Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 77-78 (27.9.1894)
- Date
- 1894-09-27
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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151 vergassen mrj jedoch liehen Handwerker Aa :n UnterStt der in Noth befind- und Gewerbetreibenden, . __ HMg unser Verein ja von voru- 4 . j -Ä »LkM^M'Wahne geschrieben hatte. Wer mit -fSfilem begründeten Gesuche an uns wandte, Ufern wurde, soweit es unsere Mittel erlaubten, Beistand gewährt. So gaben wir an Personen (Schreiner, Schneider, Schuster, iänpner, Graveure, Färber, Schmiede, Chirurgen, iadenbesitzer u. s. w.) zinslose Darlehen in Höhe von 3300 Frcs., und hatten die Genugtuung, dass sich die Rückzahlungen auf 1710 Frcs. beliefen. Es zeigt sich bereits, dass unsere Bestrebungen nicht ganz erfolglos sind, und dass das entwürdigende System der Bettelei doch schon in arbeitsfähigen ehrliebenden Kreisen Jerusalems die verdiente Verachtung geniesst. Ferner bewilligten wir eine Anzahl von Nähmaschinen gegen Ratenzahlungen, sowie Lehrgeld für 3l Knaben im Betrage von 1030 Frcs. Um den Schülern zu ermöglichen, sich später im Verkehr mit der Tagesbevölkerung ihren Lebensuntei halt zu erwerben, gewährten wir auch in diesem Jahre die Kosten des arabischen Unterrichtes in den Talmud-Torah- Sehulen der S e p h a r d i tu und Moghrabim in Jerusalem und der Gemeinde Hebron. Sechs bereits längere Zeit zu ihrer Ausbildung in Europa sich auf haltende junge Leute subventionirten wir mit zusammen ca. 1000 Mk. Wir warnen aber bei Erwähnung dieser Thatsache aufs dringendste davor, dass, wie zu unserem Bedauern in letzter Zeit öfter vorgekommen ist, Leute aus Palästina ihr Gesuch hier persönlich Vorbringen, statt ihre Wünsche schriftlich an uns oder Herrn A d e 1 m a n n gelangen zu lassen, oder aufs Gerathewohl nach Deutschland kommen, in der Erwartung, hier weiter ausgebildet zu werden. Wir sind fest entschlossen, solchen Personen in Zukunft keine Unterstützung irgend welcher Art zuzuwenden. Baare Gaben wurden in Palästina nur in dringenden Nothfällen verabreicht, hingegen, wie im Vorjahre, Kohlen mit 10 °/0 Verlust für den Verein an die Bedürftigen abgegeben. Ferner spendete das Hilfscomite für die russischen Juden auf unsere Befürwortung den armen Emigranten in Jaffa 1000 Francs, und weitere 300 Mk. zur Beschaffung von Mazzoth. Leider ist, entgegen unserer im letzten Berichte ausgedrückten Hoffnung, das Edikt, wodurch nichttürkischen Juden der Erwerb von Häusern und Ländereien in Palästina unstersagt ist, noch nicht aufgehoben. In Folge dessen konnte auch unser Haus in R a m 1 e h noch nicht auf uns über schrieben werden. lieber die Niederlassungen jüdischer Handwerker und Gewerbetreibenden, die wir zur Entlastung Jerusalems an genanntem Orte, sowie in Lud, 8chechem (Nablus)und Nazareth gegründet haben.gehen uns gute Nachrichten zu, doch können sie sich noch nicht selbst erhalten. Für den Unterhalt von Lehrern, Schächtern und rituellen Anstalten daselbst haben wir abermals über 3000 Frcs. ausgeben müssen. Sämmtlichen Mitgliedern und Spendern, die uns in unseren Arbeiten unterstützt haben, sagen wir unseren wärmsten Dank, mit der Bitte, unseres Vereins doch recht oft zu gedenken. Einer der eifrigsten Sammler war auch im abgelaufenen Jahre unser Comitemitglied Herr Bezirksrabbiner Dr. Salvendi in Dürkheim; ihm sei unser spezieller Dank gewidmet. Von Ihrer Hochwohlgeboren, Frau Freifrau Wilhelm Carl von Rothschild dahier wurde uns auf Veranlassung des Herrn Henry A. Franklin in L o n d o n, Mitglieds des Comitös, die hochherzige Gabe von 3000 Mk. zur Verfügung gestellt, um in Jerusalem das Spitzen klöppeln als Erwerbszweig für Frauen und Mädchen einzuiühren. Wir haben den Betrag getrennt gehalten und nicht unserer allgemeinen Kasse zug fführt, in der Erwartung, dass die menschenfreundliche Absicht der edlen Spenderin sich in Kürze verwirklichen lasse. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Schwierigkeiten, welche sich dem Unternehmen entgegenstellen, und die Kosten, welche seine Ausführung verursachen würde, vorerst noch allzugross sind, und wird deshalb, zufolge der gütigen Erlaubniss der Frau Baronin, der obige Betrag für ähnliche Zwecke nach und nach zur Verwendung kommen dürfen. Leider müssen wir unseren Bericht mit einer traurigen Nachricht beschliessen. Am 28. April d. J. verloren wir Herrn Arnold Merzbach dahier durch einen plötzlichen Tod. Mitgründer unseres Vereins, Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses von Anbeginn an, war der Verblichene der pflichteifrigste Verwalter, der liebenswürdigste College, der wärmste Freund aller Bedürftigen, der mitleidige Befürworter aller unsere Hilfe Nachsuchenden. Schwer werden wir seine Mitarbeit vermissen; sein Andenken aber wird bei uns und Allen, die ihn kannten, in Ehren bleiben und nie erlöschen. Frankfurt a. Main, im Juni 1894. Der geschäftsführende Ausschuss: Rabb. Dr. Hildesheimer in Berlin, Vorsitzender. Alfred Geiger in Frankfurt a. Main, Schriftführer. Briefkasten. An alle meine geehrten Herren Correspondenten die ebenso höfliche als dringende Bitte: 1. Die Spenden-Liste von den brieflichen Mittheilungen „Stetsju tJ en n t zu halten.