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Der Israelit · 1894-12-13 · Heft 97 (13.12.1894) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 97 (13.12.1894)
Date
1894-12-13
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1820 Mühseligkeiten stören ihn nicht in seinem Forschungsdrange, und oft lebt er sogar wochenlang in einer Schilfhütte in der Mitte eines wilden Stammes, um nur die Menschen, Thiere, Pflanzen und Steine daselbst näher kennen zu lernen. Türkei. (te.) Galouichi, 30. November. Die hiesige sehr zahlreiche und auch sehr wohlhabende italienische Colonte, zu der auch viele Mitglieder unserer Cultusgemeinde gehören, hat vor einigen Tagen ihr ncnerbauetes Krankenhaus feierlich eingewecht, und wohnten diesem F.ste nebst dem italienischen Consul, Cavaliere Dr. Btto Finzi, derselbe ist Israelit, auch unser Cyacham-Bascht, dann mehrere Rabbiner und Parnasstm (Vorsteher) unserer Gemeinde an. Das Krankenhaus ist zwar ein christliches, doch haben zu dessen Bau auch die italienischen und spaniolrschen Juden hier ihr Scherflein beigetragen, die auch die Bedingung stellten, daß in dieser Humanitären Anstalt auch eine jüd. Küche errichtet, und zwei jüd. Krankenwärter, ein Mann nnd eine Frau, angestellt werden müssen. Aus diesem Anlässe hat nun der König von Italien sechs Jsraeltten hier und zwar den Herren: Hugo Allatmt, Levt und Josef Modiano, Chaijim Schajas, M. Morpurgo und dem Bankbeamten Heinrich Schuschny (Letzterer ist ein geborener Prager und Sohn des gleichnamigen Budapester Cantors) die Osficiers-Jnsignten des italienischen Kronenordens verliehen. > Vermischtes. < Berlin, 9. Dezember. Bei der N>ederlegung der Grundstücke in der Rosenstratze wurde in dem Hause Nr 23 eine ca. 1^2 Meter lange und */» Meter breite Tafel in einem Gewicht von über 3 Ctr. gefunden, welche, mit gut erhaltener Hebräischer Inschrift versehen, über 200 Jahre alt, anscheinend den Grundstein zu der in Berlin errichteten ersten Synagoge gebildet oder den Eingang der letzteren geziert hat. Die Firma I. Koppel u. Co-, welche die Niederlegung der Grundstücke in der Rosenstraße bewirkt, hat das Fundobject dem Vorstande der jüdischen Gemeinde zur Verfügung gestellt, In der Gegend von Würzburg und Kitzingen treibt sich seit einigen Wochen ein israelitischer junger Mann aus Oesterreich herum, Namens Spannlang, belästigt seine Glaubensgenossen unter falschen Vorspiegelungen, als frier von dem Herrn Distrikts-Rabbiner Bamberger zu Würzburg gesandt, um für eine Anstalt Geldbeträge zu sammeln, wohin er auch das Ergebnis seiner Sammlung abliefere. Eingezogene Erkundigungen bei dem genannten Herrn Rabbiner ergaben, daß man es hier mit einem ganz raffinirten Schwindler zu thun hat, vor welchem das Publikum hiermit gewarnt sein soll. stischach, 6. Dez. Vor circa 2 Jahre konnte ich Ihnen noch die freudige Nachricht mittheilen, daß den Josef Gunz'- schen Eheleuten hier, das Glück zu Theil wurde, ihre goldene Hochzeit im Kreise ihrer Familien-Angehörigen zu feiern. Leider muß ich Ihnen heute die traurige Nachricht kund thun, daß Herr Josef Gunz gestern einem längeren Leiden erlegen ist. Der Verblichene, welcher das hohe Alter von 79 Jahren erreichte, war weit und breit durch seinen Ruf als vorzüglicher?rno bekannt; waltete er doch dieses Amtes mit Gewissenhaftigkeit schon über 50 Jahre. Von Nah und Fern wurde er berufen und mit Freude und unentgeltlich übte er diese Mizwah, das heilige Erbtheil seiner Familie, aus. Auch unsere Gemeinde verliert in ihm, ein durch Wohlthätigkeit bekanntes Mitglied und die Armen des heiligen Landes, haben einen Gönner und Freund verloren. In den früheren Jahren, wo er woch-nlange auswärts geschäftlich zu thun hatte, lebte er den Vorschriften unserer heiligen Religion gemäß und immer als strenger Jehudi. Wie geschätzt Herr Josef Gunz in hiesiger Gemeinde war, beweist, daß demselben s. Zt. anläßlich der goldenen Hochzeitsfeier' von der ©cmenbe, für treue Ausübung seines Amtes als n7en Pyn und?mo ein Ehrenpokal überreicht wurde. Noch bis zu den letzten Stunden vor seinem Tode zeigte er sich als aufrichtiger Jehudi und mußte man ihn sogar am letzten Abend, kurz vor er starb, aus Fenster tragen, damit er die t£Hp!3 sein konnte. Möge n"2pn seiner edlen Gattin, die ihm besonders in seinem Wohthlun treu zur Seite stand, den Verlust lindern und den Kindern Trost senden. rr'^ain Wien, 8. Dez. In der gestrigen Sitzung des Bezirksausschusses Währung wurde der antisemitische Bezirksvorstand Baumann imerpellirt, warum er anläßlich der Eröffnung des neuen Sitzungssaales unterlaffen habe, ein Hoch auf den Kaiser auszubringen. Baumann ertheilte keine Anskunft und schloß ein Mitglied des Bezirksausschusses, das seine Entrüstung über ein derartiges, in Oesterreich unerhörtes Vorgehen ausdrückte, von der Sitzung aus. Briefkasten der Redaktion. I. I. in S Die Ableitung des Wortes Irin ist zweifelhaft; es wird meistens vom Arabischen T abgeleitet. In der angeführten Form kommt das Wort außer Jes. 47, 11 nur noch Ezechiel 7, 26 vor. Dagegen findet sich rill."! siebenmal allein in den Psalmen, so 91, 3 und 94, 2 Der stat. construct. mn kommt in den Psalmen, Spruchbuch, Jhob und Micha 7, 3 vor. Für Ihre Zwecke wird Raschi mit Biur am dienlichsten sein. Briefkasten der Expedition. Lr. F. in W. Betrag erhalten (Cfo. 233.) Berichtigung. Im Literarischen Bericht H’ttf, Beilage zu Nr. 96, 1. Seite, Zeile 17, ist „sowohl" zu streichen. holländ. Cäcao wurde auf der Weltausstellung in Antwerpen 1894 mit dem »•Cvraild. Prix“, der höchsten Auszeichnung prämiirt. Eine derartige hohe Anerkennung wurde bis jetzt noch keinemholländ. Fabrikate verliehen; mithin bleibt Blooker’s Cacao die feinste Marke.

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