Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 102 (31.12.1894)
- Date
- 1894-12-31
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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f XXXT. Jahrgang. Beilage zu M 102 des „Israelis. Leitender Artikel. Schwierige Hlaschi-SleLen. f Uebersetzungen haben in der Regel den Fehler, "daß in denselben sich der Geist des Originals nicht getreu wiederspiegelt. Kommt es bei Uebersetzung profaner Schriften schon vor, daß ihnen die Wärme der Urschrift fehlt, um wie viel mehr ist dieses bet Übertragung der heiligen Bücher in eine andere Sprache der Fall. Jeder Buchstabe, jedes Zeichen in nmpn mm ist heilig und bedeutungsvoll. Nur in der Ursprache können wir uns ein Bild ihrer Bedeutung schaffen, die Uebersetzung dagegen läßt uns oft nur den allgemeinen Werth schätzen. Dieser geringere Werth einer Bibelübersetzung oder mit anderen Worten die Furcht, daß eine Bibelübersetzung den Werth des Btbeltextes schmälern könnte, veranlaßte unsere Weisen, einen Fast- und Beitag für den Tag einzusetzen, an dem dte Alexandrinische mm-Uebersetzung erschien roia hs üinnrb r6o» nrvn da in der Uebersetzung der Text nicht genügend wiedergegeben werden kann. Deßgleichen ist dieses der Fall mit der Uebersetzung der traditionellen Schriften und Commentare der Bibel. Liest mau die Uebersetzungen von so fragt man unwillkürlich, wie ist es möglich, daß die Erklärungen von >"&n, die sich so leicht lesen, solch einen liefen Sinn haben, daß sie in anderer Sprache kaum richtig wiedergegeben werden können? Die Anleitung zu diesem Aufsatz, von dem wir Fortsetzungen zu liefern hoffen, gab uns eine Frage in einer holländischen Zeitschrift irnr«, veröffentlicht von dem Bunde der Niederländischen Lehrer: „Wie hat man '"vi's Erklärung zu dem Text: Genesis XLII. 1. zu verstehen" — Der erwähnte -Text lautet: 'jai 'ja ’jsa üDosy i»in nob i>nnn noV car6 nm yiy rw nn*w ca-yaff onN wy )ne6 ’njio» ca'in« ’bdi (•» rrjyn) runan «in dj nnttt b nom . ayia D'Bnria i'nn no!?M nrna . («*' 'VffD) Nil* So viele "«^-Erklärer, so verschieden sind die Ansichten derselben, was '"rn uns mit diesen Worten sagen will. Die meisten nehmen an. daß '"tn das Wort „imnn" in der i>yvrm-Form erklären will. Einige behaupten, daß das Beispiel aus bvzs mehr zu der^erften Erklärung paßt u. s. w. Der Meinungen sind so viele und so verschiedene, daß wir es wohl wagen dürfen, eine eigene Meinung einzufügen. Wir führen zunächst drei Bibelverse an, den, worauf die obige "rn Erklärung sich bezieht, den vorhergehenden und nachfolgenden Bers: ppv nonxD ma p«n ^ai G. 41, 57: .pm baa apn pm »d idki onsoa iao itr »3 apy» "nt?„ 42, 1: .imnn nob vaab apy lar '3 "myD»„ rm G. 42 2: .nrna nw nwa ub naw ne«' vn o^sea Bei genauerem Eingehen in den Text dieser Verse wird man zu der Ansicht gelangen, daß Vers 42. 1 in keinerlei Verbindung mit Vers 2 steht. Mit Vers 2 fängt die Geschichte der Reise nach Egypten an und wird mit dt.m Worte „idni" eingeleitet. Würden beide in einem Zusammenhang stehen, so wäre das Wort idni über flüssig. nti in Vers 1 (ein unmittelbares Bemerken) myatp in Vers 2 (ein Hinweis auf frühere Zeit) zeigen schon, daß zwischen dem Inhalt beider Texte ein längerer Zeitraum liegt. Vers 1 ist ein vollständig selbstständiger vom früheren und nachfolgenden unabhängiger Vers und '"»-3 sucht die Frage, was uns dieser Text lehrt, zu beantworten. Die Familien Jakob's und seine Söhne haben, als das iNinn nob vom Vater gesprochen wurde, noch Vorrath .-war, Dnb m nyv misj. Die Söhne Jakob's trieben Landbau und Viehzucht und brachten ihre Waaren in Kenaan zu Markt. Aber gerade das vorhandene Getreide beängstigte unseren Erzvater. Er wußte, was Neid vermag. Der Neid der Philister war Ursache, daß schon sein Vater Jsaoc zu leiden hatte, deßhalb sagte er zu seinen Söhnen: norm ncb, wozu wollt Ihr Euch mit Euren Produkten auf den hiesigen Märkten zeigen: »sto wy ’jea Nb D'yaty DnNP üddjjj/ wm bn .033 INJpn' «btt '13 bsifotcr Kommt Ihr dorthin und zeiget, daß Ihr satt seit, daß Ihr Euren Vorrat feilbieten könnt, so werdet Ihr den Neid der Nachbaren erregen. Habet keine Furcht, daß Ihr durch Euer Fortbleiben Theuerung verursachen und den Haß der Bevölkerung wachrufen werdet, o^foa iao v' »3, in Egypten ist doch jetzt ein Markt eröffnet. Jn-ri soll es nicht heißen D'yaff onx lVto, sondern Q’yatp don», wie die erwähnte Stelle im Talmud rvayn 10 b und glauben wir, daß der eiste Theil "bd richtig zu verstehen ist. Der Text lehrt uns, daß die