Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 82-83 (25.10.1894)
- Date
- 1894-10-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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1540 -ü, ^^WWWMWWff wir ja wissen, bei dieser Angelegenheit auch persönlich sehr stark betheiltgt. Jetzt endlich schöpfte er wieder Hoffnung, jene Rache an Esther ausüben zu können, in die sich seine sinnliche Liebe verwandelt und nach der, von damals bis heute, sein Herz in heißem Verlangen gelechzet. Besonders feindlich war aber auch die niedrige Geistlichkeit dem König gesinnt. Sie lebten vielfach von dem Aberglauben und dem Schrecken, den sie durch allerlei unglaubwürdige Erzählungen von Hexen und Teufelserfcheinungen verbreiteten und wodurch sie sich vielen Gewinn verschafften, indem sie Vorgaben diese Erscheinungen allein bannen und beschwören zu können. Auch diesem Unfug hatte der König gesteuert und hatte möglichst für Aufklärung des Volkes gesorgt und es, so weit immer thunlich, in Schulen und auf Versammlungsplätzen belehren, vornehmlich aber im Schreiben und Lesen unterrichten lassen. Auch hatte der König dem Volke ein Rechtsbuch gegeben, welches von nun ab aller Wcllkür, sowohl der Adeligen wie der Geistlichen ein Ende machen sollte. — Dieses Gesetzbuch, welches auf dem Reichstage zu Wisliea festgesetzt und das von den gelehrtesten Männern des Reiches in Gemeinschaft mit dem König verfaßt worden war, war allen Vornehmen ein Dorn im Auge, denn damit schien nicht allein für die j.tztge Zeit, sondern auch für alle Zukunft ihre Wtllkürherrschaft gebrochen. Vater Franztkus, der in innigem Bunde mit dem Pan von Wola war, that ebenfalls das Seintge, die gereizte Stimmung, die innerhalb der Kreise der Mönche herrschte, zur vollen Flamme anzufachen. Er selbst predigte täglich von der Kanzel herab, daß die ganze Religion in Gefahr sei, vernichtet zu werden, daß von nun ab und weiter die Juden die Herrscher von Polen sein würden, daß jetzt bereits eine Jüdin Königin wäre, und daß auch wahrscheinlich der König bald zum Judenthum übertrete, und daß vielleicht schon die Kinder dieses hoffnungsvollen Herrscherpaares verlangen würden, daß alle Männer Polens sich beschneiden ließen. So roh, so plump und unglaublich diese Anklagen auch waren, auf das ungebildete und tief in geistiger Ftnsterntß steckende Volk machten solche Auslassungen einen mächtigen und nachhaltigen Eindruck. Immer düsterer, immer unzufriedener wurde die Stimmung in weiten Kreisen, und waren es bet dem ersten Aufstand der Edelleute nur Adel und niedere Geistlichkeit, die von der Bewegung gegen den König ergriffen wurden, so war dieselbe jetzt bis in die Kreise gedrungen, auf die früher der König sein ganzes Zutrauen setzen durfte, die ihm früher über alle Schwierigkeiten hinweg geholfen, und die ihn bis dahin niemals verlassen hatten, die Bauern und die früheren Leibeignen. Wenn jetzt ein Aufstand ausbrach, so hatte Kasimir Niemanden mehr, auf den er sich stützen konnte. ^Fortsetzung folgt.) Wochen - Kalender. Freitag, 26. Oktober, 26. Tischri. Sabbat-Anfang in Mainz 4 Uhr 50 Min. (M. E. Z.) Samstag, 27. Oktober, 27. Tischri. i“2 n"3D rvtt'Nia Sabbat-Ausgang in Mainz 5 Uhr 55 Min. (M. E. Z.) Dienstag, 30. Oktober, 30. Tischri. n"“n 'n DV Mittwoch, 31. Oktober, 1. Cheschwan. n"Tl '2 □)’ Der „3 * t a e 111" erscheint wöchentlich zweimal, Montag- und Donnerstag-, jedesmal in mindesten» zwei Vogen. Prei» de» Jahrgang» für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für'» Ausland 1» Reichs-Mark. Man abmrnirt ganzjährig, halbjährig »der vierteljährig. »Le Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. - Durch Ae» Dnchhandel M drsirhr« drt C. /. Klein »cher, Lestrstg, Doßptntz 16. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichifche Banknoten laut CourS. — Direct« Franeozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland m»d Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 6 fl. österr., für'» Ausland 18 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Ei»e fHMfatfrimi da« an die Redaction eingesandte« Manuskripte« findet nicht statt, «an bittet des halb sich von alle« Einsendnngen eine Lopie znrürkznbehalte«. 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Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilage«.