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Der Israelit · 1894-09-27 · Heft 77-78 (27.9.1894) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 77-78 (27.9.1894)
Date
1894-09-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1437 reden. In Nr. 75 dieses geschätzten Blattes erhebt ein Herr G. Hopp aus der Residenz Usch Prov. Posen, seine Stimme, indem er sagt: „Wieder um eine schöne Hoffnung und auch um eine schöne Summe Geldes sehen sich diejejenigen Cultusbeamten ärmer, welche der in der pädagogischen Beilage Nr. 41 dieses Blattes enthaltenen Warnung, sich nicht der Neugründung des Vereins dtin ran« anzuschließen, nicht Gehör schenken wollten." Hierauf erwiedere ich Folgendes: Es ist unwahr, daß der Leiter des Vereins Herr Gelbart, der zur Gründung dieses Vereins an ca. Sechshundert M. in humaner Weise aus seiner eigenen Tasche geopfert (Beläge hierüber in Händen meiner Wenigkeit vorhanden), das Szepter an sich geriffen und seine Souveränität wie ein Roeller äs droues stabilirt. Herr Gelbart ist, wie ich und auch viele andere Collegen Augenzeugen gewesen, einstimmig als „Leiter" aus der Wahlurne hervorgegangen. Diese Erklärung gab ich auch der Redaction des „Jeschurun" nach dem Erscheinen ibreS verleumderischen Artikels, doch, aus welchen Gründen, weiß ich nicht, versagte mir diese, dies in der Urform zu bringen und forderte vielmehr Herrn Lehrer Graf-Glogau auf, das Wort gegen meine Erklärung zu ergreifen, dem ich nun gerüstet entgegenstehen will. Es ist ferner auch unwahr, daß Herr Gelbart Aemter nach Gutdünken vertheilt. Es sind damals als Vorstands-Mitglieder gewählt worden, 1. Gelbart. 2. Eichenbaum. 3. meine Wenigkeit. Ich wurde dann von dem Gesammtvorstande zum Rendanten gewählt. Um die schöne Summe von Beitritts- und Beitragsgelder, die bis jetzt von unseren Vereinsbrüdern erhoben wurde, sind dieselben Gottlob nicht ärmer geworden, denn, die Gelder find in zwei 3°/0 bringenden Sparkassenbüchern angelegt und sind dieselben in meinen Händen. Auch um schöne Hoffnungen ist der Verein Gottlob nicht ärmer, denn trotzdem derselbe gleich vom Beginne an „unberufen" zahlreich an Mitgliedern gewesen, so steigt Gottlob deren Zahl von Tag zu Tag und Woche zu Woche, nnT p! Herr Gelbart übergab die Geschäfte des Vereins schuldenfrei, sämmtliche Auslagen und Ausgaben bis nach Constituirung defselben, bestritt er aus eigenen Mitteln und brachte er dem Vereine solche nie in Anrechnung. Sämmtliche Beläge hierüber sind in meinen Händen. Ferner kann ich dem mir unbekannten Herrn Hopp Gottlob die Versicherung geben, daß der, wenn auch noch sehr junge Verein, dennoch sehr zahlreich an Mitgliedern ist und werden die Angelegenheiten und Geschäfte derselben derartig regelrecht und accurat geführt, daß er in Usch auch weiter ruhig fortlebcn kann. Wenn Herr H. in Zukunft das Bedürfniß fühlen sollte, die Redaction mit einem Berichte zu erfreuen, so gestatte ich mir ihm den freundlichen Rath zu ertheilen, daß in erster Reihe das 207, mpm naran ntrni nicht unbeachtet zu lassen und nicht auf's Geradewohl hochgeschätzte jüdische Zcitungen mit dem Geifer der Jntrigue zu besudeln. S. L. Ehrlich, Obercantor. Von anderer Seite schreibt man uns überden gleichen Gegenstand Folgendes: Berlin. Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, verdient es veröffentlicht zu werden, daß der unermüdliche Bruder Heinrich Gelbart in Magdeburg 550 M. zum Zwecke des Bruderbundes dtik narv gespendet hat, sodaß die Leiter von den eingegangenen Geldern keinen Pfennig anzugreifen brauchen. Derselbe läßt es sich aber auch nicht nehmen, sämmtliche Druckkosten, Porto, Zeitungen, Vereinsorgane für die nächste Generalversammlung am 28. und 29. October cr. auch aus eigener Tasche als nau zu bestreiten. Wreschen (Provinz Posen.) Das Scheiden des Gemeinderabbiners Herrn Dr. C 0 hn aus der hiesigen jüdischen Gemeinde hat bei allen Mitgliedern lebhaftes Bedauern erweckt. Die Liebe und Achtung, welche der Scheidende sich hier zu verschaffen gewußt, zeigte sich auch auf dem hiesigen Bahnhofe, als Herr Dr. Cohn mit seiner Familie von hier abfuhr. Der Perron war von einer großen Menschenmenge gedrängt voll. Die Schüler, geführt von ihren Lehrern, waren ebenfalls erschienen. Der Knabe Adolf Kuttner überreichte namens der Kinder ein Blumenbouquet und rief dem Scheidenden ein herzliches Lebewohl zu. Auf der Plattform des Eisenbahnwagens stehend, verabschiedete sich Herr Dr. Cohn von der Gemeinde und konnte nur wenige Worte sprechen, so wurde er vom Schmerze der Trennung übermannt. Einige Freunde fuhren noch bis zur nächsten Station mit. Auch durch mancherlei Ehrengaben wurde Herr Dr. Cohn erfreut. H. Wolff. Iserlohn, 12. September. Auch hier hat Ahlwardt eine seiner bekannten Versammlungen abgehalten, in welcher er seine bis zum Ueberdrub wtedergekauten Widerwärtigkeiten für 30 Pfg. & Perlon zum Besten gab. Nach der Ahlwardtrede ergriff der Lehrer und Prediger der hiesigen jüdischen Gemeinde Herr Salamon zu einer kurzen Entgegnung das Wort. Leider verbietet mir der knappbemessene Raum Ihnen die ebenso geistreiche wie schlagende Rede ausführlich mitzutheilen. Herr Salamon schloß: „Ich glaube, am heutigen Abend werden alle, sowohl Christen, denen das alte Te-

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