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Der Israelit · 1894-11-19 · Heft 90 (19.11.1894) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 90 (19.11.1894)
Date
1894-11-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1684 das ®ebot Kb ywrv. In religiöser Beziehung war er äußerst gewissenhaft, ohne jedoch damit zu prunken. Bei seiner Beerdigung schilderte Herr Oberrabbiner Hirsch '"j im Trauerhause in ergreifenden Worten die Tugenden des Dahingeschiedenen, wie er in ungeheuchelter Frömmigkeit gleich tras dhsss als awm unter uns gelebt und wie wir ihn als crp^s mtj angesehen. Gleich einem ->3 habe er nach Aemtern nie getrachtet und öffentliche Ehren, die man ihm dargebracht, bescheiden abgelehnt, hingegen die Pfl'chten eines Stenn habe er in vollstem Maße geübt und für Dürftige war sein Haus ein offenes. Sein Lebensbrld muß uns begeistern für alles Schöne und Gute auf dieser irdischen Welt, in der wir uns durch fromme Thaten das ewige Leben des besseren Jenseits erwerben können. Von uns Allen heißt es ja 'scy ans D'assnm oni 's Der edlen Wittwe rief der Redner tröstend zu: Die Gerechten sterben nicht, sie leben in höheren Regionen weiter. Auf den Dahingeschiedenen kann mit Recht angewendet werden. O'p'mvi T>ssn toss nnsi wna» ns noier ton nuaoi D'jao aus otn t TiiDinai waa nnb »nroi waaa . ms' Nt» tos )b ]ns dv Ein großes Gefolge war es, welches dem edlen Manne das letzte Geleite nach dem Langenfelder Friedhose gab. Möge n"apn seiner edlen Gattin, die ihm besonders in seinem Wohlthun treu zur Seite stand, lindern, den Trost senden, und mögen an ihm selbst sich die Worte des Psalmisten erfüllen. .■jroien p’pna nyatew -pa ntns pnaa 'js In voriger Woche starb nach langem Stechthum ein hervorragendes Mitglied der Portugisisch- Jüdischen Gemeinde, der sehr fromme und brave Herr David Scaltiel; die große Theilnalime, die sein Scherben hervorrief und das zahlreiche Gefolge an der Beerdigung legte Zeugnitz ab, für die Anerkennung, die er sich im Leben erworben. In seiner Gemeinde hinterläßt er eine schwer auszufüllende Lücke. Mit der Freude zu schließen berichte ich Ihnen über ein Familienfest unseres allverehrten Herrn Dr. med. Baruch Levy, dessen segensreiches Wirken, abgesehen von seiner überaus großen ärztlichen Praxis sich auch in hervorragender Weise auf die drei Weltstützen n"si rmay nrn erstreckt. Herr Dr. Levy ist Vorst-her der märt dto der no^n min und deren Synagoge, woselbst er täglich, wenn nicht besondere Fälle ihn daran verhindern, einer von den d'B'tod ist, auch versieht er daselbst das Amt eines snp tya, in den d'stijh d»d' ist er ein beliebter nban yya. Urber sein m zu berichten würde den zur Verfügung stehenden Raum übersteigen. Herr Dr. Levy ist eine Zierde unserer Gemeinde, wie nicht minder des Gesammtjudenthums. Seine silberne Hochzeit mit seiner Gattin, geb. Lewisohn, die im Kreise von Kindern, Enkeln, Verwandten und Freunden am Sonntag gefeiert wurde, rief einen Wettbewerb in den prachtvollsten Blumenarrangements hervor, überaus zahlreich waren die Freunde, die dem Paare ihre Glückwünsche darbrachten, was sich nach hiesigem Gebrauch am kommenden ns# wiederholen dürfte. In Ergänzung meiner Correspondenz von Nr. 85 dss. Bl. muß ich berichtigend bemerken, daß die Zahl des nw'v nicht 800, sondern 300 heißen soll. Inzwischen hat das Projekt zur Errichtung einer Synagoge vor dem Dammthore von Seiten des Synaqogen-Verbandes weitere Fortschritte gemacht. „Darüber Nächstens." Oefterr.-Ungar. Monarchie. Wien. (Beeidigung russischer Unterthanen.) Im Srtzungssaale der israelitischen Cultusgemeinde in der Seitenftcttengasse fand heute um 3 Uhr Nachmittags in Gegenwart des kaiserlich russischen General-Consuls und Wirklichen Staatsrathes Konstantin Gubastow die Beeidigung der in Wien lebenden russischen Unterthanen mosaischer Confesston statt. Ungefähr zweihundert hier weilende russische Unterthanen israelitischen Bekenntnisses, darunter mehrere Damen und Studenten, hatten sich im Festkleide im Sitzungssaale eingesunden, in welchem vor 3 Uhr Secretär Dr. Lieben und die Beamten der Gemeinde sowie BankierEphrussi erschienen waren. Um 3 Uhr fand sich der russische General-Consul Herr Gubastow und unmittelbar darauf Ober- Rabbiner Dr. Güdemann im Ornate ein. Ober- Rabbiner Dr. Güdemann hielt an die Anwesenden eine kurze Ansprache, in welcher er die hohe Bedeutung des Eides und der Treue für den angestammten Herrscher nach den Vorschriften der jüdischen Religion betonte und die Versammelten ausforderte, dem neuen Ezar Nikolaus II., dem der Ruf vorangehe, er werde den Weg der Gerechtigkeit und der Humanität betreten, Treue und Gehorsamkeit zu schwören. Die Anfrage des Dr. Güdemann, ob sämmtliche zur Ablegung des Unterthanen Eides erschienenen russischen Unterthanen mosaischer Confession der russischen Sprache mächtig seien, wurde von den Anwesenden bejaht, worauf General - Consul Gubastow die Eidesformel in russischer Sprache mit lauter Stimme vorlas, während die Anwesenden Wort für Wort wiederholten. Der Eid lautet: „Ich Endesunterzeichneter gelobe und schwöre beim allmächtigen Gott, dem Gotte Israels, daß ich will und mich verpflichte, Sr. kaiserlichen Majestät, meinem wahren und angeborenen

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