Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 80-81 (12.10.1894)
- Date
- 1894-10-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1495 den Strahlen des ihm anvertrauten Gotteslichts eine ganze Welt zu erleuchten und die Keime des Edlen und Guten, welche die Gesammtmenschheit in ihrem Schooße birgt, zu immer größerer Blüthe und Reife zu bringen. Obwohl nv'n »w dk, dennnoch noro mi Dazu hat Gott Israel als den Sendboten seines Heils in alle Himmelsrichtungen gewiesen; aber trotz dieser Zerstreuung sondergleichen sind sie nicht aufgegangen und untergegangen unter die Völker und Staaten, unter denen sie lebten und leben. Die ganze gesittete Welt hat die Lehre von Gott aus den Händen der Juden hingenommen, aber die Träger dieser Lehre hat man gemieden. Damit ist ihnen in dem sie durchfluthenden Leben ihre Eigenart erhalten geblieben, daß Israel r&u und miD zerstreut und trotzdem gemieden blieb. Eine ganze Welt hat sich Jahrtausende gegen dieses Volk verschworen, um es aus seiner lichten Höhe hinabzuziehen, und es ist der unentwegt himmelwärts strebenden Palme gleich geblieben! ->ar6 nnm Wohl hat man ihm tausendfällig den Tod bereitet, aber weil es für Dich in den Tod ging, erblühte ihm aus diesem Todesgang seine Unsterblichkeit. Es erblickte seine ganze Würde darin, wie ein Lamm lautlos den Mordstahl über sich schwingen zu lassen und dieses Lamm unter siebenzig Wölfe geworfen, bekundete mit seinem Leidensgeschick eine größere Lebenskraft, als diejenigen, welche es ob seiner Machtlosigkeit höhnten. Jede Höhnung, jeder Todesschreckcn schürzte einen neuen Knoten in dem Bande, welches es mit seinem Lebensquell, mit Gott verband. 12 npiani npun — rwnnn Dem groben Auge der großen Welt erscheint dieses Martyrium sondergleichen als eine schwere, unerträgliche Bürde. Israel nennt die Pflicht, die ihm allein sein Dienst des Einzigen auferlegt, ein Joch. Also doch ein Joch, ein schweres Joch? Ein Joch wohl, aber nicht ein schweres. Ein Joch an und für sich ist ja nie schwer oder drückend, sondern die zu bewältigende Last ist es, welche dem flüchtigen Blick das Joch schwer erscheinen läßt. In Wirklichkeit ist das Gegentheil der Fall. Wie das Joch die Kräfte des Thieres auf einen Punkt concentrirt und es so eine Last zu bewältigen vermag, die es ohne Joch nicht rühren könnte, so ist daS mxD b)Vf das jüdische Pflichtgebot das Joch, das der Jude freiwillig übernimmt, weil es das ihm von Gottes Vaterliebe gereichte einzige Mittel ist, unter der Last des Lebens nicht nur nicht zu erliegen, sondern sie heiter durch die ihm beschtedene Zeitspanne zu tragen So lehrt Israel die Welt, die einen Atlas von sozialem Druck auf seinen Nacken stülpt, wie die Furcht Gottes frei und heiter macht und alles mit heiterer Zuversicht zu überwinden vermag, was Menschen sonst fürchten und zittern läßt, ■jni'O» moi^ — ruyu:. Dieses Bewußtsein wandelt den Hohn, mit dem der grobe Troß die Wange des Juden schämroth färbt, wandelt die Wehrlosigkeit, mit der das Gottesvolk dem gebildeten und ungebildeten Pöbel aller Zeiten und Länder preisgegeben ist, in die höchste Auszeichnung um. Jeder Wangenstreich wird zum Ritterschlag. Die äußere Schwäche und Armuth der vom Sturm des Schicksals Getroffenen, die spielend die Lasten tragen, unter welchen andere erliegen, ist der Beweis für ihre innere geistige Lebenskraft, an der alle Ränke zu Schanden werden myiD rroy — t6 nana. Diese Freiheit allen Gewalten der Starken, allen Schrecken des Todes gegenüber ist das Gnadengeschenk, das nur der Allgütige den Seinen zu verleihen vermag, deßhalb folgen sie in heiliger Scheu der Führung ihres Gottes wie die Heerde ihrem Hirten folgt. Das führt die vereinzelten Schwachen zur starken, jeden Tod überdauernden Jakobsgemetnde zusammen. Unbeirrt von dem'Hohn einer ganzen Welt, die kein Verständntß für ein macht- und wehrloses „auserwähltes Gottesvolk" hat, nennt es sich nach dem Namen seines Gottes; es hat diesen Namen zu führen in Ehren verdient. Ideq o'üitn — rvns. Daß es dieses Namens für alle Zeit und Fahrniß würdig bleibe, dafür erbitten sie Gottes Hilfe. Das erhoffen sie von Gottes Gnade, und daß diese Zuversicht nicht zu Schanden werde, daß sie ihre schönste Verwirklichung finden möge, dafür finden sich alle an ihr^n gehobensten Freudentagen in dem Rufe zusammen: nj y «n n nj j/Bnn ZeitnrrgSuachrichte« rrud Correfpondeuzerr. Deutschland. Lübeck, 28. Sept. So machen es die antisemitischen Tugendhelden, selbst bis in die Spalten des „Israelit" hinein verstehen sie ihre Lügenberichte zu bringen. Sie berichten in der Beilage zu Nr. 76 aus Schleswig über den Vortrag, welchen Herr Polizeithierarzt Fenner von hier auf der Generalversammlung der schleswig-holsteinischen Thierärzte gehalten, und selbst aus Ihrer Darstellung gewinnt der Leser den Eindruck, als ob dort ein Verbiet über das Schächten gefällt worden sei. In anderen Zeitungen hatte der Berichterstatter noch viel dreister gelogen, wie das aus beiliegenden zwei Artikeln des hiesigen Generalanzeigers hervorgeht, welche ich Sie abzudrucken bitte. Ein Commentar dazu ist unnöthig. * 7- < & 4*1 t r- 4- •r-+ •T . j../ Ri ) I 2 > ’ u