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Der Israelit · 1894-12-10 · Heft 96 (10.12.1894) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 96 (10.12.1894)
Date
1894-12-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXV. Jahrgang. M 96 Der Israelit. Ein Gentrat-Hrgan für das orthodore Zudenlyum. Begründet vsn Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den IO. Dezember SOLS (1894). Leitender. Artikel. Aas Kaus Zakoö's und Ksaw's. <Zu Parschath Wajischlach.) Mainz, 9. Dezember. Der scheidendeWegensatz zwischen Jakob und Esaw in Charakter, Gesinnung und fast in jedem Zug ihres ganzen Wesens beschränkt sich nicht auf die Persönlichkeit der beiden Brüder,7. sondern tritt auch in der Hausesgründung und dem ganzen Familienleben in scharf markirter^Weife zu Tage. Es ist überaus lehrreich aus den gelegentlichen Aeußerungen des Gottesworts die einzelnen! Momente sich zu vergegenwärtigen,"in welchen'diese Verschiedenheit sich geltend macht. Esaw war vierzig Jahre alt als er sich verheirathete, während Jakob, als er sich mit seinem ersten Weibe^verpand, mehr als die doppelte Zahl von Jahren zählte. Seine abhängige, mittellose Lage als Fremdling und die gewissenlosen Ränke seines Onkels und späteren Schwiegervaters gestatteten Jakob nicht, früher ein Haus zu gründen. Esaw hätte sich früher verheirathen können. Er war Herr des von Jakob verlassenen Vaterhauses, und war alleiniger Besitzer des elterlichen Vermögens, aber er war ein Lebemann, der die Ehe als eine Fessel verschmähte. Erst als er „ausgetobt" hatte, und die Ehre und das Familienglück verheiratheter Frauen durch Fröhnung seiner Stnnenlust entweiht hate, spielte fernen Frommen. „Mein Vater," sagte er, „hat sich zu 40 Jahren verheirathet, ich will es ihm nachthun. (Raschi zu 1. B. M., Cap. 26, V. 34.) W Die Frauen, welche Esaw heirathete, waren ein Herzeleid für Jsak und Rebekka (ibiä. V. 36.) Als Esaw sah. daß die Töchter des Landes, wie er sie als Gatttnen heimgeführt hatte,t mißfällig waren in den Augen des Vaters, da trennte er sich nicht etwa von seinen heidnischen götzendienerischen Frauen, sondern er nahm noch ein Weib, das keine Kanaanitertn, sondern eine Tochter Jsmaels war zu seinen bisherigen Frauen! (1. B. M., C. 28, V. 8. 9.) Dabei kannte Esaw sehr wohl Charakter und Wesen seiner chemischen Frauen. Er vertraute ihnen nicht einmal seine kostbaren Kleider, geschweige denn sein Herz an. Seine werthvollen Kleider mußte ihm die Mutter ausbewahren, wie Raschi zu 1. B. M. Cap. 27, V. 15 anmerkt. Es konnte denn auch nicht fehlen, daß der Einfluß solcher entarteten Frauen auf das ganze Familienleben und besonders aus die Kinder von nachhaltigem Eindruck war. Auch Jakob hatte mehrere Frauen, unter welchen sogar zwei von Hause einen untergeordneten Rang einnahmen. Aber die Kinder waren alle gleich und in brüderlicher Gesinnung sich zugethan. Sie werden Jakobs Söhne genannt. Der väterliche Einfluß ließ keine Verschiedenheit unter den Kindern aufkommen. Der Umstand, daß sie Kinder verschiedener Mütter waren, machte sich nirgends bemerkltch. Sie werden deßhalb wiederholt als die zwölf Söhne Jakobs bezeichnet, um damit zu konstatiren, daß alle einer dem andern ebenbürtig war. Bei Esaw wird die Zahl der Söhne nicht aufgeführt, dagegen wird bet jedem einzelnen die Mutter genannt, und die Söhne nur allgemein als Söhne Esaws, jeder einzelne aber als Sohn seiner Mutter aufgeführt. bnrji wy nt£w my p wy 'ja mo» wy nt?« no»a p. „Das sind die Namen der Söhne Esaw's: Elisas war der Sohn der Adah, des Weibes von Esaw, Rßnel war der Sohn der Bosmath, des Weibes von Esaw." (I. B. M. Cap. 36, V. 10.) Auf einen überaus charakteristischen Unterschied in der Lebensanfchauung beider Brüder hinsichtlich ihres Familienlebens wird im Midrasch Rabba aufmerksam gemacht. Es heißt daselbst:

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