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Der Israelit · 1894-12-31 · Heft 102 (31.12.1894) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 102 (31.12.1894)
Date
1894-12-31
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1935 fcrer Freunde imstande, den wachsenden Aufgaben mit wachsenden Mitteln begegnen und durch eine stärkere Rücklage wieder für größere Sicherheit gegen unvorhergesehene Störungen sorgen zu können. Wohl könnte hierin viel mehr geschehen, wenn alle diejenigen, bei denen man den wärmsten Anteil für die Schicksale der Schule, der sie ihre Ausbildung verdanken, voraussetzen zu dürfen glaubt, auch voll und ganz ihre Pflicht thäten; indes hat auch ohne diese die göttliche Gnade unserer Arbeit und Mühe, der Sache einen immer festeren Boden zu geben, reichen Segen verliehen. So sehen wir denn unsere Wünsche, die Schule auf feste und dauernde Grundlagen zu stellen und sie zu einer Pflanzstätte der Bildung von hoher Bedeutung für unsere Glaubensgemeinschaft zu erheben, sich stetiger Erfüllung nähern. Möchte auch in Zukunft, nachdem die Zeit des schwersten Kampfes und der Mühen glücklich vorüber ist, der Elfer für die gute Sache nicht erlahmen! Das Schuljahr begann am 11. Oktober 1893 und schloß mit dem 18. September 1894. Der Unterricht konnte während dieser Zeit ohne nennenswerthe Störung regelmäßig fortgeführt werden. Die Schale wurde von 45 Schülern besucht. Mit Schluß des Schuljahres traten ein Zögling in das kgl. Schullehrerseminar zu Schwabach, 2 in die Israel. Lehrerbildungsanstalt zu Würzburg und 2 in das israel. Lehrerseminar zu Cöln a. Rh. über. Einnahmen und Ausgaben beziffern den Betrag von M. 15159. Von der Aufgabe, deren) Erfüllung uns als hohes und heiliges Ziel vorschwebt, ist ein großer Teil in die Hände der isral. Reltgions- und Volksschullehrer gelegt. Sie haben die Kinder, die sie auf unsere Schule bringen wollen, in der Richtung des Denkens und Wollens zu erziehen, in welcher sie hier befestigt werden sollen. Auch in Bezug auf die religiöse und allgemeine Vorbildung müßte schon in der Volksschule mehr geschehen, wenn darauf mit Erfolg weitergebaut werden soll. Insbesondere möchten wir den Wunsch hervorheben, beim hebräischen Lese- und Uebersetzungsunterricht auf lautrichtige Betonung zu dringen. Der Lehrer der Fortbildungsschule findet hier große Mühe, eingewurzelte Fehler zu beseitigen. Wie selten trifft man auf ein Kind, welches das ihm geläufige Wort Thora richtig mit dem Ton auf ultima liest. Lautrichtiges Lesen kann aber ohne zu weit gehenden grammatischen Unterricht durch einige Uebung und Aufmerksamkeit leicht erzielt werden, zumal in den neuern Th'fillahausgaben die Tonstelle bei jedem Wort angemerkt ist. Ferner möchten wir wünschen, daß die Berufswahl der Kinder nur unter voller Berücksichtigung ihrer Neigung und Befähigung erfolge. Denn in nutzlosen Anstrengungen muß sich die größte Tbatkraft da erschöpfen, wo die inneren und äußeren Bedingungen des Erfolgs fehlen. Diese Bedingungen sind für uns aber nur in einer gründlichen Vorbildung auf der Volksschule und in dem redlichen, zielbewußten Streben der Unterrichtsbedürftigen gegeben. Finden diese Winke gebührende Beachtung und erhalten wir in der oben darqelegten Art vorgebildete Schüler, dann steht zu hoffen, daß der Schule, wenn sie auf dem ihr vorgezeichneten Weg ihre Arbeit fortsetzen wird, das Wohlwollen der kgl. Regierung und die Theilnahme ihrer Freunde auch ferner erhalten bleibt. Stadt Leugsfeld. idv6 -jVn 3pj/n Am 24. December (26. Ktslev) verstarb hier im Alter von nahezu 83 Jahren der emsr. Religionslehrer Jacob Salzer, Vater unseres verehrten Herrn Landrabbiners Dr. Salzer '"3. Der Verblichene hat 47 Jahre lang in Ermershausen (Bayern) als Kultusbeamter gewirkt und in reichem Maße nniOp min -Mn ni^'väi ausgeübt und so konnte es nicht fehlen, baß ihm für seine Thätigkeit die Liebe und Anerkennung feiner Gemeinde zu Theil wurde. Auch im hiesigen Orte, wo er im Hause des Sohnes die Zeit seines Ruhestandes verbrachte, gewann sich der jugendliche Greis gar bald die Herzen aller, die ihm nahe standen. Zu seiner heute erfolgten Bestattung hatten sich viele Freunde und Kollegen aus der Umgegend eingefunden, um dem geschätzten Toten die letzte Ehre zu erweisen; auch waren viele christliche Bekannte, darunter der Pharrer des Ortes und der Rektor der Schule, dem Leichenbegängnisse gefolgt. Tief ergriffen hielt Herr Landrabbiner Dr. Salzer dem geliebten Vater die Gedächtnisrede und dankte dem Dahingeschiedenen für die gute Erziehung, die er seinen Kindern habe angedeihen lassen, so daß sie alle, unter ihnen auch 2 in Amerika lebende Söhne als gesetzestreue Israeliten das Erbe des Vaters heilig halten. So kann auch auf den Verschiedenen das Wort der Schrift vom Erzvater Jakob Anwendung finden: B.-T3N upj/’ nn Tim „Der Geist ihres Vaters Jacob lebt fort in seinen Kindern!" w. B aumgart. Oesterr.Ungar. Monarchie. Budapest. (Baron Moritz Hirsch für die Armen Ungarns.) In dem Berichte, welchen der Cultus- und Unterrtchtsminister über den Stand des Unterrichtswesens während des Schuljahres 1893/94 dem Reichstage vorgelegt hat, findet sich auf Seite 16 folgender Paffus: „Der Pariser Einwohner Baron Moritz Hirsch hat für culturelle Zwecke Ungarns, für deffen Arme und für die durch Elementarschäden betroffenen Einwohner im

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