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Der Israelit · 1894-10-12 · Heft 80-81 (12.10.1894) · page 32

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 80-81 (12.10.1894)
Date
1894-10-12
Page
– (sequence 32)
Language
German
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1524 men die „aber" an die Reihe. Ich werde auch mit denen fertig. Isis recht so, Feiwel?" „In Gottes Namen. Ich sehe immer mehr ein, daß ich mein Geschäft aufgebeu muß, daß ich zum Schadchen nichts tauge. Aber Ihr," indem er sich an den Vorsteher wandte, „Ihr seid ein geborner Schadchen, Ihr setzt durch, was Ihr wollt, wollt Ihr mein Chawer werden?" „Nein, Feiwel; aber Sie sollen Ihr undankbares Geschäft aufgeben und mein Compagnon sein. Wie Sie mir gesagt haben, sind Ihre Erfolge als Schadchen doch nicht so bedeutend —" „Nein, mein Geschäft als Schadchen gebe ich nicht auf. Wozu habe ich mir meine schönen Briefbogen drucken lassen! Außerdem sagt mir ein Geschäft zu, welches so viele Mtzwos im Gefolge hat, wie das eines Schadchen." „Wohl wahr," entgegnete der Vorsteher, „aber an die Aweroh.s und an das Schlomassel, das eine unglückliche Ehe zur Folge hat, denken Sie nicht." „Dafür sind die Eheleute verantwortlich." „Doch nicht immer. Ein gewissenhafter Schadchen denkt auch daran; ihm ist sein Verdienst nicht die Hauptsache." „Verdient Hab' ich als Schadchen noch gar nichts," gestand Feiwel kleinlaut. „Ich Hab den Schadchen immer nur l’schem mizwoh gemacht und —" „L’schem mizwoh als Schadchen zu wirken, das ist brav. Dann bin ich Ihr Theilhaber, wenn auch nur fürs erste ein stiller Compagnon." „Nein, als stiller Theilhaber kann ich Sie nicht gebrauchen,- Sie müssen reden, Sie Verstehens." „Was hilft alles reden, was kann ein Mensch dazu thun, wenn es nicht min liascliomajim ist? Dann hilft alles Reden nicht. Denn Ehen, das werden Sie wohl wissen, werden im Himmel geschlossen." „Ja, ja, Sie haben Recht. Meine selige Frau und ich, wir haben auch gehetrathet ohne Schadchen." „Und ich und meine Frau," sagte der Vorsteher, „haben uns durch einen Schadchen kennen gelernt und wir haben uns so lieb gehabt und sind so glücklich mit einander gewesen —" „Sehen Sie. welch segenvolles Geschäft das Geschäft eines Schadchen ist!" „Ja, ja, aber meiner Ansicht nach hat der Schadchen dabei gar nichts zu thun. Gegenseitige Achtung und Liebe, das Streben nach Erfüllung aller Pflichten und das einmüthige Hochhalten der Religion sind doch die besten Pfeiler irdischen Glücks. Sie sind der beste Schadchen, bieten die sicherste Gewähr einer „guten Parthte." Während die Väter sich so unterhielten, sprachen die jungen Leute leise mit einander. Sie glosstrten die Worte der Alten und als diese sich jetzt nach ihnen umsahen, sagte Albert: „Ihr mögt reden, was Ihr wollt, den besten Schadchen habt ihr doch vergessen." „Und der ist?" fragten beide wie aus einem Munde. „Der ist ein liebendes und geliebtes Herz," sagte Albert, „welches in der geliebten Person eine Ergänzung seiner selbst steht, welches frei von sinnlicher Leidenschaft zu prüfen vermag, ob der oder die Geliebte die sittlichen, moralischen und religiösen Eigenschaften besitzt, die Gewähr bieten, für eine glückliche Ehe. Ein solches Herz ist, wenn es das Richtige erkannt hat, der beste Schadchen. Es kennt kein Hindernis, das nicht zu überwinden wäre und ruht nicht eher, als bis es die Vereinigung mit dem und der Geliebten erreicht hat. als bis der Segen Gottes diese Vereinigung heiligt." „Und das ist bei Euch der Fall?" fragte Feiwel. „Ja, Vater," versetzte Selma. „So segne Euch Gott!" sagte Feiwel gerührt und lasse Euch glücklich werden, wie wir es waren." Und er reichte dem Vorsteher feine Hände und sagte mit Thränen in den Augen: „Nicht wahr, sie haben den besten Schadchen." ‘Tinn :nn\* -wn ,nnra iura "mn yy ns nnnpx — .miDos so jnnN wn n?n nsn 01 : D’con uw , ncoi -nn jnns bD 8t? , dhdudi mrrn?dj , neu , pinj , spj □nm "E nyi pbi nnw , *|bpj . d’dj;d unj D>2?i , dem moj/b «rr , d’ew dw? jnns nup? pNon pP , n\ry npsi Dirn ponm hn?;inuNi 'btt n* ,"Tin„ aira tot ,yiDn Vporn wpw ny dni "nnzyiD,, nra , pm?wiy p^y *10 o , iut . ’npnso 2D? rw , Twyci wmo nm?run “inmoi nn jnnx nw nyi? -)N .nmon nson D\vjn nwora o yi , D’cnDD nn ’pj rpc^Nin »Njnn .utos’ ppp dto p)N n>yv? iddmoi ,unpn mra?uy :wn ’Njnn . D’DI 1DD ’UD nn ”)N , nrnn rntr?:i idu *?y r’W'Oisn ’wnn .ru:m npwo? y:ND’?o pbn nn boi ,yipw nn hdd Dtnun ppyn ryonn wnn . mw» numo jrwNn nn oodi , nnayi Nrw.w nnn iwn-q .- ’E'onn wrin .yiDp nron nn* ppiyn niry? d’dd mwi M. Landau, Rabbiner in Raschlow. Verantwortliche Rebaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition beS „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'scheu Hofbuchdruckerei-Aetien-Gesellschast in Mainz.

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