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Der Israelit · 1894-09-27 · Heft 77-78 (27.9.1894) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 77-78 (27.9.1894)
Date
1894-09-27
Page
– (sequence 29)
Language
German
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1461 In § 14 (jetzt 13: Bezirkstage) wird der Satz von der Einladung, weil schon in 8 10 (jetzt 9) enthalten, gestrichen desgleichen entsprechend früheren Beschlüssen die Nummern 2 und 3, die vom Kassenbericht und der Vorsteherwahl handeln; in Nr. 6 (jetzt 4) das Wort „Beamten": in Nr. 7 (jetzt 5) die Worte „dem Präsidenten zu übersenden". Bei Nr. 5 (jetzt 3) empfiehlt Gra f-G log au die Diskussion über die Lehrprobe zu streichen und dieselbe in jedem einzelnen Falle dem Befinden des Bezirkstages und des betreffenden Lehrers anheimzustellen, da derselbe sich sonst vielleicht genirt fühlen könnte, und für die Lehrprobe selbst sich mitunter aus diesem Grunde kein Lehrer finden dürfte. Die „Diskussion" wird gestrichen. In § 15 (jetzt 14: Wahlen) beantragt Graf-Glogau die Streichung des zweiten Absatzes: „Beschlüsse von prinzipieller Wichtigkeit für die Gesammtheit des Verbandes bedürfen der Genehmigung des Präsidiums." Der Präsident begründet diesen Satz damit, daß das Präsidium, das aus den von den Bezirksmitgliedern frei gewählten Bezirksvorstehern bestehe, mit größerem Rechte die Vertretung und den Willen des Verbandes und seiner einzelnen Mitglieder repräsentire, als der einmal jährlich an verschiedenen Orten zusammentretende VerbandStag. Letzterer sei eigentlich nur eine Controllbehörde, die darüber zu wachen und zu prüfen habe, daß die Verwaltung richtig auSgeübt werde. Die einzelnen Verbandsmitglieder aus dem ganzen Reiche seien nicht im Stande der großen Entfernungen wegen alle auf dem Verbandstage zu erscheinen, die Praxis werde ergeben, daß in der Regel aus dem Bezirke, in dem der VerbandStag abgehalten werde und aus den Nachbarbezirken die Mitglieder zahlreicher kommen werden, aus den anderen Bezirken vielleicht nur die Bezirksvorsteher. Dies schade auch nicht, weil die BezirkSmitglieder Gelegenheit haben, ihrer Meinung auf den Bezirkstagen Ausdruck zu geben und ihre Vorsteher zu beauftragen, derselben auf dem VerbandStage Nachdruck zu verleihen. Der VerbandStag aber, der aus einer zufälligen Mehrheit von Mitgliedern eines oder einiger Bezirke bestehe, sei deshalb nicht immer in der Lage bindende Beschlüsse von prinzipieller Wichtigkeit für die Gesammtheit des Verbandes zu fassen. Daher sei ein Korrectiv wohl angebracht in dem Veto aller Bezirke, deren legitime Vertretung ja die Bezirksvorsteher qua Präsidium darstrllen. Dem gegenüber wird von Graf und Wreschner betont, daß der VerbandStag doch einmal den gesetzlichen Willen des gesammten Verbandes bedeute, und daß der bedenkliche Beschluß eines Verbandstages auf dem nächsten Verbandstage aufgehoben werden könne. Dr. Silberberg- Ra witsch, macht einen Compromitzvorschlag, für das Präsidium die Mehrheit der Bezirkstage einzusetzen. Der Antrag Graf erhält jedoch die Mehrheit. Die Heiden letzten Paragraphen werden debattelos genehmigt. Zur Diskussion steht noch der bis zum Schluß zurückgelegte 8 2, der von den Zielen des Verbandes handelt. Da über denselben die Meinungen weit auseinander gehen und die Zeit schon sehr vorgerückt ist. so beschließt die Versammlung, diesen Paragraphen der Entscheidung des Präsidiums zu unterbreiten. Dasselbe hat sich in schriftlicher Abstimmung mit großer Mehrheit nach Vornahme einiger formaler Aenderungen für Beibehaltung der ursprünglichen Fassung entschieden, welche die Programmpunkte des Aufrufs wiedergiebt. Ein Antrag vonDr.Bamberger-Schrimm,inden82 auch einen Punkt aufzunehmen, nach welchem der Verband eintreten soll für Uebertragung der Schulinspektion an die Rabbiner, wird wegen seiner weittragenden Bedeutung einer späteren eingehenden Berathung Vorbehalten, von einer Aufnahme desselben in die Satzungen wird jedoch Abstand genommen. Den folgenden Gegenstand der Tagesordnung bildet die Festsetzung des Jahresbeitrags. Dazu liegt eine Reihe von Anträgen vor; vom Präsidenten: ein halbes Procent des festen Gehalts (d. i. 5 Mk. pro Mille) zu erheben; dazu ein Amendement von D r. Cohn-Kattowitz: ein viertel Procent von den Mitgliedern, welche auf die Gegenleistungen des Verbandes verzichten; vonDr. Bloch- Posen und Dr. Blumenthal-Ratibor einen bestimmten Beitrag zu erheben für alle Mitglieder, der nicht höher als fünf Mark sei; von Dr. Wr esch ner-Sam ter und Graf-Glogau: einen jährlichen Beitrag von 6 Mk. festzusetzen; und zu diesem Anträge ein Amendement von Ledermann-Breslau und Julius Neustadt- Breslau: von den Einkommen unter 1200 Mk. nur 3 Mark zu erheben. Die Versammlung erklärt sich unter Ablehnung aller anderen Anträge für Festsetzung eines Jahresbeitrags von 6 Mk., von 3 Mk. für diejenigen Mitglieder, deren Gesammteinkommen 1200 Mark nicht erreiche. Von Erhebung eines Eintrittsgeldes wird Abstand genommen. Zuletzt nimmt die Versammlung noch die Constituirung der Verwaltung des Verbandes vor. Auf Vorschlag von Dr. Louis Neustadt-Breslau, der schon bei dem vorigen Gegenstand der Tagesordnung die Leitung der Verhandlung anDr. Wreschne r-S a m t e r abgetreten hat, schreitet man zur Bildung folgender Bezirke: 1 Oberschlesien, II Mittelschlesten, III Niederschlesien, IV Südposen, V Netzedistrikt, VI Ost- und Westpreußen, VII Pommern, VIII Brandenburg mit der Bestimmung, daß bei Ausbreitung des Verbandes nach Westen und Süden die Abgrenzung neuer Bezirke entsprechend der Mitgliederzahl vorgenommen werde. Als Vorsteher für die genannten Bezirke werden auf denselben Vorschlag hin gewählt unter Vorbehalt der Wiederwahl auf den Bezirkstagen die Herren: I. Rabbiner Dr. Cohn-Kattowitz. II. Prediger und Religionslehrer Jacob B äh r-Reichenbach. HI. Lehrer Max Graf-Glogau. IV. Rabbiner Dr.Leopold Wreschne r-Samter,V.Rabbiner Dr. G. Perlitz-Nakel, VI. Rabbiner Dr. Victor Nordheimer-Schwetz, VII. Prediger Josef Bauer-Cöslin,VIII. Rabbiner Dr. OScarBaehr Prenzlau. Diese Bezirksvorsteher bilden nach 8 6 das Präsidium. Auf Grund desselben Paragraphen cooptirt das Präsidium die Herren Rabbiner Dr. S. Baeck-Lissa, Dr. Philipp Bloch-Posen,Dr. Louis Neustadt-BreSlau,Dr. R o s e n t h a l-Rogasen und wählt aus seiner Mitte den geschäftsführenden Ausschuß bestehend aus den Herren Dr. LouiS N e u st a d t-Breslau als Präsidenten, Dr. L e o p. W r es ch n e r- Samter und Max Graf-Glogau als Rendanten. Dr. Wreschner-Samter dankt am Schlüsse Namens der Versammlung dem Vater des Verbandes und seinem Tagesprästdenten, Herrn Dr. Louis Neustadt-BreSlau für feine bisherige arbeits- und erfolgreiche Thätigkeit und ersucht die Versammlung sich zum Zeichen deS DankeS von den Plätzen zu erheben, was geschieht. Schluß 6 Uhr. Somit ist der Verband begründet und seine Verwaltung constituirt. Möge sie viel Segen stiften zum Heile des Judenthums und zum Wohle seiner Bekenner, das walte Gott. Amen. Weferate. A. Referat za dem Programmpuukt: „Lehrerheim" von Lehrer Max Graf-Gloga«. Meine Herren! Das Thema, über das vor dieser Versammlung zu sprechen ich die Ehre habe, ist ein sehr dankbares, denn ich habe nicht nöthig Ihnen erst einen langen Beweisapparat

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