Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 100 (24.12.1894)
- Date
- 1894-12-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXV. Jahrgang. M 100 Der Israelit. Sin Gentrak-Hrgan für das ortßodore Sudenthum. Begründet von Dr. Lehmann tu Mainz. Montag, de« 24. Dezember 5655 (1894). Da mit dem 1. Jan. 1895 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1895 eingetragen unter Nr. 5445. Leitender Artikel. Die Kämpfe der Kasmonäer. Bon Bezirks-Rabbiner Dr. Ehrman« in Baden (Schweiz.) III. Es ist bereits daran erinnert worden, daß in dem Bernichtungskampf, welchen das Grtechenthum dem Judenthum zugeschworen hatte, es vornehmlich die drei Mizwoth: «nn, row und waren, deren Erfüllung mit dem Tode bestraft wurden.') — Wenn wir von v-inn wrp rosa nichts wüßten, als daß ste die eiste Pflicht ist, die Israel von Gott ausgetragen wurde, so würde dieser Umstand allein genügen uns d*e Kraft und Bedeutung ahnen zu lassen, mit welcher gerade diese Mizwa ausgestattet sein mag: — Seitdem Menschen zu den mächtigen Himmelskörpern emporbtickcn, waren die Gesetze ihres Laufes, war der Einfluß, "den fie auf Blühen und Gedeihen alles dessen ausüben, dem fie ihre Strahlen zuwenden oder entziehen, Gegenstand sorgfältiger Beobachtung und Forschung. Aber der Einfluß, den der Aufblick zu ihnen aus den inneren Menschen zu üben vermag, die lichten Gedanken der Erhebung 1) ES ist ungemein charakteristisch für die sinnige Vertiefung in die Geschehnisse jener großen Zeit, wie gerade bei der N2UN-Geschichte nron? jn’J die fast ausschließlich der mündlichen Ueberlteserung ihre treue Bewahrung dem Gedächtnisse deS zerstreuten Israel verdankt, allenthalben Scherz und Ernst eines ganzen Volkes die zu feiernden Geschehnisse der Chanukazeit in unzähligen Wortspielen, Andeutungen, Abkürzungen angedeutet findet. So hat man die gefährdeten drei Mizwoth: n?’ö, HDW Win und ihre Erfüllung, denen das Chanukalicht gilt, in dem Namen der Hasmonäer angedeutet gefunden. .iw nnj nnyl ntvD nafcy «nifl mit) Weihe, der zuversichtlichen Hoffnung auf die nie zu verlierende, weil jede Zeit wieder neu zu gewinnende Sühne und Reinheit, die Pflege dieser von den Himmelsgestirnen in die menschlichen Herzen leuchtenden Wahrheiten war dem Volke überantwortet, besten Ahn aus der Sternenschrift am Firmament hoffen gelernt, dessen königlicher Sänger die Sprache in Worte gefaßt, in welcher die Himmel die Ehre Gottes erzählen, dessen ersten Führer von Gott selber auf das immer wieder die Finsterniß überwindende Neulicht des Mondes mit den Worten gewiesen wurden: nm ennn wipi n«Vnn köjh „Diese Verjüngung sei euer eigenes Vorbild, ihr bloßer Anblick werde euch eine Mahnung zur Selbstheiligung." Dieses Wort hat die Monatsanfänge dem jüdischen Volke zu einer Zeit der Sühne für alle Generationen gestaltet. Den Segen und die trostvolle Zuversicht, die in diesem Hinweis liegt, haben die zur Feststellung und zur Verkündung eines jeden neuen Monats zusammentretenden geistigen Führer Israels allmonatlich mit herrlichen, die Einzel- und Gesammtwohlfahrt umfaffenden Worten vor dem ganzen Volke ausgesprochen, von welchen ein schwacher Nachhall uns in der Art und Weise geblieben ist, mit welcher noch heute jeder Monat bei uns angekündigt wird. — Es sei hier nur auf diese hehre Manifestation verwiesen, wie sie in Masecheth Soferim XIX 9. 10. geschildertM, um zu begreifen, wie in erster Reihe diese Institution den Tyrannen ein Dorn im Auge war, die das Judenthum aus den Geistern und Herzen seiner Bekenner reißen und den hellenischen Schönheitscultus an dessen Stelle fetzen wollten. Daß der Sabbat, diese große, einzige all»