Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 87 (8.11.1894)
- Date
- 1894-11-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXXV. Jahrgang. Erste Beilage jtt M 87 des „Israelit". Leitender Artikel. Kaööi Zona Htosenöaum In der Nacht des vergangenen o"rm naa* hat der letzte der Heldensöhne des Rabbi Mendel Rosenbaum in Zell a. M., der berühmte Rabbi Jona Rosenbaum in Zell, seine reine Seele ausgehaucht. Der Tod raffte ihn plötzlich hinweg, er war einem Herzschlage erlegen und wurde am nan najrann in Schwanfeld bei Würzburg, auf dem Begräbnisplatze der Familie, zu Grabe getragen. Er entsproß der bekannten Familie, die, gleich der Makkabäerfamilie mit dem greisen Vater an der Spitze, in trüber Zeit, in welcher die Reformsucbt die Wurzel des Judenthums in Deutschland zu zernagen drohte, die Fahne des angestammten unverfälschten Glaubens hoch hielt und durch ihr energisches Eingreifen in die jüdischen Verhältnisse Bayerns, namentlich Unterfrankens die roiw auf lange Zeit vor den gefährlichen und böswilligen Angriffen schützte. Eine große Anzahl Verwandte und Freunde in Würzburg, die von der Kunde des plötzlichen Hintritts dieses myan pns niedergebeugt waren, eilten herbei, um ihrem hochverehrten väterlichen Freunde auf seinem letzten Gange nHv zu sein. Ein zwar nicht gefährliches, aber sehr beschwerliches Leiden, das ihn im verflossenen Jahre befallen, scheint ihn auf diese Katastrophe vorbereitet zu haben, denn sein hinterlassencs Testament ordnet mit der größten Genauigkeit die häuslichen Verhältnisse und gibt genaue Anweisungen über die rirrn rmap. Hier bekundet sich sein im Leben besonders hervorgetretene Charakterzug, Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit. Wenn der Hintritt eines Großen in Israel stets Trauer in allen jüdischen Kreisen häuft, so ist der Verlust eines solchen ‘nun in in unserer Zeit, in welcher die Reihen der Mächtigen in nsm min leider so sehr gelichtet sind, doppelt schwer. Der jüdische Volksmund in hiesiger Gegend bezeichnete die frommen gelehrten Männer, die mit Feuereifer für min und rwT eintraten und um die Vertreter derselben, die alten Würzburger D’aaa, sich schaarten mit dem Namen „die alteGarde". und mit b"i rux* 'n ist leider der letzte „alte Gardist" von uns geschieden. Eine kurze Lebensskizze dieses großen Mannes wird vielleicht dazu beitragen, die Schwere unseres Verlustes zu erfassen. Rabbi Jona lag seit seiner frühesten Jugend mit erstaunltchem.Fleiße und Eifer dem Studium der mm ob, das in den Kknderjahren fein Schwager n"io p*wn toan am buT< pxDjn^a leitete. Nachdem derselbe, dem Zuge seines Herzens folgend, mit seiner Familie nach dem heiligen Lande auswanderte, schickte der Vater den geweckten Knaben nach Wiesenbronn, wo der nachmalige berühmte a*a nya pMaa^ya pwan am y'sn, damals noch Geschäftsmann eine Anzahl Dmna als Schüler annahm. Nach dessen Berufung auf den Würzburger Rabbinatsposten folgte er demselben dorthin und wurde einer der hervorragendsten Schüler der damals blühenden Würzburger m'ff', wo er sich ausschließlich mit „Lernen" beschäftigte, weil er, wie es von seinem Vater bestimmt war, dem Geschäft sich widmen und .mm hdb6 lernen sollte. Nach erlangter Selbstständigkeit im „Lernen" suchte er bet dem gelehrten, als großer pv'D Vya bekannten und anerkannten Schwabacher njfaajm Dmaw n"na v»an an praktisch sich durchzubilden und ging dann von da aus, gleichsam um sein reiches Wissen zu ordnen und zu klären, nach Fürth, wo der berühmte Lehrer seines Lehrers W xamp Hayc nn> rwan mehreren bevorzugten Schülern den reichen Born seines Wissens zuströmen ließ. Sein gleichgesinnter treuer Genosse auf allen diesen roa>&" war der ehemalige berühmte Oberrabbiner Stern in Hamburg, der ihn auch nach Zell, in die Heimath begleitete, wo sie zusammen lernten und das berühmte Werk Hima mnta von ihrem letztgenannten Lehrer für den Druck bearbeiteten und mit gelehrten Bemerkungen versehen, Herausgaben. Nach seiner Verheirathung mit seiner ihm vor einigen Jahren in den Tod vorangegangenen überaus frommen Gattin widmete er sich dem Geschäfte, und seine Ehe war die denkbar glücklichste. Dem edlen Beispiele seines hochverehrten Lehrers folgend, strebte er nach dem noVto nta^, und er war so glücklich, dieses sein Ideal verwirklicht zu sehen. Eine ziemlich große Anzahl junger Leute lag unter seiner Leitung in dem kleinen Dorfe Zell bei Würzburg dem eifrigen Studium von v'pvisi d"v ob. Mühevolle körperliche Arbeiten und Geschäftssorgen aller Art hinderten ihn jedoch nicht, den regelmäßigen niy’ff mit feinen crona zu lernen, und wie oft ließ er, schweißtriefend von einem Geschäftsgänge heimkehrend, die jungen Leute nochmals holen, um das durch diesen Gang etwa Versäumte nachzuholen. Und mit welchem Fleiße und mit welcher Opferwtlligkeit er das Selbststudium trieb, wußte nur seine nächste Umgebung. Das uv O'v'a hat er buchstäblich erfüllt, in frühester Morgen-