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Der Israelit · 1894-11-19 · Heft 90 (19.11.1894) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 90 (19.11.1894)
Date
1894-11-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1685 allergnädtgste» großen Herrn und Kaiser Nikolaus Alexandrowitsch, Selbstherrscher aller Reußen, und dem legitimen Nachfolger Sr. kaiserlichen Majestät, Erben des russischen Thrones, Sr. kaiserlichen Hoheit Großfürsten-Thronfolgers Georgij Alexandrowitsch treu und recht zu dienen, in Allem zu gehorchen, mein Leben bis zum letzten Blutstropfen nicht zu schonen und alle zur hohen Selbstherrschaft, Macht und Gewalt Sr. kaiserlichen Majestät gehörenden Rechte und Prärogative, die bereits in gesetzlicher Kraft bestehen oder später in gesetzliche Kraft treten sollten, nach bestem Wissen, Kraft und Vermögen zu schützen und zu vertheidtgen und mich mit allen Kräften zu bemühen, in allen Fällen das zu fördern, was den treuen Dienst Sr. kaiserlichen Majestät gegenüber und den Nutzen des Staates betreffen kann; im Falle aber etwas zum Schaden, Nachtheil oder zur Schädigung der Interessen Sr. kaiserlichen Majestät geschehen sollte, so wie ich es erfahre, nicht nur sofort die Anzeige zu machen, sondern es auch mit allen Kräften abzuwenden und nicht zuzulaffen; jedes mir anvertraute Geheimniß fest zu wahren, jedes mir anvertraute Amt nicht nur nach diesem Gelöbniß, sondern auch nach den besonderen im Namen Sr. kaiserlichen Majestät von Zeit zu Zeit zu ertheilenden Instructionen, Reglements und Ukasen nach meinem Gewissen zu verwalten, nicht aus Eigennutz, Freundschaft oder Feindschaft gegen mein Amt und meinen Eid zu handeln, und demnach mich zu führen und zu halten, wie es einem treuen Unterthan Sr. kaiserlichen Majestät geziemt und zukommt und wie ich es vor Gott verantworten kann, so wahr Gott mir geistig und körperlich helfen möge. Amen." Nach Verlesung dieser Eidesformel trugen die Anwesenden in den auf dem Tische aufliegenden Papierbogen ihre Namen ein, und damit war die Ceremonie zu Ende. Dänemark. Kopenhagen. Herr Glückstadt, Etatsrath und erster Repräsentant der hiesigen israel. Gemeinde, wurde von Sr. Majestät dem Könige von Dänemark durch Verleihung des Commandeur- Ordens II. Klasse ausgezeichnet. Herr Glückstadt ist auch Direktor der hiesigen LandmannSbank, einer sehr bedeutenden Finanz-Institution, welche einen großen neuen Freihafen hier erbaut hat. Bei Gelegenheit der vorige Woche stattgehabten Eröffnung desselben sandte der König ein eigenhändiges Telegramm an den genannten Herrn Director,worin er das Handelsinstitut zur Vollendung des Hafens beglückwünscht und die Verdienste des elfteren um die Hebung des Handels und der Industrie gebührend betont." Frankreich. Paris, 11. Nov. Nach Meldungen auS Tlemcen kam es gestern Abend zwischen Turcos und Juden zu einem Handgemenge, wobei beiderseits mehrere Personen verwundet wurden. Ein Jude erlag den Verletzungen. In mehreren Cafe's wurden die Fensterscheiben eingeschlagen. Italien. (Ad.) Livorno, 24. Okt. (jn vidm.) Das electrische Licht hat nun auch in den Synagogen Italiens Eingang gefunden, und die jüd. Gemeinde in Neapel war die erste, welche dieses Licht in ihr Gotteshaus einführte. Der Rabbiner von Neapel hat vor den hohen Feiertagen (awa v'v') Circuläre an die Gemeindemitglieder verschickt, in denen er dieselben ersuchte, am Neujahrs- und Versöhnungstage an den Besuch im Gotteshause nicht zu vergessen. (Nur an diesen, und an anderen Tagen nicht? Red.) Jn der Synagoge in Mailand sah man am Versöhnungstage auch den gewesenen Finanzmtnister Luigt Luzzatti und die beiden Senatoren Massarani und Ascoli unter den Andächtigen. Der Exmknister wurde zur Thora gerufen. Jn der Synagoge von Parma wurde am ersten Tage von Rosch Haschana d.:8 Parochet (Vorhang) eingeweiht, das die dortigen jüd. Frauen über Anregung der wackeren Gattin des Advocaten Cäsare Mortara, Frau Doralice Segrie, gespendet hatten. Rußland. Petersburg, 9. November. Der Vorsteher unserer Synagoge, Herr Baron Günzburg hat im Verein mit Herrn Rabb. Dr. Drabkin beim Eintreffen der Trauernachricht von dem Hinscheiden des Czaren, am 2. d. M. nachstehendes Telegramm an den Minister des Kaiserlichen Hofes abgesandt: „Nachdem sie eifrig zum Allmächtigen um Seelenruhe für den in Gott entschlafenen Allerfrömmsten Herrn und Kaiser Alexander Alexandrowitsch gebetet, wagen es die in St. Petersburg lebenden treuunterthänigen Juden, zu den Füßen Seiner Majestät des Herrn und Kaisers Nikolai Alexandrowitsch und Ihrer Majestät der Herrin und Kaiserin Maria Feodorowna die Gefühle tiefsten Beileides und unbegrenzter Ergebenheit niederzulegen. Durchdrungen von dem Bewußtsein der heiligen Pflicht gegen Kaiser und Vaterland, senden sie aus der Tiefe des Herzens zum Throne des Allmächtigen heiße Gebete empor um das Wohlergehen Sr. Kaiserlichen Majestät und Seiner hohen verlobten Braut und des gesammten regierenden Hauses zum Heile aller getreuen Unterthanen." Das AntworHelegramm des Grafen Woronzow-Daschkow lautete: „Se. Majestät der Kaiser und Ihre Majestät die Kaiserin haben mir befohlen, den in St. Petersburg lebenden Juden für die ausgedrückten unterthänigen Gefühle und das Beileid an dem großen Kummer, der Ihre Majestäten getroffen hat, zu danken/

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