauplatz in Serbien wurden, wie ein Kriegskorrespondent berichtet, viele Gräber jüdischer Soldaten, die einzeln bestattet wurden, durch ein in aller Eile aus Stacheldraht geflochtenem 111 pa erkenntlich gemacht. Z.B.A. Rum Linien. Die Moskowiter in der Bukowina Bukarest, 8. Dez. Privatriochrichlen aus Czernowitz melden, daß der dortige russische Gouverneur der jüdischen Bevölkerung eine Strafe von 50000 Rubel auseilegt hat unter eem Borwand-, das; die Juden sich beim ersten russischen Ruckzuge schlecht benommen hätten. Sieben angesehene jüdische Bürger truvben als Geisel festgemomlnett. V^'ntlrnn. Wegnahme von lrchen8M tteln kür 9|ß paläfiinenfiltfien Armen öurcti 9ie €ngldn9er- Jaffa, 25. November. Ein von einer neutralen Macht ausgerüstetes Schiff, das Lebensmittel für die der Teuerung und dem Hunger preisgegebenen palästinensischen Bevölkerung nach dem heiligen Lande bringen sollte, ist im Mittelmeer von den Engländern angehalten und die Lebensmittel sind als „Kriegskonterbande" beschlagnahmt worden. Personalien. Berlin, 26. Dez. Am vergangenen Freitag Abend vwl 'B ist der Buchdruckereibesitzer Hirsch Jtzkowskh gestorben. Bor 40 Jahren errichtete er in Berlin eine kleine Buchdruckerei, die gar bald zu großer Entfaltung gelangte. Selbst ein hervorragender po^, war er in der Lage, besonders hebräische Werke in fehlerfreier Form zu liefern und schon wenige Jahre nach seiner Geschäftsgründung galt es in der Reichshauptstadt für selbstverständlich, die jüdischen Werke bei Jtzkowsky drucken zu lassen. So ist denn auch die Zahl der in seinem Offizin hergestellten Bücher eine ungeheure) nebeneinander gestellt, bilden sie eine Bibliothek von nennenswertem Umfang. Durch seine Initiative entstand die Mischnah - Uebersetzirng, von der bis jetzt 54 Lieferungen vorhanden sind. Eine größere Anzahl von Zeitschriften, wie die „Jüdische Presie", diese seit Bestehen, die Zeitschrift für hebräische Bibliographie u.s.w. werden bei Jtzkowsky gedruckt. Ferner vieie Bücher und Zeitschriften in lvipn [wh, die von russischen Verlegern trotz des höheren Preises in Berlin bestellt wurden, weil die Ausführung besser ist als in Rußland. Die jüdische Gelehrtenwelt in Berlin beklagt den Heimgang eines tüchtigen Mannes, desien fachmännischer Rat bei der Drucklegung manches jüdischen Buches wohl beachtet wurde. Hirsch Jtzkowsky führte ein streng frommes Haus Das große Ansehen, das er genoß, wird am besten durch die Tatsache illustriert, daß drei bekannte Rabbonim — einer ist ihm vor kurzem in den Tod vorausgegangen — sich mit Töchtern von ihm vermählten. Hirsch Jtzkowsky erreichte ein Alter von 80 Jahren. Sein Name wird durch die enge Verbindung mit der jüdischen Wissenschaft fortdauern und sein guter Lebenswandel wird von späteren Geschlechtern nicht vergessen werden, rrosun, Asch buch b. Bamberg, 26. Dez. Der unerbittliche Tod har leider wiederum eine schmerzlich fühlbare Lücke in die Reihen unserer Gemeinde gerissen. Nachdem vor faum 3/4 Jahren der weithin hochgeachtete langjährige und verdienstvolle Vorsteher der hiesigen Genieinde, Herr Meier Lehmann b“i, der 18 Jahre hindurch das Amt ei? o Verwaltungsmitgliebes in der Orttzgemeinde bekleidete, das Zeitliche gesegnet, folgte demselben nach kurzem Krankenlager dessen Gattin Amalie rry geb. Friedlein aus Altersheim bei Würzburg im Tode nach. In dem ergreifenden iec.i, den Herr Hauptlehrer Wechsler der selig Entschlafenen widmete, bezeichnete er dieselbe als eine wahrhaft niicm nyust ntrx, bescheidene selbstlose fromme Frau, die ein echt jüdisches Haus führte und in unermüdeter Tätigkeit für das Wohl und Beste der Ihrigen sorgte. Im harmonischen Zusammenwirken mit ihrem von hoher Lebensklugheil erfüllten für jüdische Jnteresien erglühten Gatten erstrebte die Heimgegangene als Jd^al, ihre Kinder zu braven, tüchtigen Menschen und gesetzestreuen D'iifv zu erziehen, was beiden trefflich gelungen, indem solche auch in angesehenen Lebensstellungen als treue, begeisterte Anhänger unserer heiligen uiex sich bewähren. ,T5X3n. Wien, 28. Dez. Am Mittwoch, den 6. 7Qv, verschied hier die rühmlichst bekannte Iran Bernhard Hosbauer im 59. Jahre ihres gottgeweihten Lebens, 1. Januar 1915 liesbetrauert von ihrem ebenbürtigen Gatten, Kindern und Verwandten und von einem außerordentlich großen Bekanntenkreis. Was Frau Rosalie Hofbauer auf dem Wohltätigkeitsfelde geleistet, beweist der Umstand, daß während ihrer achttägigen Krankheit lausende Männer, Frauen und Kinder für ihre Genesung beteten. Frau Hosbauer war den Armen eine zärtliche Mutter, denn sie weilte zuweilen bis spät in die Nacht bei „ihren galizischen armen Kindern" in der Ausspeiseanstalt „Einheit", die von tatkräftigen Männern, an deren Spitze ihr Gatte steht, ins Leben gerufen wurde und mit grohen Opfern erhalten wird. Die überaus große Beteiligung sämtlicher Schichten der Bevölkerung an dem Leichenbegängniffe, welches vom Hause aus statifand, beweist, welcher Verehrung und Wertschätzung sich die Verblichene als Prinzipaltn der Firma A. B. Hofbauer erfreute infolge ihrer Freundlichkeit und Charakterreinheit, ihrer Berufstüchtigkeil und ihres unermüdlichen Fleißes. An der Bahre dieser Tn rwx haben ihr Gatte und Sohn Worte des Danke» gesprochen, weil sie als Gattin und Mutter aus der Höhe ihrer Aufgabe gestanden. Würdige dhcd.i widmeten ihr Herr Rabbinatsaffesfor I. Baumgarten, in Vertretung des Schiffschulrabbtners) ferner Herr Rabbiner Moritz Flefch jStumperfchul), als Neffe, im Namen der Verwandten. Es sprachen ferner Herr Moritz Felsenburg, Vorstandsmitglied der „Einheit" und Herr Polizer im Namen des Geschästspersonals. Die ,1112p fand p”py unter zahlreicher Beteiligung aus Wien in Preßburg statt, wo Herr Rabbiner Schenk, Wien, den Schlutz-iev.i hielt. Den in kurzer eit so sehr schwer heimgesuchten Familien in Wien, erlin und Luzern wendet sich allgemeine Teilnahme zu, ob des schweren Verlustes ihres Jamilienschmuckes, wozu ihnen ,i'2p.i seine .ivm verleihen möge. Sprechsaal. Feldgottes-lenste. Die interessante Schilderung des Feldpredigers Dr. Salzberger in der lib. Monatsschrift vom Dezember d. Js. enthält auch einige Angaben über die Abhaltung des Gottesdienstes. Wir erfahren von ihm, daß er es bedauert, den Gottesdienst auf Sonntag verlegen zu müssen, weil am Sabbat die Wenigsten vom Dienst befreit werden. Er scheint dies als 71x111 iW zu betrachten und glaubt die rw rixii.i weiter ausdehnen zu müssen, auf Sonntag auch .11111.1 7>xnp zu verlegen und hierzu „3 oder 5 der Kameraden" aufznrufen. Diese Methode setzt uns bei der religiösen Stellung des Herrn Dr. Salzberger zum Judentum nicht in großes Staunen, wohl aber seine Mitteilung, daß auch Orthodoxe an diesem Gottesdienste teilnehmen. Diesen möge durch diese Zeilen mirgeieili werden, daß ein Gottesdienst mit pje und den vorgeschriebenen Gebeten gewiß auch am Sonntag am Platze ist, keineswegs aber eine Beteiligung an ,111m nxnp. B. Für den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. 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