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Der Israelit · 1894-12-10 · Heft 96 (10.12.1894) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 96 (10.12.1894)
Date
1894-12-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1794 2^1 N't2^ V2N & pm» '21 1ÖN NM NX itpy np’1 2pv Dp'1 2'N2N 2pJP HT U'D^ V2N 2^ 1^XQ«6 >O2 iry nt ^nd»V >02 2^1 nm n« *p inxi vj2 nx N«n VW nx *p *irwi vim n« wy np’i ^Esaw nahm seine Frauen" (I. B. M. Cap. 36,V. 5.) Rabbi Jochanan sagte-. Das Herz des Weisen ist auf das rechte, das Herz des Thoren ist auf das linke gerichtet. Das Herz des Weisen ist auf das rechte gerichtet, das ist Jakob, denn es steht geschrieben: Jakob machte sich auf und hob seine Kinder und seine Frauen auf die Kameele (I. B. M. Cap. 31, V. 17.), erst die Kinder und dann die Frauen. Das Herz des Thoren ist auf das linke gerichtet, das ist Esaw, denn es steht geschrieben: Esaw nahm seine Frauen und seine Kinder; erst seine Frauen und dann seine Kinder." So wenig wählerisch Esaw bei der Wahl seiner Frauen war, so wenig ihm in Wirklichkeit an ihnen gelegen waren; er war galant. Wenn er weiter reist, denkt er zuerst an sie und dann erst an seine Kinder. — Jakob dagegen, der 14 Jahre Knechtesdienste für zwei mitgiftlose Frauen verrichtete, verschmäht diese Art Galanterie. Er bedarf ihrer nicht, und er braucht trotzdem nicht zu fürchten, von den Gefährtinnen seines Lebens mißverstanden zu werden. Er wird zuerst dem gerecht, dem der Zweck der ganzen Ehe gilt, seinen Kindern. Der Gedanke an die Fortträger seiner geistigen Errungenschaften, wenn er längst nicht mehr auf Erden weilt, er war es, der ihn spornt, ein Haus zu gründen. Bei Esaw und seinen kananitischen Frauen war es Sinnlichkeit und Leidenschaft. die sie zusammengeführt hatte, für welche der Kindersegen nur eine unvermeidliche, störende Beigabe ist. sie kommen erst in zweiter Reihe. Der Gegensatz zwischen Jakob und Esaw besteht noch heute fort und er ist es, welcher bis auf den heutigen Tag der gesammten Welt- und Völkergeschichte ihre Signatur verleiht. Das Haus Jakobs ist das unverlierbare Erbe, welches der Ahn seinen Kindern und Enkeln für alle Zeiten hinterlaffen hat. .r>'2 wip 2py 1x1p pnsr ,in ix->p Drro« Abraham, der Stammvater des jüdischen Volkes, der noch vereinzelt mit seinen auf Gott gerichteten Hoffnungen und Ueberzeugungen dastand, mutzte sich hoch über das Niveau seiner Zeit und Umgebung erheben, wenn er Gott suchen und finden wollte. Ihm war der Berg, auf dem er die unvergleichliche Opferthat mit seinem Sohne vollzog, die Stätte der Gottesoffenbarung. — Jsak erblickt sie in dem Felde, das ihm den hundertfältigen Gottessegen spendet, während der Boden rings um ihn in Oede und Mißwachs daliegt und seine Umgebung von Hunger heimgesucht wird. Jakob aber braucht seinen häuslichen Kreis nicht zu verlassen, wenn er Gottes Wunderwalten schauen will. Sein Haus ist sein Gottes Tempel. Die Kinder, die ihm heranblühen, selbst die Sorgen und Aengften, welche von der Hingebung an die Pfänder unserer Liebe unzertrennlich sind, und der mächtige Gottesschutz, der die Sorge und Angst überwindet und sie in Elternglück und Kinderfreude umwandelt, alle diese Momente unseres häuslichen Familienlebens sind ihm ebenso viel Offenbarungen Gottes, dessen Gnade schützmd und schirmend über jedem Hause wacht, dessen Jnsaffen vertrauend den Blick zum Himmel richten. Dieses Haus mit all seinem Herrlichen und Beseligenden ist das 2py> r6m, das Jakobserbe, das uns im Kreise der Familie für alles Leid und Weh entschädigt, mit welchen Haß und Wahn unser Dasein zu vergällen trachten. Selbst in dem Drucke sondergleichen, der auf den Nachkommen Jakobs im Egypterlande lastete, waren es die Trägerinnen des Hauses, waren es bte nrjp-is die wackeren, pflichttreuen Frauen, welche das Elend eines ganzen Volkes überwanden. Als der Todesengel in jener Mitternachtstunde der Befreiung über die Häuser hinzog und Tod und Verderben in die Wohnstätten unserer Zntngherrn trug, aber über die jüdischen Häuser, welche das Zeichen der Unterordnung unter Gott an sich trugen, schonend und schützend vorübergtng, damals rang dieses Wunder einem ganzen Volke das Bekenntniß ab: wnn rwt „Unsere Häuser hat uns Gott gerettet." Noch heute ist das jüdische Haus der wunderbare Talisman geblieben, der uns reichen Ersatz für alles bietet, was die Lieblosigkeit einer vorurtheilsvollen Welt uns schnöde versagt. Aber der alte, treue jüdische Geist ist vielfach aus unseren Häusern geschwunden. Die heiligen Ehegesetze, die Satzungen der Reinheit und Keuschheit haben vielfach dem Geiste einer leichtlebigen, für alles Religiöse gleichgiltigen Zeit weichen müssen. Dieser sogenannte Geist hat dem jüdischen Weibe die sittige Hülle vom Haupte gerissen, hat das Band gelockert, das die Eltern mit ihren Kindern, die Brüder mit den Schwestern, kurz alle Hausgenossen in inniger Liebe und Eintracht verband. Daher rührt auch ein großer Theil der Empfindlichkeit für alle Unbill und Rechtsverletzung, welche unsere Zeit Juden und Judenthum entgegenbringt. Das war früher anders. Die Liebe, die man uns draußen versagt, fanden wir hier reichlich wieder in dem innigen Anschluß aller Familienglieder. Gottes heiliges Wort und seine Gesetze, die allen gleich heilig und theuer waren, zogen einen geistigen Kordon um die Zerstreuten. Wie hat die Zeit, in deren Namen man die Gesetze für abrogirt und abgesetzt erklärt

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