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Der Israelit · 1894-12-06 · Heft 95 (6.12.1894) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 95 (6.12.1894)
Date
1894-12-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1773 Berührt man das Auge unmittelbar mit dem Finger, einer Nadel u. dgl. so können noch Minuten nach dem Schächten Bewegungen erzeugt werden. aber diese sind sogenannte Reflex Bewegungen, welche für das Empfindungsvermögen des Thieres kein Zeugnitz ablegen. — Wer dieses nicht weiß, kann hier leicht sich und andere täuschen; es ist deßhalb überall, wo derartige Versuche gemacht werden, genau auf die Manipulation zu achten. Aus der Provinz Pose». In Nr. 93 d. gesch. Bl. berichtet Ihr Korrespondent aus Berlin, datz die Lehrabtheilung des Deutsch-Jsrael.-Gemeindebunds die Begründung eines Lehrerverbands ins Auge gefaßt habe und sich der Hoffnung hingebe, daß die Lehrer b's zum Abschluß dieser Erwägungen der erwähnten Verbandsbegründung in ihrem eigenen Interesse die Gründung der verschiedenen gepla. ten Verbände aufschteben werden. Dieser Bericht machte die Runde durch alle jüdische Zeitschriften dieser Woche. Einsender dieses fühlt sich aber im Interesse des Judenthums zu folgenden Bemerkungen veranlaßt. Sicherlich wird niemand in Abrede stellen, datz von Seiten des Gemeindebundes schon viel Gutes gewirkt wurde. Ich erwähne nur das Vertragsvcrhältuiß desselben mit der Lebensversicherungs-Gesellschaft Viktoria.*) Anerkannt muß auch werden, datz eine Vereinigung wie die des Gemeindebundes geeignet wäre, einen segensreichen Einfluß auf das Judenthum als solches auszuüben, indem er durch seine große Mitgliederzahl die würdige Vertretung des Judenthums im öffentlichen Leben übernehmen könnte. Fragen wir uns aber, ob der Gemeindebund tatsächlich eine Vertretung aller Parteien des Judenthums ist und sein kann, so müssen wir diese Frage unbedingt verneinend beantworten. Zur Verwaltung des Gemeindebundcs gehören Männer, die großentheils mindestens nicht auf dem Boden des gesetzestreuen Judenthums stehen, die bet aller anzuerkennenden Tbätigkeit für Wohlthätigkeitswerke und Wohlthätigkeitsbestrebungen die Interessen und Wünsche des gesetzestreuen Judenthums mtnde- *) Auch in dieser Beziehung sind in jüngster Zeit Stimmen laut geworden, welche behaupten, daß das Abkommen mit der Victoria ein für die Lehrer nur scheinbar günstiges sei, indem in letzter Linie der ganze Nutzen den Aktionären der Viktoria zuflöfse- Der D.-J. G -B. hätte, so behaupten Jene, mehr im Interesse der Lehrer gehandelt, wenn er mit einer Gesellschaft abgeschlossen hätte, nach deren Statuten der gesammte Gewinn den Versicherten zusällt und deren es in Deutschland auch einige sehr solide geben soll. Wir stehen dem Versicherungswesen zu fern, um die Richtigkeit dieser Behauptungen prüfen zu können. Wir wiederholen nur die Ansichten, denen wir in Lehrerkreisen öfters begegnet sind und müsien die Motivirung derselben fachmännisch Geschulten überlasten. Red. d. Israelit. st e n s nicht genügend berücksichtigen und vertreten. Unter den Mitgliedern der Verwaltung des Ausschusses des Gemeindebundes finden sich meines Wissens auch nicht 3 Mitglieder, die dem gesetzestreuen Judenthum angehören. Deßhalb halte ich es nicht für rathsam, der oben erwähnten Anregung der jüd. Blätter zu folgen, vielmehr die selbstständige Leitung der verschiedenen Verbände zu erhalten. In diesen Einzelverbänden ist es leichter zu erreichen, auch für das gesetzestreur Judenthum segensreich zu erwirken. Darum Ihr Verbände und Mitglieder derselben, seid vorsichtig in Euren Beschlüssen, bewahret Eure Selbstständigkeit! Würzburg. Herr Distrikts-Rabbiner Bamberger datier erließ an die Gemeinden seines Rabbinatsbezirks den nachfolgenden Aufruf: „Nachdem es während der jüngsten Weizenernte fast an allen Orten unserer Gegend stark und anhaltend regnete, beregneter Weizen aber zu Mazzos reltgionsgesetzlich nicht verwendet werden darf, sieht man sich veranlaßt, darauf aufmerksam zu machen, nur solchen Weizen zu Mazzos zu verwenden, der aus Gegenden bezogen, wo obige Bedenken nicht vorhanden, so namentlich aus Ungarn. Der Eingangsgenannte wird Vorstehendes in dortiger Gemeinde geeignet und mir dem Bemerken bekannt geben, daß auch hinsichtlich des Bezuges von gebackenen Mazzos Vorsicht geboten, und solche nur von da bezogen werden dürfen, wo über obigen Punkt völlige Gewißheit vorliegt." Abgesehen jedoch von vorbezeichnetem Anlasse erscheint es vor höchster Wichtigkeit, das jüdische Publicum aufmerksam zu machen, beim Bezüge ihrer ri'rw die größte Vorsicht zu üben, dieselben nämlich nur von solchen Lieferanten zu beziehen, bet welchen für entsprechendes nntco sichere Garantie geboten ist. Wie ist aber manchmal die bedauerliche Wahrnehmung zu machen, daß die Herstellung der Mazzos von Leuten ausgeführt wird, deren persönliche Zuverlässigkeit mehr als fraglich und welche nebenbei auch noch selbst, einzig und allein, die Aufseher beim Backen ihrer mso sind. Mögen diese Zeilen dazu beitragen, daß dieses heilige Religionsgebot in bester Weise bethatigt werde. Oe st er r.-Ungar. Monarchie. Wien. (Ein jüdischer Oberst und sein jüdisches Regiment.) Das „Freie Blatt", bringt in Nr. 124 aus polnischen Quellen authentisches Material über den jüdischen Obristen Bereck Jostelowicz. Mit Genehmigung Koscziuskos erließ er im Jahre 1794 einen Aufruf zur Bildung eines jüdischen Reiter- Regiments. (Der Aufruf ist in der Biographie Koscziuskos von Carl Falkenstein, Secretär der Dresdener Bibliothek, citirt.) Bei der Erstürmung

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