Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 100 (24.12.1894)
- Date
- 1894-12-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1883 für geboten erachtet, und angeordnet, daß jeder, vor diesem einstigen Risse sich niederwerfend ihn mit seinem ganzen Ich decke. 2t? pn rnsns m dtisü " nm jiid ijdd . nnnnffn y» mm wx\ oivm vnn p »d^d dw Das war die Signatur der Kämpfe, welche der gotttreue hasmonätsche Heldensinn gegen die Verblendung und den Leichtsinn in den eigenen Rethen kämpfte. Das war die Losung, mit welcher sie die Schäden und Brüche heilten, welche der äußere Feind Volk und Heiltgthum zugefügt hatten und an welchen nun die innere Reinheit und Heiligkeit des Volkes krankte: rrnnntyn nme bo by „Je größer der Bruch desto größer die Hingebung der ganzen Persönlichkeit, um ihn zu decken!" Wie viele, wie wenige von denjenigen, welche in diesen Ehanukahtagen das Heldenthum der Makkabäer in gereimtem und ungereimtem Pathos feiern, sind bereit diese Hasmonäerweise zu unterschreiben und sie gar zu der ihrigen zu machen! Sie begeistern sich für das vollendete Gegentheil und bekunden sich damit von dem Geiste genährt und der Halbheit durchdrungen, welchem eben der Kampf der Hasmonäer galt. Sie glauben oder geben zu glauben vor, gerade in einem pr© nn, in einer Zeit, in welche das uns umfluthende Leben, so klaffende Breschen gerissen hat, könne und dürfe man nicht so voll und entschieden sich mit Hingebung seiner ganzen Persönlichkeit in den Bruch werfen, wenn man nicht Gefahr laufen wolle, von der Brandung, welche die Dämme zerrissen hat, überfluthet zu werden. In einer solchen Zttt müsse man laviren und balanciren und sich mit demjenigen glücklich schätzen, was aus der Sturmfluth gerettet werden kann. Und diese Compromißsucht, dieses Fraternisiren und Coquettiren mit allen uns bedrohenden Elementen hat in dem Grade Schule gemacht, daß diejenigen, welche den hehren Heldengeist der Hasmonäer und ihre Kämpfe aus der grauen Vergangenheit in die frisch pulsirende Gegenwart rufen, sich vereinsamt fühlen und kein Verständniß, ja kaum einen Wiederhall für diesen Ruf in den Geistern und Gemüthern der jüdischen Zeitgenossen finden! Deshalb ist es in einer solchen Zeit mehr als sonst geboten, aus den Kämpfen und Stegen einer mehr als zwei Jahrtausende hinter uns liegenden Vergangenheit, den Muth und die Einsicht, die Hingebung und Selbstverleugnung zu schöpfen, die wir für dieselben Kämpfe in demselben Maaße bedürfen. Sie sind selten geworden in unserer Zeit, diese von treuem Hasmonäermuth erfüllten Kämpfer, und die wenigen von diesem Sinne Beseelten hat die große Masse als Extreme und Zeloten verfehmt, um der Wahrheit ihren Kampf zu erschweren. Deshalb danken wir Gott inniger als je nm ivw vnn D'D'3 in solchen Tagen und in dieser Zeit für die Kämpfe, deren Gedächtniß auS jener Zeit zu uns spricht, und uns spornt und drängt, es dem Beispiel der Allvorderen nachzuthun. Sie haben noch nichts von der Crompromißweisheit unserer Tage gekostet, sie haben es durch ihr ganzes Auftreten und besonders durch ihre legislatorischen Maßnahmen bekundet, wie sie den Grundsatz mnrwn runs by mit der That ihres Lebens besiegelten. Wir haben bereits als eine Eigenthümlichkeit jener Zeit das allgemeine Verlangen einer Verschmelzung und Vermischung zwischen Juden und Griechen betont. Die Lockerung von Sitte und Sittlichkeit innerhalb des jüdischen Kreises wird in den Geschichtsquellen als eine Folge dieses Zeitgeistes geschildert. Was hätte unsere moderne Weisheit in solcher Zeit gethan, um diesem Uebel zu steuern? Ja was thut sie, angesichts ganz ähnlicher Erscheinungen und der erschreckenden Dtmensstonen, die sie angenommen haben und täglich immer mehr annehmen? In einer Zeit, die im Namen des Fortschrittes und der Aufklärung dem jüdischen Weibe die sittige Hülle vom Haupte reißt, im Namen der Bildung die Jugend durch Theatertugenden aus Schminke und Pappe für die höchsten Ideale zu begeistern vorgiebt, welche die Schranken niederreißt, die heilige Vätersitte zwischen den Geschlechtern gezogen, wo sind die Männer, Wortführer. Lehrer und Rabbiner, die den Muth haben, die Dinge beim rechten Namen zu nennen und mnnrn dstö by sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit in den Bruch werfen, um diejenigen, welche ihnen Gehör schenken, vor dem Abgrund zu warnen, dem dieses Treiben entgegensteuert? Was that das oväivvn bv yi n»a, der Gerichtshof der Hasmonäer angesichts solcher Zeiten? Sie führten keine von den frommen Phrasen im Munde, mit welchen das religiöse Manchesterthum unserer Tage seine Lässigkeit und Lebensgemächlichkeit dürftig verbrämt, noch weniger ergingen sie sich in Klagen über die schlechten Zeiten, denen der Einzelne sich nicht widersetzen kann, sondern das vollendete Gegentheil thaten sie. Am wenigsten hatten sie von der sogenannten Toleranz gekostet, dte Gottes heiliges Gesetz preis giebt und salbungsvoll ihr vtiö itp Vni yjjw ovD spricht. Wenn sie sahen, daß die Zeit Breschen in die Schranken riß, die Gottes heiliger Wille gezogen. dann warfen sie sich mit Hintansetzung aller Rücksicht selber in den Bruch, wenn eine leichtlebige