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Der Israelit · 1894-11-05 · Heft 86 (5.11.1894) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 86 (5.11.1894)
Date
1894-11-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1602 gewordene Ehre. Die früheren Schüler hatten ein werthvolles Vertikow als Zeichen dankbarer Erinnerung übermitteln lassen und die Cultusgemeinde Naffau, in der Herr Emmrl den Religionsunterricht ertheilt, hatte einen schönen silbernen Tafelaufsatz geschenkt. Möge cs Herrn Emmel vergönnt sein, noch lange zum Wohle seiner Gemeinde zu wirken. Mannheim. Während ich Ihnen erst kürzlich von hochherzigen Spenden hiesiger Glaubens - genoffen geschrieben habe, bin ich heute in der angemhmen Lage, Ihnen eine weitere hochherzige Spende zu melden. Generalkonsul Carl Reis hat zur Feier der Enthüllung des Kaiser-Denkmals der Großherzogin von Baden 1000 M. mit der Bestimmung übergeben, daß damit die Wirkung des Diphterieheilserums erprobt und wissenschaftlich vertieft ^werden soll. Die Großherzogin hat den Betrag Prof. Vterordt in Heidelberg zugehen laffen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. (,i) Wie«, 26. October. Anläßlich des Sukkotfeftes war auch im Hofe der Jugbachsynagoge in der Leopoldstadt hier eine schöne Laubhütte errichtet, und jeder Arme, der hinkam, erhielt ein Glas Wein und ein Barches, um darüber Kiddusch machen zu können. Zu jeder Mahlzeit wurden so zehn Liter Wein und fünfzig Barches vertheilt. »di. Wie noch jedes Jahr so wurde auch zu den D'ioiJn O'v' in der Rudolsskaserne ein besonderer Gottesdienst für die jüd. Soldaten der hiesigen Garnison abgehalten. Am ersten Neujahrstage bat der Regiments-Oberst der Kaserne, ihn zum Schofarblasen zu holen, da er sich für diese Ceremonte sehr interessire. Dies geschah auch. Als nun der Baal Tokea, der ein Künstler in seinem Fache ist, das Blasen beendigt hatte, schritt der Oberst auf ihn zu, reichte ihm die Hand und sagte: „Bravo, mein Herr! Sie blasen ja so vortrefflich, als wenn Sie ein gelernter Stabstrompeter wären." Der Oberst sah dann noch zu, wie man die Thora einhob, worauf er sich entfernte. Brün». (Mähr. Landesrabbtnat.) Auf Grund alter noch immer zu Recht bestehender kaiserlicher Gesetze bedarf ein jeder rabbinische Furctionär, der in einer mährischen Cultusgemeinde angestellt werden will, der landesrabbknischen Approbation, ohne welche auch die mähr. Statthalteret die nach dem Gesetze vom 21. März 1890 §8 12 und 13 erforderliche Bestätigung nicht erthetlen kann. Kein von einer anderen Seite ausgestelltes Diplom kann von der Beibringung der erwähnten Approbation befreien. Vor einiger Zeit ergab sich der Fall, daß ein vom Budapester Landesrabbiner-Seminar diplomirter d. h. mit einer Hathara versehener Rabbiner, der in einer mähr. Gemeinde angestellt wurde, sich, angeblich über Anregung des Dircctors und des Professoren Collegiums der genannten Anstalt weigerte, sich der diesbezüglichen Prüfung bei Herrn Dr. B. Placzrk behufs Erlangung der landesrabbinischen Autorisation zu unterziehen und hierüber bei der Statthalteret vorstellig wurde, von welcher jedoch abschlägig bcscbteden er einen Rccurs bei dem h. Ministerium für Cultus und Unterricht einbrachte. Aber auch dieser Rccurs wurde mit Erlaß des Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 31. Juli 1894 Z. 21349 abgewiesen und die angeführte Verpflichtung aufrecht erhalten. Schweiz. Basel, 26. October. Etwas mysteriös klingt eine Meldung der „Ostschweiz", wonach etre mue Initiative ausgeheckt werde, des Inhalts, daß die Juden von allen öffentlichen Acmtern, Offiziersstellen rc. der Schweiz auszuschließen seien. Da nicht gesagt wird, von wem diese Bewegung ausgehe, und wir der Meinung sind, es werde sich kaum jemand finden, der zu einer solchen Initiative seinen Namen gäbe, halten wir die ganze Nachricht für eine schlecht angtbrachle Mystifikation. Amerika. Washington, 16. October. Es ist guter Grund zur Annahme vorhanden, daß Präsident Clcveland auf der Durchreise von Groy Gables sich in New Uork registriren lassen wird, um am Wahltag 6. Nov. seine Stimme für Nathan Straus als Mayor abgeben zu können. Rev. Osias Hochglück früher Obercantor in St. Gallen (Schweiz.) vermischtes. Die Judenexzefse, deren Schauplatz Kolitt im April vor. I. infolge einer Blutbeschuldigung war, hatten zwar durch das energische Einschreiten des Bezirkshauptmannschafts-Kommissärs bald ein rasches Ende, allein dieselben geheimen Agitatoren, welche die Hetze arrangierten, wollten einen noch teuflischeren Plan ausführen — die Blutbcschuldigung zu verewigen. Aus dem Grabe der aus der Elbe ausgesuchten Leiche des aller Wahrscheinlichkeit nach durch Selbstmord geendeten Mädchens, das als Objekt der Bluthetze diente, wurde eine Gedenktafel mit folgender Inschrift angebracht: „Hier ruhet Maria Havlin, gestorben eines martervollen Todes vor den jüdischen Osterfeiertagen. Gott möge es denen vergelten." Ja, Gott möge es „denen" vergelten, denen, die cs angehl

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