Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 100 (24.12.1894)
- Date
- 1894-12-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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wöchentlich wiederkehrende Gotteshuldigung eines ganzen Volkes keine Gnade bei denjenigen fand, welche dem Gottesvolke diesen seinen Beruf verleiden wollten, bedarf nicht erst einer weitläufigen Begründung. Dasselbe gilt von Mizwas Mila, welche Gottes heiliges Bundessiegel an die thierischste Seite unseres ganzen leiblichen Lebens legt, um dieselbe in den Dienst Gottes zu stellen. Während die griechische Ungebundenheit das Hohe, Heilige und Göttliche im Menschen hinab in den Pfuhl der Entartung zieht, hebt Mizwas Mila das dem Menschenwesen anhaftende Sinnliche hoch über das irdische Getriebe in das Bereich der freien, göttlichen Menfchenthat. Wenn die griechischen Eindringlinge wirklich die Absicht hatten -jrmn -\mi 'pniv irrayrfci Gottes Thora der Vergessenheit zu überantworten und uns von den Gesetzen seines Willens abwendig zu machen, so war dies geradezu unmöglich, so lange der Geist des tcnin in den jüdischen Reihen lebte und allmonatlich auf's neue geweckt und gefestigt wurde. Wenn sie die Scheidewand niederreißen wollten, die Gott zwischen Israel und den Völkern gezogen, so scheiterte dieses Unterfangen an dem Sabbatgeifte, wip p *?»T3on d'dv^ pi b)nb, der den von ihm Durchdrungenen diese Scheidung allwöchentlich aus's Neue etnprägt und das Bewußtsein von ihr als Angebinde beim Scheiden ihnen mit hinaus für den Kampf jeder neuen Woche giebt. So lange in den jüdischen Familien die hohe, lautere Sittlichkeit waltet, zu welcher die Mila - Institution ihre Träger erzieht, sind sie gewaffnet gegen griechische Sinnlichkeit und die Verschmelzung, welche sie anpreist. Diese drei Mizwoth mußten daher in erster Reihe beseitigt werden, wenn die Schranke vollständig fallen sollte, welche Judenthum und Heidenthum trennt. Je erbitterter die Opposition war, welche die jüdischen Märtyrer der Verwirklichung dieses Ansinnens entgegen setzten, je schwerer es den Griechen fiel diese Schranke zu durchbrechen, welche die Bekenner des Judenthums von ihnen trennte, um so mehr mochte der feindlichen Nivellirungssucht daran gelegen sein, den Schein zu erwecken, als sei sie ihrer Sache ganz sicher; um so fanatischer stürzte sie sich auf den symbolischen Ausdruck der Scheidung zwischen Judenthum und H^identhum, wie ihn eben der Soreg repräsentirte. Hier konnte der instinktive Haß an dem schwachen Bretterzaun leicht sein Müthchen kühlen, je wirkungsloser er an der Ueberzeugungstreue des Märtyrervolkes abprallte. Außer dem allgemeinen Zweck der Abgrenzung für die heidnischen Tempelbesucher war ja der Soreg gerade für die Heilighaltung des Sabbat errichtet. Mit der Durchbrechung des Soreg war somit diejenige der Abgrenzung Israels im allgemeinen und insbesondere die in der Heilighaltung des Sabbat wurzelnde m effigie vollzogen. Um aber auch die Erschütterung der jüdischen Eigenart durch das Chodeschu. Mtla-Berbot zu constatiren, wurde die symbolische Scheidewand in demselben Maaße durchbrochen, als sie durch jene beide Mizwoth gefestigt wird. Dreizehn mal wurde in einem vollkommen vollendeten Jahre der Knoten geschürzt, zu dem sich der Aufblick des gelammten Israels zu seinem himmlischen Vater anläßlich der Heiligung der dreizehn Monatsansänge gestaltete. Ebenso ist Mizwath Mila die durch eine dreizehnfachen Gottesbund gewährleistete Institution, *) deren Aufhebung der dreizehnfach durchbrochene Soreg constatiren sollte. Wer will die betrübenden Folgen ermessen, die trotz des Steges der Schwachen über die Starken, der Reinen über die Unreinen, sich dennoch an diese gewaltsame Erschütternng des Gottesbundes und diese Trübung der jüdischen Eigenart für die Gesammthett knüpften! Die Risse im Soreg waren nach der Verdrängung des Feindes leicht reparirt. Aber in die Bresche zu treten, welche die Gewissenhaftigkeit, der religiöse Ernst, die lautere Sittenreinheit durch Einschüchterung und Verführung, durch Beispiel und Gewohnheit erfahren hatten, das forderte einen Einsatz von Einsicht und Muth, der dem auf dem blutigen Schlachtfelde bewährten nicht nachstand. Hier wurden die Kämpfe gekämpft, deren Gedächtniß wir alljährlich dankbar mit den Wundern und Waffensiegen feiern, die ihnen vorangingen. Was gäben wir darum, wenn die Darstellung eines I o s e p h us, oder der Makkabäerbücher auch über die Art und Weise uns belehrten, wie unsere großen Ahnen dieser schweren Aufgabe gerecht wurden! Glücklicherweise besitzen wir hierüber, wenn auch keine Eompendien, so doch für denjenigen, der sich in ihren Geist versenkt, kurze Andeutungen, die in ihrem präcisen, gedrungenen Lapidarstyl vielsagender als die weitläufigste Darstellung sind. — Wenn wir in der Zerstörung des Soreg, die symbolische Durchbrechung der Schranken erblicken dürfen, die Israels Heiligthümer schützten, so dürfen wir auch in der Ausbesserung dieser Schäden und den sie begleitenden Maßnahmen, eine symbolische Andeutung der Veranstaltungen erblicken, mit welchen man diesen Gefahren entgegen trat. Die Riffe, welche die griechischen Fürsten in die Einfriedigung des Tempelheiligthums rissen, haben die Hasmonäer wieder ausgebeffert. Aber sie haben sich darauf nicht beschränkt. Sie haben allenthalben, wo einst der Feind eine Bresche geschlagen hatte, die vollendete Hingebung der ganzen Persönlichkeit .'131 'froty nima y* rpy irrDJty n?*o (x