Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 100 (24.12.1894)
- Date
- 1894-12-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1884 Zeit eine allgemeine Verschmelzung zwischen Juden und Heiden forderte, so traten sie diesem Ansinnen schärfer als sonst entgegen ym rvrvon by wn n?j DWÖI *"3*0 DlffD Dieses eine Beispiel genügt, um uns die Art und Weise zu veranschaulichen, in welchem Geiste die Kämpfe getragen waren, welche die Hasmonäer für die gefährdete Gottkssache gegen ihre eigenen Volksgenossen kämpften. Wenn z. B. in ihrer Zeit die Heiligkeit des Sabbat im Kurs gesunken war, weil man von oben herab eine Prämie auf seine Entweihung gesetzt hatte, so haben sie gewiß ihren .ganzen Einfluß aufgeboten, nicht um neue onnn, sondern um neue b'tid'n für den nap zu finden. Und diese Kampfesweise, die gerade in schweren Zeiten härtester Bedränguiß von mattherziger Nachgiebigkeit am wenigsten weiß, die ibbti nytta, zu Zeiten allgemeiner Religionsverfolgung lieber in den Tod geht als sich eine andere Farbe für ihre Schuh rtemen aufzwtngen läßt, sie ist es, die zu allen Zeiten bis in die Gegenwart die Norm für alle diejenige geblieben ist, denen Zeit und Geschick einen gleichen Kampf beschteden. Je mehr sich daher das Häuflein derjenigen lichtet, in welchem ein Hauch von dem Ahnengeist der Hasmonäer lebt, um so inniger ringt sich der Dank für die Kämpfe zu Gott empor, die jener großen Zeit beschieden waren. Nur mit der Losung, welche aus ihnen durch die Jahrtausende klingt, werden auch wir siegreich aus diesen Kämpfen hervorgehen. rmrwn, der volle Einsatz von Gut und Blut, von Geist und Gewüth, kurz unserer ganzen Persönlichkeit überwindet nicht nur jede risiv, jeden Bruch und jedes Weh der Zeit, er überwindet selbst den Tod. Und wenn alles abgestorben, wenn alles ohne Empfindung und Verständniß für die Zwecke und Ziele dahin lebte, welche doch nur die glühende Begeisterung alles zu erreichen und zu erhalten vermag, die heldenmüthige Hingabe an Gottes von allen aufgegebene Sache hätte die Kraft, selbst die Abgestorbenen für das Leben wiederzugewinnen. p’X D*non — rvinnffn nao ban pnsr ivr-r .(io 's nai rvrtna ttmo) mnntfn rroia x!?n yn Unter diesem Gesichtspunkt sind die den nwm D’DJ nicht nur ebenbürtig, sondern sie überragen sie noch an Bedeutsamkeit. Für die rmnnttci sür das rBn rn’Do, die Dreingabe unserer ganzen Persönlichkeit, welche diese Kämpfe erfordern, sind uns lediglich die Wunder gewährt worden. Wenn wir in diesen Tagen bitten, daß uns Gott die Wunder erweisen möge, wie er sie den Vätern erwiesen, so müssen wir auch die Kämpfe hinnehmen, dankbar hinnehmen, wie. .sie die Väter Hinnahmen. *61 pH vm nd’j ir6 »»mnt>n DOir«n o» >ko n»np« viDDp m ’NDp?ndo )nb «pvnnn .orn nmpN ptPBJ pnoo vb p« cwn Es giebt keine Nissim ohne Mesiras Hanefesch. Deßhalb folgt unserem Dank für die d’di, der Dank für die mvröv. Erst der Dank für die uns beschiedenen Kämpfe, machte uns, macht uns der Wunder würdig, . nm pn onn wv'2 Zeitungsnachrichten «ud Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., 20. Dez. (Kaiser Wilhelm und Freifrau Carl v. Rothschild.) Ein schöner Zug aus dem Lcben der jüngst verstorbenen Freifrau Carl v. Rothschild ist uns in dem nachfolgenden Briefwechsel erhalten, der aus dem Anfänge des Jahres 1890, einer Zeit antisemitischer Hochfluth, stammt. Wir erkennen daraus, wie die edle Frau nicht nur für dal Wohl und Wehe Einzelner oder kleinerer Kreise, sondern auch für die vitalen Interessen großer Gesammtheiten dte regste Theilnahme hegte und dieselbe ebenso klar wie beredt zu vertreten verstand. Mit großer Genugthnung wird sie daher auch die bedeutsame Antwort begrübt haben, welche ihrer warmherzigen Fürsprache zu Theil geworden ist. i. Freifrau v. Rothschild an Kaiser Wilhelm II. (Aus dem Englischen übertragen.) 29. März 1890. Darf eine völlig Fremde Verzeihung hoffen, wenn sie es wagt, Ew. Kaiserlichen Majestät in einer Angelegenheit, die ihr sehr am Herzen liegt, zu nahend Es ermuthigt mich dazu der Gedanke, daß mein seliger Gatte, Baron Carl v. Rothschild viele Jahre lang durch dte Freundschaft und das Vertrauen des hochverehrten Großvaters Ew. K. Majestät ausgezeichnet worden, und daß ich selbst, während eines Zeitraums von 20 Jahren, zahlreich Beweise gnädigster Zuneigung von Seiten der Kaiserin Augusta empfangen habe, deren Andenken mir stets theuer bleiben wird. Ew. Kais. Majestät haben jüngst eine so erhabene Vorurteilslosigkeit, tiefes Mirgefühl für die Armen und Bedrückten, so viel Fürsorge, Scharfblick und Festigkeit bekundet, daß es die tiefste Bewunderung erregen, die freudigsten Erwartungen nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa erwecken muß. So darf auch ich denn hoffen, den Gerechtigkeitssinn Ew. K. Maj. nicht vergebens anzurufen, wenn ich Sie beschwöre, die Lage Ihrer jüdischen U iterthanen in gnädige Erwägung ziehen und hierbei fremdem Vorurtheil und Uebelwollen keinen Einfluß gestatten zu wollen.