Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 80-81 (12.10.1894)
- Date
- 1894-10-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2448412-2448485--39428-2487578- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wiesen hat allen Richtungen der Windrose dar, in der ausgesprochenen Absicht, roy*i mnn btä um diese bösen Geister des Eigennutzes, der Habsucht und des Selbsttnteresses aus unserem Bereich zu weisen. Aber der Mittelpunkt, um den sich alles bewegt, ist Sefer Thora, ist der Wille Gottes, der alle und alles überragt. Er ist tu dem Kreislauf aller irdischen Güter und ihrer Besitzer, den unser Rundgang ausdrückt, das einzig Feststehende. irry N'bi .tV un Unsere Augen so auf Gott gerichtet und in dem Bewußtsein, daß Gottes Blick dem unseren begegnet, haben wir für uns keine Wünsche mehr. Aber Njynn 'n ywcb Aber um deinetwillen o Gott hilf doch! Damit dein Wille durch uns gefördert werde, daß wir die rechte Einsicht erlangen, die Güter, die unsere Hände umfassen, in deinem Sinne zu verwenden, daß uns ein Leben beschieden sein möge, welches Gott in allen seinen Aeußerungen wiederstrahlt, wie wir es in den ernsten Tagen des Jahresanfanges von seiner Gnade erbaten: D'n -n -pyoV Dvm -iddzi uaroi „Schreibe uns ein in das Buch desjenigen Lebens, das um deinetwillen o Gott gelebt wird!" Wohl scheint es vermessen, wenn der schwache, hinfällige Mensch sich zur Mitwirkung an des Allmächtigen Schöpfungswerk berufen glaubt, aber der winzige Sterbliche ist doch ebenfalls ein Geschöpf Gottes, geschaffen zur Verherrlichung seines Schöpfers, . deßhalb Njytsnn unth *pyo^ möge uns Gott als unser Schöpfer die einzige wahre Hilfe gewähren, die uns als Mitarbeiter an seinen göttlichen Zwecken und Zielen allein Bestand und Dauer verleiht. Dafür hat Gott einen Funken seines Geistes in unsere Brust gesenkt, der für alles Göttliche flammt und glüht und uns höher und höher zu dem göttlichen Lichlquell zieht, dem er entflossen ist. Und wenn dieser Funke auch getrübt, wenn die edlere Regung auch von Leidenschaft und Sünde niedergehalten würde, Gottes Vaterltebe ist stärker als unsere Leidenschaft, er erlöst uns aus den Gefahren die unseren Körper, wie von denen, welche unseren Geist bedrohen, es ist unser Annehmer xjyea-i uVnu yysb der uns seine Hilfe nicht versagt, wenn wir ihrer am dringendsten bedürfen, der uns selbst dann nicht verläßt, wenn wir ihn verlassen, der uns aufsucht, wenn wir ihm den Rücken wenden, und uns seine Hilfe bereit hält, wenn wir den Gedanken an sie verloren haben joytsnn utcnn “pyo^ Daß dies alles kein Phantom, daß es greifbare, lebendige, geschichtliche Wahrheit, vielfach erprobte und bewährte Erfahrung in dem Geschicke Israels und jedes Einzelnen ist, das feiern unsere Hoschanoth mit einer Gluth der Sprache, mit einer Wärme der Empfindung, mit einer Meisterschaft in der Handhabung von Bildern und welche diese Piecen unseres Machsor, zur vollendeten Krone alles Schönen und Herrlichen macht, das unsere Denker gedacht und unsere Dichter gesungen. Greifen wir irgend einen Juwel aus dieser Krone heraus, um durch eine, wenn auch das Original bei weitem nicht erreichende Uebertragung eine Ahnung von der Fülle der Gedanken, von der Tiefe des G.'tstcs und der Höhe der Gesinnung zu vermitteln, welche aus jeder Wendung dieser gedrungenen, abrupten Sätze uns in so ergreifender, überwältigender Weise anmuthet: Ein Volk bin ich wie Mauerwall, HÖFI UN DN An Helle gleich dem Sonnenball, nDI“D n*p Hingestreut und doch gemieden, miDl rpj Jst's der Palme gleich geblieben. "ran? nDO“I Den Todtschlag nimmt es für Dich hin, *py runnn Läßtlammgleich sich zur Schlachtbank zieh'«, nHDtt ]N9D nDETIJI Unter Höhnende versprengt TD’yDD J’3 »Tn* Es an Dir allein nur hängt. "p npDT Dpnn Es hat Dein Joch sich auferlegt, Weil's einzig Deine Einheit hegt, ES ist selbst in'S Exil getrieben Der Lehrer Deiner Furcht geblieben. ■piy ruyiu ■prP riTT "]DNT niD? Man hat die Wange ihm zerrauft, Hat seinen Schlägern es verkauft, Doch Deine Bürde hat's getragen In Armuth und von Sturm erschlagen. ruim myD nuy Der Güt'ge selber hat befreit, Die Schafe seiner Heiligkeit, So, daß Jakobs Volksgemeinde Sich durch einen Namen einte. N'MV m>D D’EHp ]NS npy n^np "pita tTDittn Sie rufen Deine Hilf' herbei, Gestützt auf Dich hallt laut ihr Schrei: Hilf doch! Hilf doch! Hosianna! NJ Ml.N DUMtP ■py D'Dion nj ygnn Was sich durch keine Uebertragung auch nur andeutend wiedergeben läßt, das ist die unvermittelte Einwirkung, welche die bloße Gruppirung der einzelnen Sätze durch den Gegensatz hervorbringt, den die kurz hingeworfenen, abgerissenen Gedanken so prägnant veranschaulichen. Wohl darf Israel sich mit der Mauer vergleichen, in welche alle Gewaltigen der Erde Bresche legen wollten und die sich trotz aller Stürme aller Zeiten bis auf diese Stunden in Ehren behauptet hat. Aber unter diesem Bilde erscheint Israel als das sich Abschließende, Jsolirte, das sich auf sich selbst beschränkt und von der ganzen übrigen Umgebung absondert. Das ist Israel aber nicht. Seine Jsolirung ist nur eine scheinbare, seine Eigenart hat es nicht gehindert, der Sonne gleich, mit