Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 86 (5.11.1894)
- Date
- 1894-11-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1593 und die ganze Tragweite eines solchen Schrilles erst klar und deutlich auseinandersetzen. Man muß ihm sagen: Bedenke, was du da übernimmst, was kann dich veranlasien dich zum jüdischen Glauben zu bekennen; weißt du etwa nicht, wie geringgeschätzt. verstoßen und rechtlos Israel in der jetzigen Zeit ist, welche Kämpfe es zu bestehen, und welche Leiden es zu erdulden hat? Ueberlege und erwäge genau was du unternehmen willst! Wenn er darauf antwortet: Ich weiß das Alles, ober ich will dennoch übertreten, dann erst darf er ausgenommen werden. (Jebamoth 47 a Joreh Deah 268 b)7). So muß auch znerst untersucht werden, ob der Proselhte mit seinem Uebertritt keine Nebenabsichten verbindet, ob er nicht aus Gewinn- oder Ehrsucht, um ein Amt oder eine Stelle zu erlangen, oder aus Furcht oder wegen einer Heirath aus Liebe sich zum jüdischen Glauben bekehren will; wenn irgend welche dieser Absichten ihn dazu veranlaffen sollten, muß er abgewiesen und darf nur dann ausgenommen werden, wenn der Uebertritt aus reiner, lauterer Liebe zum Glauben Israels geschieht. (Joreh Deah 268, 12)8). Ja, man soll ihm sogar begreiflich machen, wie schwierig es ist die jüdische Lehre und ihre Satzungen zu beobachten und auszuüden, damit er die Lust zum Uebertritt verliere, und nicht leichtfertig einen Glauben annehme, der ihm überall Hmdermsse und Schwierigkeiten mannigfacher Art in den Annehmlichkeiten des Lebens verursachen würde. (Das.) So aufrichtig muß der Jude in Glaubenssachen sein. (Man vergleiche dagegen die verschiedenen Missionsgesellschaften.) Hingegen wer einmal von einem andern Glauben zum Judenthnm sich bekehrt hat, mit welcher Schonung, mit welchem Zartgefühl muß dieser behandelt werden. Bor einem Proselyien, oder wer von einem solchen abstammt bis ins zehnte Geschlecht, darf man in dessen Gegenwart von einem seiner ehemaligen Glaubensbrüder nicht mit Geringschätzung sprechen, da er sich dadurch verletzt Txrb rvto no o onow mn pn T’jnrp N3ttf -u (7 □’EmöBi D’DinD D’Bvn Dwn mn po ^ni^t jnr nnN ’n p3pD ’N"I3 ’J’NI ’JN jnr *1ÖN ON DJ) , DH’^ J’N3 plD’ .(n"D"> ,njn mr , n"j/ , 3"Q niQ3') tb inw PCD NiDtp v-inN ppni3 mMnm un xyu/j (8 rrto DJ37 N3 iron mdd in nt> rarw rrrw 7'3i73 in ww □Ni min’ ntMo pj rry ncs? mnN ppno nih L7'N bni dni niros ruru «tj’jj sbv tttin ppnn nih rm* rniDi min?iy mo nrb D’jnio rby an1? nNSDi N^ INH Wl*B N*?1 173p CN UCHBW H3 niSlNH ’DJ) nr>"^3 , D’-u noPn njn mM) Ori'N O'ppv n3hnd ntnc? oniN . (3"’ ,n"D3 fühlen könnte (Chelek 94 0). Da machen es die Herren Antisemiten mit den Juden anders, für sie bleibt er ewig ein Judenstämmling, und das hat auch seine gute Seite für uns; der ehrlichste Mensch ist er aber erst dann für sie, wenn er mit ihnen an einem Strang zieht, dann freilich ist er der Edelsten und Besten einer und mag er der verworfenste Mensch und der abscheulichste Charakter sein, (stehe Briman und Paul Mayer.) IV. Capitel. Die Wahrhaftigkeit im öffentlichen Leben. Die beiden Axiome, um welche ,'ich das öffentliche Leben in der Gesellschaft bewegt, sind Staat und Kirche. Sie geben dem Volke die Richtung, in der es wandelt, wirkt und thättg ist; sie drücken ihm den Stempel ihres Geistes auf und bewirken sein Heil oder sein Verderben, je nachdem ihre Gesetze und Verodnungen hiezu beschaffen oder geeignet sind. Mögen aber diese Hauptfactoren im öffentlichen Leben in ihren Verfügungen und Bestimmungen noch so sehr vom G.'iste der Wahrheit und Zweckmäßigkeit durchdrungen sein, sobald dieselben in unrichtiger, willkürlicher Weise gehandhabt werden, hören sie auf die Wohlfahrt und das Glück des Volkes zu fördern und verfehlen gänzlich ihren Zweck. Die persönlichen Repräsentanten von Staat und Kirche sind die Regierung mit ihren Beamten und das Priesterlhum. Nach ihnen richtet sich das Volk in Handel und Wandel, sie sind seine Wegweiser in Sittlichkeit und Moral, sie führen und lenken es nach ihrem Willen, denn sie sind ihm das lebendige Vorbild, dem gleich zu thun es sich bestrebet. Herrscht in ihren Kreisen Luxus, Üppigkeit, Servtlismus und Willkür, so ist mir Gewißheit anzunehmen, daß in den sogenannten niederen Schichten der Bevölkerung dieselben Laster nachgeahmt werden; waltet hingegen in den hohen Kreisen Schlichtheit, Sparsinn, Würde und Gerechtigkeit, io üben diese Tugenden auch nach unten ihre Wirkung. Nur äußerst selten kommt es vor, daß das allgemeine Volk aus eigener Kraft, aus eigener Initiative, ohne erst hiezu von oben angespornt und angeeifert zu werden, sich ein bestimmte Richtung zu geben vermag, es sei auf politischem oder religiösem Gebiete. Die Führer, und nur die Führer allein machen zumeist aus dem Volke das. was es ist. Sie machen es lasterhaft oder tugendhaft, glücklich oder unglücklich. Darum müssen die Häupter und Vorgesetzten in Wahrhaftigkeit und Gewissenhaftigkeit ihre hohe Aufgabe erfüllen, wenn die Gesetze, die sie vollpns) n’Dp i indin ’nn N> m mtsy ny nsii’J (9 .(Ts pbnn