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Der Israelit · 1894-10-25 · Heft 82-83 (25.10.1894) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 82-83 (25.10.1894)
Date
1894-10-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1 - -MMWWWW 1538 schen Zaren und Thronfolger sei in Folge der Denkschrift-Ueberretchung kein gutes. Italien. Neapel, 8. October. Vor einigen Tagen weilte hier ein Sendbote (teilen) aus dem heil. Lande Rabbi Jizchak Calamaro, und fand er hier nicht nur eine recht freundliche Aufnahme, sondern auch eine wahrhaft edle Unterstützung. Auch der hier garnisonirende General Ottolenghi, derselbe ist bekanntlich Israelit, lud den Boten aus dem heil. Lande zu sich, erkundigte sich bet ihm nach den Verhältniffen in seiner Heimath und überreichte ihm eine Spende für die rwnpn px ”jy. Von hier begab sich dieser Sendbote nach Korfu, um von dort in seine Heimath zurückzukehren. Der ehemalige italienische Ftnanzminister, Herr Luzzatti, hat nun seinen Posten als Lehrer der Nationalökonomie an der freien Universität von Perugia angetreten und freuen sich dessen Hörer, einen solchen hochgefeierten Jnstructor erhalten zu haben. > Vermischtes. < Berlin. 3. Oct. Profeffor Dr. Lazarus wurde an seinem 70. Geburtstag am 15. September vom Kaiser zum Geheimen Regierungsrath ernannt. Rofenber« 1. October. In unserer Gemeinde fanden in den letzten Wochen zwei goldene Hochzeiten statt. Zunächst die des Herrn Mendel Süßmann und seiner Ehefrau geborene Frankel. Die noch rüstigen Jubilare sind 80 und 74 Jahre alt und haben bisher ihren Unterhalt von einer kleinen Ackerbesitzung bestritten. Von der Königlichen Regierung ist dem Jubilar ein Gnadengeschenk von 30 Mark nebst schönem Begleitschreiben überwiesen worden. Die zweiien Jubilare sind der Riemermeister Moses Schönfeld und feine Ehefrau geborene Myslowitz, im Alter von 81 und 73 Jahren. Der ehrwürdige Meister steht noch heute seinem Handwerke rüstig vor und erfreut sich allgemeiner Achtung von Seiten aller Bürger. Derselbe ist aber auch ein recht frommer Mann, der keinen Gottesdienst versäumt. Da er des Hebräischen vollkommen mächtig ist, vertritt er sehr oft bei Gelegenheiten unseren Beamten. Umringt und beglückwünscht von Kindern, Enkeln, Verwandten und Freunden sind beide Paare in ihren Wohnungen durch viele Beweise von Zuneigung geehrt worden. Möge den beiden Jubelpaaren ein noch recht langer und schöner Lebensabend beschieden sein. Aenitteton. Esierka, Königin von Föten. Historische Erzählung von Hng» Freund. 36.) (Nachdruck verboten.) „Wie nun, Esther," fragte Kasimir, „was soll mit uns geschehen? Du weißt, wie sehr ich Dich liebe, Du weißt, wie innig ich Dir ergeben bin und auch ich bin fest überzeugt, daß Du mich liebst, und daß Du mir gerne Alles opfern würdest, was in Deiner Macht steht. Wenn Du aber dabei beharrst, in dem Glauben Deiner Väter zu verbleiben, so sprich, so gib mir einen Rath, was wir thun sollen, um uns zu vereinen. Die Krone dieses Landes lege ich Dir zu Füßen. Du kannst ste Dir auf's Haupt setzen, wenn Du den Glauben dieses Landes annehmen willst, wenn ober nicht, wenn Du hartnäckig bleibst in Deinem Vorsatz, so ist es unmöglich, daß ich den Thron mit Dir theile, so sage mir, was dann geschehen soll." „O mein König," entgegnete Esther, „glaubst Du mir, daß ich Dich liebe mit jeder Faser meines Herzens, glaubst Du mir, daß ich bereit bin, mein Leben für Dich zu laffen?" „Wenn Du das bist," rief Kasimir, „so gib mir einen kleinen Beweis Deiner Liebe und mache meinen Glauben zu dem Deinen." Esther begann zu weinen. „Alles, alles kann ich Dir opfern, Kasimir, nur meinen Gott nicht, das ist das einzige, was außerhalb meines Willens steht. „Soll ich zur Lügnerin werden, Kasimir, soll ich zu dem fremden Gotte schwören, der nicht in meinem Herzen wohnt, während nur der Gott Israels mein Herz erfüllt? „Ich begehre ja nicht nach Deiner Krone, ich begehre nicht nach Deinem Thron, o laß uns zusammen fliehen irgend wohin in die entlegenste Wtldniß, gerne will ich ich hungern und darben an Deiner Seite, wenn ich Dich besitzen darf." „Wäre ich ein einfacher Bürger, oder wäre ich nur ein Adeliger in diesem Lande, ich könnte thun, nach Deinem Willen; so aber Esther, wie sollte mir dies möglich sein? Wo in aller Welt kann ein König sich verbergen und wenn ich mit Dir fliehen wollte bis an's Ende dieser Erde, die Polen würden mich dort aufsuchen und mich zurückführen auf den Thron meiner Väter. „Ja, wenn ich nicht der Letzte meines Stammes wäre, wenn irgend ein Andrer aus meinem Geschlechte vorhanden, dem ich die Krone überlassen könnte, gerne würde ich auf die Krone verzichten, so sehr auch mein Herz an meinem Vaterland hängt." „Aber es ist unmöglich, Esther. Ich bin der Letzte, Einzige aus dem Stamme der Piasten und kein andres königliches Blut gibt es in diesem Lande. O Esther, habe Mitleid, habe Erbarmen mit mir, sieh ich sinke Dir zu Füßen und umklammere Deine Knie. Hat wohl je ein König so vor einem Weibe gelegen? Ich will Dir ja nicht befehlen, Dein freier Wille allein soll entscheiden. Und setze Deinen Fuß auf meinen Nacken und thue mir, wie

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