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Der Israelit · 1894-11-08 · Heft 87 (8.11.1894) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 87 (8.11.1894)
Date
1894-11-08
Page
– (sequence 27)
Language
German
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zur Erziehung Bericht des Vereins jüdischer Waisen in Palästina für das Jahr 1893. (I. Fortsetzung.*) ' Eine grosse Anzahl weiterer Anmeldungen zurückgewiesen werden, weil die betreffenden Kinder nicht in ordentlicher Kleidung erschienen. Dies ist ein Punkt, den Herr Direktor Cohn fortwährend hervorhebt. Er bittet seit Jahren dringend, der Verein möge für eine bestimmte Anzahl von Knaben die Kleidung bewilligen. Allein der Verein hat statutengemäß nicht das Recht, Gelder für Kleidung von Kindern ausserhalb des Waisenhauses zu verwenden; er kann für Beköstigung und Bekleidung nur diejenigen massigen Beträge ausgeben, welche ihm speziell für diese Zwecke zugehen, und gewährt bereits dreissig bis vierzig der ärmsten Schüler Kost im Waisenhause. Zum ersten Male konnten wir einen früheren Zögling der Schule als Lehrer für dieselbe anstellen. Jesaias Press verliess die Schule im Frühling 1890 und erhielt seine weitere Ausbildung im Lehrer - Seminar zu Hannove r. Im April 1894 wurde er mit einem vortreff- *) 8. Nr. 530. liehen Zeugnisse daraus entlassen. In Folge dieser Neuanstellung können wir die Dienste des Hilfslehrers Jecheskel, dem wir für seine mehrjährige Thätigkeit hiermit danken, vom 1. Juli d. J. an entbehren. Der Lehrplan selbst wurde durch die pädagogische Kommission unter Zustimmung von Vorstand und Verwaltungsrath etwas geändert, die Stundenzahl im gesundheitlichen Interesse sowohl der Schüler als der Lehrer reduzirt, und das in mancher Beziehung allzuhoch gesteckte Lehrziel für Realien und neue Sprachen mehr dem Ziele einer deutschen Volksschule genähert. Die IV. und III. Klasse werden zweijährige, die II. und I. Klasse, mit Ausnahme im Hebräischen und Arabischen, kombinirt. Sobald die IV. Klasse mehr als 85 Kinder zählen sollte, wird aus räumlichen Gründen eine Parallelklasse errichtet und hierbei auf möglichste Trennung der aschkenasischen von den sephardischen Kindern Bedacht genommen werden. (Fortsetzung folgt.) Palästinensischer Hilfsverein "ps Schreiben des Herrn M. Adelmaim in Jerusalem an den Herausgeber. Hochverehrter Herr Rabbiner! Es dürfte für Sie, wie für alle Zioiisfreunde von Interesse sein, über die Thätigkeit Leraaan Zions und dessen Erfolge im heiligen Lande Manches zu erfahren, was der officielle Jahresbericht in seiner amtlichen Kürze nicht mitzutheilen in der Lage war. Die neuangesiedelten Bewohner R a m 1 e s erklärten sich im Stande und bereit, von nun an auch ihrerseits zur Erhaltung der rituellen Institutionen beizutragen. In Schechem, woselbst sich zehn von Lemaan Zion angesiedelte aschkenasische Familien befinden, haben dieselben ausnahmslos ein sehr gutes Auskommen, und seben hoffnungsvoll einer noch erfreulicheren Zukunft entgegen. Schon jetzt liefern diese Neuangesiedelten nicht unerhebliche Beiträge zur Erhaltung des ftmtP und Lehrers. In dieser Stadt sollte unlängst der uralte jüdische Friedhof zerstört und der Platz öffentlich versteigert werden. Bei der grossen Pietät, die im Orient den Verstorbenen gezollt wird, hätte die Ausführung dieses Vorhabens die Juden des ganzen Landes der grössten Verachtung preisgegeben, sie als rechtlos in den Augen der fanatischen Bevölkerung erscheinen lassen, den gröbsten Insulten sie dadurch ausgesetzt und die neue Ansiedelung im Keime erstickt. Den energischen Vorstellungen der Vertretung Lemaan Zions in Jerusalem beim Pascha Schechems und beim General- Gouverneur in Beyrouth Namens der Judenheit Palästinas, gelang es, das drohende Unheil noch rechtzeitig abzuwenden. — Langsame, aber stetige Fortschritte macht auch die Ansiedelung in Lud. Dagegen muss bedauernd erwähnt werden, dass es bis jetzt aus Mangel an Mitteln nicht gelungen, die jüdische Ansiedelung in D z e n i n, die bekanntlich durch die daselbst im Jahre 18 92 ausgebrochene Cholera zerstört wurde, wieder herzustellen. Das Ziel aller edlen Zionsfreunde in Israel bildet seit einer Reihe von Jahren das Bestreben, einen Verband zu gründen, um die jüdische Bevölkerung des heiligen Landes von der höchst schädlichen Einwirkung der Almosenannahme (Chalukah) durch die Instandzetzung zur Selbsthilfe zu emancipiren. Der Verein Lemaan

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