Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 93 (29.11.1894)
- Date
- 1894-11-29
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Bericht des Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina für das Jahr 1893. (II. Fortsetzung. *) Die Stunden sind wie folgt vertheilt: IV. Kl. Hebräisch 10, Deutsch 8, Rechnen 4. Turnen 1. III. Kl. Hebräisch 13, Deutsch 4, Schreiben 2, Rechnen 4, Arabisch 5, Geographie 2, Zeichnen 1, Turnen 1, II. Kl. Hebräisch 12, Arabisch 5. I. Kl. Hebräisch 12, Arabisch 5. II. und I. Kl. Deutsch 4, Schreiben 1, Rechnen 4, Geographie 2, Geschichte 1, Naturgeschichte 1, Zeichnen 2, Turnen 1, Englisch 2, Französisch 2. Zusammen: IV. Kl. 23, III. Kl. 32, II. Kl. 17, I. Kl. 17, II. und I. Kl. 20, insgesammt 109 Stunden, oder bei Errichtung einer Parallelklasse IV, wobei das Turnen gemeinsam bleibt, 131 Stunden- Wir gingen bei den angegebenen Änderungen des Lehrplanes von folgenden Gesichtspunkten aus: 1) Für das Arabische. Den jungen Leuten soll, wenn sie später einmal in Berührung mit der Landesbevölkerung kommen, die Möglichkeit gegeben werden, sich verständlich zu machen und zu ernähren. Sie sollen also Konversation erlernen, dann das Schreiben von Geschäftsbriefen, Rechnungen u. dgl. Dagegen können Übungen zur Bildung des Styls wegfallen, da der Unterricht nicht dazu dienen soll, die Sprache vollständig zu beherrschen oder die Dichter zu lesen. 2) Für das Deutsche und die Realien hat die Schule das Ziel einer deutschen Volksschule zu verfolgen. Literaturgeschichte ist ganz auszuschliessen. auch Dichterbiographien nur soweit zu behandeln, als sie im Lehrbuche vorhanden sind. 3) Beim Hebräischen ist als wesentliches Ziel das Verständniss der Religionsquellen in’s Auge zu fassen. 4) In den oberen Klassen werden als fakultative Lehrgegenstände, und nur für diejenigen Schüler, denen die Beherrschung der obligatorischen keine Schwierigkeit bietet, die englische und französische Sprache unterrichtet, wobei die Rücksicht auf die spätere *) S Nr, 532. - praktische Verwendung, besonders den mündlichen Gebrauch, stets festzuhalten ist. Nur auf diese Weise kann den Zöglingen ein abgeschlossenes Wissen übermittelt werden. Ganz in Uebereinstimmung mit uns hat sich der österreichischungarische Generalkonsul, Herr von Kwiatkowski, mehrfach offiziell und privatim geäussert. Zu unserem Bedauern ist dieser warme Freund unserer Bestrebungen, der sein Interesse an dem Gedeihen der L äm melschule jederzeit bethätigt hat, von der K. u. K. Regierung auf einen anderen Posten berufen worden. Wir verfehlen nicht, hier dem Herrn Generalkonsul für die uns geliehene Unterstützung unseren wärmsten Dank auszudrücken, und sprechen zugleich die Hoffnung aus, dass es ihm gelingen möge, das Verständniss für die Leistungen unserer Anstalten in den weiten, ihm zugänglichen Kreisen zu fördern; denn, wie schon Eingangs erwähnt, wir bedürfen der werkthätigen Theilnahme von Menschenfreunden gar sehr. Schliesst doch unsere Abrechnung für das Jahr 1894 mit einem Fehlbeträge von 4000 Mk.! Mit grösster Erkenntlichkeit gedenken wir wiederum der steten Beihilfe unseres Ehrenmitglieds, des Herrn Bezirksrabbiners Dr. Salvendi in Dürkheim, der schönen Gabe der Herren N. M. von Rothschild u. Söhne in London, der Sammlungen unter den Mitgliedern der Bne Brith-Logen, der Alliance Israeli te Universelle und anderer Freunde und Gönner. Allein gar manchen Wohlthäter, der früher unsere Bestrebungen unterstützte, sei es durch einen Jahresbeitrag, sei es durch Spenden, mussten wir im abgelaufenen Jahre vermissen, während die laufenden Ausgaben für Waisenhaus und Schule vermehrte Ansprüche an uns stellen. Zwei Legate sind uns zu Theil geworden und flössen zum Fond, und zwar vermachte uns unser unvergesslicher Ehrenpräsident, Herr M. Gottschalk Lewy in Berlin, 600 Mk., und unser so früh hin geschiedenes Vorstandsmitglied, Herr Louis Jaffe in Berlin, 300 Mk. In der Abrechnung des Jahres 1894 werden einige weitere Legate figurii en. Durch Vermittelung des Herrn Bezirksrabbiners Dr. Salvendi erhielten wir das Legat des sei. Herrn Moses Landauer in