Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 97 (13.12.1894)
- Date
- 1894-12-13
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1819 Beleidigung sich dastellt. Die Angeklagte wurde daher der Körperverletzung schuldig erklärt, jedoch freigesprochen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wie«, 9. Dezember. Za den Haupterfordernissen und nothwendigen Jnftttutionen einer jüdischen Gemeinde gehört unstreitig die Bethätigung der Gebote der Nächstenliebe und die Unterstützung der Armen, die in der mmw nwan ms» in der Gastlichkeit und Htlfebereitschaft für arme durchreisende Glaubensgenossen so schön zum Ausdruck kommt. Diesen Erfordernissen entspricht hier ein Verein zur Verköstigung und Unterstützung armer zugereister Glaubensbrüder. Wenn auch Seitens der hiesigen isr. Cultusgemeinde die durchreisenden armen Juden mit Geldunterstützungen bedacht werden, so haben wir doch die altjüdffche S'tte, die in allen Gemeinden gepflegt wird, den Orach am Sabbat und an den jüdischen Fasttagen mit Speise und Trank zu versehen und ihm die Annehmlichkeit eines echt jüdischen Tisches angedeihen zu lassen, bisher schmerzlich vermißt. Der seit mehr als zwei Jahre bestehende, von einer kleinen wackeren Schaar vom echt jüdischem Geiste beseelter junger Männer, gegründete Unterstützungverein „dwdn -pm", der es sich zur Aufgabe gestellt, arme jüdische Zugereiste am Sabbat und Feiertagen mit Koscher-Kost zu versehen, hat diesen Mangel, Gottlob, gehoben. Der junge Verein, der auch ältere gereifte Männer zu seinen Mitgliedern zählt und bis jetzt im Stillen wohlthätig wirkte, hat eS in kurzer Zeit zu einer Zahl von 260 Mitgliedern gebracht und ist zu hoffen, daß derselbe von jedem Jehudi, der nur Jüdisch fühlt, auf das Kräftigste unterstützt werden wird, wenn er von den Leistungen dieses jungen Vereins Kenntniß erhält. Durch die freundliche Einladung des Vorstandes wurde mir die Gelegenheit geboten, der Samstag den 8. d. Abends, im Beth-Hamidraschlokale des Vereins „Thora-Ez-Chajim" abgehaltenen II. Generalversammlung beizuwohnen, und so einen Einblick in das wohlthättge Wirken des Vereins „Tamech Ewjomim" zu erhalten. Auf der Tagesordnung stand 1. Vorlage des Jahresberichtes pro 1893/94, 2. Neuwahl der 10 Vorstandsmitglieder, 3. Ersatzwahl von 5 Vorstandsmitgliedern, 4. eventuelle Anträge von Mitgliedern. Nachdem der Obmann Herr Ignatz Schiff die Versammlung eröffnet und Obmann-Stellvertreter Herr Prof. S. Hoffmann die versammelten Mitglieder mit den Worten: „Gesegnet sei, der da da kommt im Namen des Ewigen," begrüßt, wurde vom Schriftführer Herr Rudolf Lunzer der Jahresbericht verlesen. Aus denselben entnehmen wir, daß die Einnahmen sich im heurigen VereinSjahre auf fl. 652,73, gegen die im Vorjahre fl. 582.07, die Auslagen für Speisekarten und Unterstützungen an Reconvalescenten auf fl. 626, gegen die im Vorjahre fl. 438.18, belaufen. Dle Steigerung der Ausgaben im heurigen Jahre bewirkte der Umstand, daß am verflossenen Peßachfeste für 193 Speisekarten und Wein an den zwei Sederabenden die Summe von fl. 108.30 verausgabt wurde, und kein armer Zugereister abgewiesen wurde, ferner daß im letzten Veretnsjahre auch Baarunterstützungen für Reisespesen und zwar größtentheils an Familienväter, die zur Heilung ihrer Leiden sich hier aufhielten und aus dem Spital entlassen, unbekannt in der Großstadt, der größten Noth preisgegeben waren, geleistet wurden. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichtes, welcher mit großem Beifalle angehört wurde, wurde zur Neuwahl der 10 Vorstandsmitglieder geschritten und wurden die Herren Prof. S. Hoffmann, Geza Braun, Rudolf Lunzer, Alois Dukeß, Kalman Freund, Jakob Rabinowitsch wiedergewählt, die Herren Leopold S. Schwarz, M. Adler, Jelenko, S. Dtamand neugewählt, Mit Befriedigung konstatiren wir die Wiederwahl des Seniors des Vereins, des Herrn Pros. S. Hoffmann, der sich große Verdienste um den Verein durch Zuführung von Mitgliedern und Spenden von befreundeten Wohlthätern erwarb. Ueber die verschiedenen Anträge und Interpellationen von Mitgliedern zu referiren, mangelt es uns an Raum und schließen wir unser« Bericht mit einem Appell an unsere Glaubensgenossen, dem Vereine Tomech Ewjonim kräftigst durch zahlreichen Beitritt zu unterstützen, so daß er blühe, wachse und gedeihe, zum Wohle unserer armen Glaubensgenossen. H. L—r. Holland. I/. Utrecht, 2. Dezember. Es gereicht mir wirklich zur besondern Freude und Genugthuung, Ihnen heute melden zu können, daß unsere erlauchte Königin-Regentin dem jüd. Forschungsreisenden Elias Modigliani (derselbe ist ein geborener Italiener) die Officiers-Insignien des Ocange- OrdenS verliehen und ihm auch ein Kriegsschiff zur Verfügung gestellt hat, damit er die während seiner Durchforschung der zu Holland gehörenden indischen Inseln gesammelten wissenschaftlichen Schätze nach der Hauptstadt dieser Inseln, Batavia, senden könne. Herr Modigliani bereist jetzt schon zum dritten Male diese Inseln, von denen viele noch von barbarischen Stämmen, hir und da sogar auch noch von Kanibalen, bewohnt sind, wobei er oft nicht nur mit den größten Entbehrungen, son. dern auch gegen Krankheiten und wilde Thiere zu kämpfen hat. Aber alle diese Gefahren und