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Der Israelit · 1894-12-31 · Heft 102 (31.12.1894) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 102 (31.12.1894)
Date
1894-12-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1934 Söhne Jakob's eS vermeiden sollen, durch ihr Geschäft den Neid der Völker, mit denen sie verkehren, zu erwecken. Der zweite Theil'"rn's sängt mit den Worten: 'nyrv cnn« -bei an. Was "'m hier sagt, erwähnt nwoin z. St.: » moa vn — Ist es nicht auffallend, daß '"an nicht den wo erwähnt, indem niBDin doch den vn» als Quelle für seine Erklärung angiebt? Wir antworten darauf: Nicht in unseren gewöhnlichen D'temD wird der Text lMinn nöb so gedeutet, wie "vn und nwvin ausführen, sondern dieser Brno befindet sich in ’pn in:. Zu "vn's Zeiten war das mn-Buck nur theilweife und traditionell bekannt, tri hatte diese Erklärung nur durch Ueberlieferuug onn« »bd. Die Worte nnna iivb «mv, welche auch niDDin nicht erwähnen, scheinen später hinzugeschrieben worden zu sein; der Text ''rY$ soll lauten: .ajna yvina vnn not? ’nynr onn« ’ddi Zum Verftändniß dieser "vn-Stelle müssen wir den nnn-Text lesen. )’D-in «bn pa i«*mn nob vnb apy ivrr'i .«yap y»n^> in'bn paua pyna ,,«b«" Weßhalb sagte Jakob zu seinen Söhnen: nob i«nnn, warum erscheint Ihr im allgemeinen Trubel? Er räth ihnen demnach, sich nicht in die LXffentlichkeit zu begeben, damit sie später selbst nicht als hungrige Leute, als Männer, welche nicht im Stande sind, sich zu sättigen, erscheinen. R. Chiskija — so fährt irm fort — sagt: Der Rath, der hier erlheilt wird, ist ein sehr guter. Wenn irgendwo ein allgemeines Leiden ausgcbrochen ist, soll man sich nicht auf der Straße zeigen, damit man nicht durch eigene Schuld hineingezogen werde, das bedeutet dieses wann ncb. Dieser tenno lehrt, daß der Anblick des Trauernden und Leidenden niederdrückend, deprimirend auf den Beschauer wirkt. Jacob duldete nicht, daß seine Söhne ihre Produkte den Hungrigen im Lande feil bieten, auf daß sie selbst nicht yviro ayna schwach durch den Entsetzen erregenden Anblick des Hungers, den andere leiden, werden um so weniger als, wie im vorigen Texte erwähnt: . rpv nawb nonso 1x2 Dyn bai In Egypten war doch Gelegenheit geboten, dort zu verkaufen. Wir haben jetzt noch das Beispiel von >"tn zu erklären, indem '"m sagt: am 0:1 nnai ib noni Mir. Es ist nicht denkbar, daß ’"ten auf die Wurzelgleichheit von nna und uonn Hinweisen will, denn sonst hätte '"m den Text aus der nun gewählt: .rwasn n« nnn niBD iyob ’"m will nach unserer Meinung erzählen, daß schon Salomo in seinen Sprüchen darauf hinweist, wie sehr der Anblick Armer auf den Beschauer Eindruck macht. Das »in Di im 'bwv-Text lenkt darauf hin. Der Vers in 'bs^o lautet nämlich: . «nv «in Di nm ivnn nana re« Dieses «in Di hängt mit dem Anfang des Verses zusammen, die nana psi soll erst selbst wohlgenährt sein, dann erst wird sie auf andere einwtrken können. Der Anblick Hungriger entwirft ein trauriges Bild, während der Anblick glücklicher Menschen einen glücklichen Eindruck hervorruft. Frankfurt a. M., Kislev 5655. Liepman Philip Prins. Zeitungsnachrichten und Correspoudeuzen. Deutschland. Mainz, 16. Dez. Die hiesigen „Neuest. Nachr." behaupten folgendes: Ein Reichstagsabgeordneter kaufte sich auf der Reise von Frankfurt a. M. nach Berlin auf allen größeren Bahnstationen je ein Butterbrod, ohne es zu essen. Er kam mit einer Sammlung von 23 Butterbroden in Berlin an, die er in dem Institut zur Untersuchung von Lebensmitteln zur Untersuchung auf Margarine abgab; es wurde hier festgestellt: daß von den 23 Bahnhofsbrödchen nicht weniger als 17 mit Margarine gestrichen waren! Berlin, 16. Dezember. In Lodz sind infolge der Cholera-Epidemie 600 israelitische Waisen elternlos zurückgeblieben, für welche seitens der dortigen jüdischen Gemeinde ein Asyl gebaut wird. Burgpreppach, 28. Dez. Dem soeben zur Ausgabe gelangenden Jahresbericht über die Israel. Präparandenschule „Talmud- Thora" für das Schulrahr 1893/94 erstattet vom Vorstande derselben, Herrn Distrtckts Rabhiner^Dr. Deutsch entnehmen wir: Der Rückblick auf die Ergebnisse unserer Thätigkeit im abgelaufenen Schuljahre 1893/94 ist wieder geeignet, die Freunde und Gönner unserer Sache mit hoher Befriedigung zu erfüllen. Nach verschiedenen Richtungen hin hat die Schule wieder wesentliche Fortschritte und Erfolge aufzuweisen. Der Unterrichtsbetrieb hat neben der inneren Entwickelung auch äußerlich eine festere Gestaltung erlangt und sich auf der Höhe des in den gleichartigen staatlichen Anstalten gepflegten erhalten, was die Bemerkungen h. kgl. Regierung im JnspektionSprotokoll, welches auf Grund der am 8. November 1893 durch den kgl. Kreisschulinfprktor Herrn Dr. Adalb. Weber vorgenommenen allsettigen Einsichtnahme ergangen ist, bekunden. Und was die materielle Grundlage der Schule betrifft, so waren wir durch die zahlreichen Zuwendungen aus dem Kreise un-

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