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Der Israelit · 1894-10-12 · Heft 80-81 (12.10.1894) · page 46

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 80-81 (12.10.1894)
Date
1894-10-12
Page
– (sequence 46)
Language
German
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Bericht des Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in für dasf Jahr 1893. ■»»»^ eC53^3SSS9{3)BaZ2a»^Z>—- Frankfurt a. M., Juli 1894. Nicht ohne Befriedigung glauben wir in diesem Jahre über unsere Thätigkeit berichten zu können. Denn obgleich zu unserem Bedauern sowohl die Jahresbeiträge, als die Geschenke bedeutend zurückgegangen sind, haben wir doch im Hinblick auf die grosse Bedürftigkeit der angemeldeten Kinder die Zahl unserer Waisenzöglinge auf sechsundzwanzig vermehrt. Eine grössere Anzahl aufzunehmen, reichen die Bäume nicht hin. Mehrere der früher aufgenommenen Knaben sind im Laufe des Jahres 1893 und im Frühling 1894 in die Lehre getreten, gemessen aber noch Kost und Wohnung, desgleichen, soweit möglich, Unterricht im Waisenhause. Der Waisenknabe Bali hat die Anstalt am 19. August v. J. verlassen. Saphir erlernt die Gärtnerei in der Kolonie mpn nriö> er wurde bei seiner Uebersiedelung am 22. August mit Kleidung, Wäsche und den nöthigen Geldmitteln versehen. Mit Dankbarkeit erwähnen wir hier die Gabe der Herren Freiherren von Bothschild in Paris, welche uns durch Vermittelung 8. Ehrw. des Herrn Grossrabbiners Zadoc Kahn zum Besten entlassener Waisenzöglinge 500 Frcs. überwiesen. Unser verdientes Ehrenmitglied, Herr Bezirksrabbiner Dr. Salvendi in Dürkheim hat gleichfalls mehrmals kleinere Beträge an uns geschickt, welche zur Bildung eines Fonds für genannten Zweck zu verwenden sind. So ist denn der Appell, den wir in unserem letzten Jahresberichte ergehen Hessen, nicht vergeblich gewesen. Aber wir wiederholen aufs Wärmste die Bitte an die Freunde des heiligen Landes, unserer der Anstalt entwachsenen Zöglinge recht oft zu gedenken! Das Waisenhaus hatte sich mehrfach des Besuches von Fremden zu erfreuen, welche sich sämmtlich sehr günstig über die Führung der Anstalt durch Herrn Direktor Dr. Grünhut und seine Gattin aussprachen. Ebenso erfreulich lauten die Zeugnisse über die Schule. Die öffentliche Prüfung fand am 5. April statt; derselben wohnten u. A. der Chaeham Baschi, der österreichische und der amerikanische Konsul bei. Bei dieser Gelegenheit widmete Herr Direktor Ephraim Cohn dem Andenken des kurz vorher verstorbenen Herrn Ludwig August Frankl in Wien, der die Lämmel-Schule im Namen der edlen Stifter in vor fast vierzig Jahren in’s Leben rief, warme Worte, in hebräischer und deutscher Sprache. Die Zahl der Zöglinge hatte sich in Folge des Austritts mehrerer Schüler bis zum Tage der Prüfung auf einundsiebzig vermindert. Zum neuen Schuljahre erfolgten indess so zahlreiche Anmeldungen, dass, nachdem verschiedene Interne des Waisenhauses in die Lehre gethan worden waren, der Unterricht mit einhundertzwölf Knaben wieder aufgenommen wurde. (Fortsetzung folgt.) Chaim Schmerling Die Gemeinde Jaffa erlitt einen schweren Verlust; sie verlor ihren Gründer und Führer. Chaim Schmerling war es, der Montag, den 26. Februar d. J. im vierundsiebzigsten Lebensjahre von hinnen schied. Er war in Hebron, wo sein Grossvater die jüdische Ansiedelung stiftete, geboren, übersiedelte aber noch als junger Mann nach Jaffa. Sein Entschluss, sich hier niederzulassen, war bei den damaligen unsicheren Verhältnissen in Palästina um so heroischer, als er *) Unlieb verspätet, hier nur eine Handvoll sephardischer Juden antraf, die in strenger Abgeschiedenheit lebten und einen Aschkenasi mit misstrauischen Blicken betrachteten. Schmerling wollte, so wie sein Grossvater in Hebron, in Jaffa eine jüdische Gemeinde in’s Leben rufeil; dahin ging sein ganzes Streben. Um zu diesem seinem Ziele zu gelangen, bahnte er hier in Jaffa einen Export- und Importhandel an. Er setzte sich mit grossen europäischen Handelshäusern, die er hier als Kommissionär vertrat, in Verbindung. Dabei traten ihm unzählige Schwierigkeiten entgegen, nicht bloss seitens der Begierung, sondern auch

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