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Der Israelit · 1894-10-12 · Heft 80-81 (12.10.1894) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 80-81 (12.10.1894)
Date
1894-10-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1502 sich wesentlich: in manchen Exemplaren ist S. 59 ein Gebet von vn u*an enthalten, welches in den meisten übrigen fehlt, in manchen anderen fehlen einige DTn in 0B1 nn'vv roa^n, welches die übrigen Exemplare aufweifen.) Was aber R. Joseph Koßmann über den rv schreibt, ist so interessant, daß wir es mittheilen wollen: Uns kommt es vor, „daß dieser tjp die „pan nana ersetzen soll, ebenso wie ’nspnpnm 'ntoanm „von einem Tn' gesagt wird, der kein irm n? „gehört hat. Ich bin gewohnt diesen yw an Wochentagen vorzutragen, wenn keine drei Männer am „Tische anwesend sind, und ich sage denselben ntchts- „destoweniger an Sabbat- und Feiertagen, wenn „ich auch Gelegenheit zur par habe. Manche glau- „ben, daß dieses Lied die pan wann ersetzen soll, „diese Meinung ist aber durchaus falsch, da dieser „Tip doch keine nana ist. Daß mein Großvater „gerade diesen tv empfohlen haben sollte, um die „Pflicht des nnin - Lernens während der Mahlzeit „zu erfüllen, ist nicht denkbar, denn in welcher Hin- „sicht hat dieser rv den Vorzug vor anderen?" Obwohl aus dem Citate Koßmanns hervorgeht, daß das Lied atoa ms vor pan nana vorgetragen werden soll, lesen wir in unserem paix *pv Par. 607. •inX yama 'n'xn u^ax itoa ms to ncn px lanmni uya» nai^ yx >a xin ayanp ^*ai y?an nana . bai ^>aa into.n pHa nnx ny „Ich habe gesehen, daß es üblich ist, itoa ms nach dem Tischgebete vorzutragen/' Wir glauben, daß in diesen Satz sich ein Druckfehler eingeschlichen hat — es soll nämlich nicht heißen pan nana nnx, sondern pan nnx d. h. nach dem Essen, vor dem Tischgebet. Nicht nur, daß die Worte pton pito nnx uns zu dieser Annahme berechtigen, indem inton pito, das Abräumen des Tisches vor pan nana zu geschehen pflegt (stehe Bartenora's Erklärung zur 5. Mischna Per. VI n>ana), sondern auch der Zusammenhang mit dem Vorgehenden verleitet uns zu dieser Konjektur. Denn unmittelbar auf den Satz, daß man während der anderen nna* sich der Speisen und Getränke bedienen darf, folgt der angeführte Satz nam px u. s. w. lanni.m uyatp naH yx ’a d. h. da es unziemlich ist, zu sagen: „Wir sind gesättigt und haben übrig gelasien," so lange man noch von den Speisen und Getränken genießt. Der Wortlaut von Par. 815 in unserem *pv yaix stimmt mehr mit dem Citate von ixsa ana überein, und wenn auch in unserem nso — nmyan to nnx steht, ist es wahrscheinlich, daß im Originale pan nana dtp gestanden hat. Soviel Vertrauen dürfen wir zu Koßmann haben. Wir halten es deßhalb richtiger den itoa ms na: ia^>nx vor dem Tischgebete auszusprechen. Inzwischen wollen wir das Manuscript untersuchen. Frankfurt a. M., Ellul 5654. L. PH. Prins. Zeituugsuachrichte« und Correspondeuzerr. Deutschland. R. Worms. Als gelegentlich der vor einigen Tagen vorgenommenen Reparatur auf dem Dache der Männersynagoge der von Rost stark beschädigte Knauf von seiner hölzernen Form entfernt wurde, bemerkte man, daß dieser mit einem Stoff vorsichtig umwickelt war. Es stellte sich alsbald heraus, daß letzterer eine aus feinster Leinwand mit prächtiger Seidenstickerei noch gut erhaltene „Wimpel" aus dem Jahre 1632 war. Dieselbe trägt folgende Inschrift: p’a a"a 'a ar a"aa nto nto pns» na n'yo» ,D"x traai nsma nmna toa’ p"tb a»sip Das Vorstandmttglied, Herr Julius Goldschmtdt, der sich um die Ordnung des Archlves der jüd. Gemeinde, die Entzifferung der alten n*,asta schon so viele Verdienste erworben, hat auch diesen Fund gemacht. Das hohe Alter dieser „Wimpel" ließ ihn den Schluß ziehen, daß auch noch andere ebenso alte „Wimpeln" sich hier vorfinden könnten und da solche für die Geschichte der hiesigen jüd. Gemeinde von Interesse sein dürften, hat er beim Vorstande den Antrag gestellt, das Nöthtge veranlassen zu dürfen, daß dieselben genau auf Alter und Person geprüft werden, ein Antrag, dem der Vorstand selbstverständlich gerne zustimmte. Aus dem Großherzogthum Baden. Ihre Darstellung der religiösen Zustände in unserem Lande ist leider noch sehr zu vervollständigen. Der ganze Organismus ist krank und siech, das Haupt wie die Glieder. Nach Ihrer ganz zutreffenden Auffassung ist der Sitz der Krankheit im Haupte, das ist die Institution des Oberraths. Es gibt nun bet uns eine Masse zaghafter Gemüther, welche den Oberrath insofern als Haupt ansehen, als sie allen Ernstes glauben die badische Judenheit wäre rettungslos dem Untergange verfallen, wenn man ihr ihren Kopf d. i. den Oberrath wegschnitte. Daß Judenheit und Judenthum schon vor dem badischen Oberrath existirt haben und auch nach ihm noch exfftiren werden, daß in anderen Ländern Deutschlands und Europas Juden und Judenthum existiren und prosperiren ohneoberräthlichen Apparat und ohne jegliche Bevormundung -dies alles dünkt ihnen schier unbegreiflich. Erft die Art und Weise, wie unser Oberrath selber an seiner Discceditirung arbeitet, sticht ihnen allmählich den Staar. Aber gut Ding will Weile haben

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