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Der Israelit · 1894-09-24 · Heft 76 (24.9.1894) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 76 (24.9.1894)
Date
1894-09-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1419 in ihrer ganzen Liebesgröße zum Bewußtsein kommt, wird's Helle, ub irn 'n 'n. — Wer je die mächtige Innigkeit empfunden, womit unser Leben und Geschick an Gottes H geknüpft ist, und stch's gelobt hat, mit allem Denken und Fühlen, jedem Wollen und Streben „Dein" und nur „Dein" zu sein, für den verliert alles Leid sein Weh und jeder Schmerz seinen Stachel. Vor dieser Gesinnung weicht die Nacht, jeder Gedanke, jedes Wort, jede That, die aus solch wackerem Vorsatz erblüht, ist pmfr ym -w, ist eine in alle Lebensfugen gestreute Lichtsaat, aus der ewige, ungetrübte Tageshelle erblüht: dv Drückend und beengend wird der Gedanke 'an Gott nur für denjenigen, der ihm nicht ganz mit allen seinen Consequenzen Rechnung trägt. Wer mit seinem Denken und Wollen in der Zeitlichkeit, ihren Freuden und Sorgen wurzelt, wer in erster Reihe der Welt und ihren Ansprüchen, und in zweiter Reihe erst Gott und seinen Gesetzen huldigt, wer dem Augenblick und seinen Forderungen ganz, Gott und seinem Willen aber nur „auch" gehört, dem wird der Gottesgedanke durch den Lebensgenuß und der Lebensgenuß durch den Gottesgedanken vergällt und getrübt rfrb ib Deshalb ringt sich in 'den Morgenstunden dieser Tage das Bekenntniß unserer nationalen und individuellen Unvollkommenheit, unserer Schwäche und Hinfälligkeit, unserer Unzulänglichkeit und Fehlbarkeit aus den bewegten Herzen über die betenden Lippen. Aber jedes einzelne Bekenntniß hebt uns höher, zeigt uns crom ndd by arv bN Gott und seinen aus Liebe und Erbarmen gewobenen Köntgssitz, zeigt uns „Liebe" als den Grundton seiner Wallung, wie er die Verirrungen seines Volkes verzeiht, jeden Fehler zum ersten und zweiten Male noch übersteht, aber selbst den gewohnheitsmäßigen und principiellen Sündern Verzeihung und Vergebung in reichster Fülle entgegen bringt, Wohlwollen an allen übt, die er aus Körper und Geist gebildet, und niemals das Böse so hetmzahlt, wie es geübt worden; wie er uns selber die dreizehnfache Waltung gelehrt, in welcher seine Liebe sich äußert, wie er darauf das dreizehnfach geknüpfte Bündniß mit seinem Volke gegründet, dessen Geheimniß er in grauer Urzeit schon seinem bewährten Diener mttgetheilt, als er damals in die Wolke gehüllt vor seinem Antlitz mit dem Rufe vorüberzog: 'n 'n Gottes Liebe bleibt dieselbe vor wie nach der Sünde, Gott ist die Allmacht, die liebe- und gnadenvolle, langmüthig, reich an Liebe und Wahrheit, jede Gutthat tausenden von Generationen bewahrend, der jeden Frevel trägt und jeden Abfall und Leichtstnn und jeden rein spricht, der reuig zu ihm zurückkehrt. Hoch am Firmament glänzten die Sterne, deren mildes Licht die finstere Nacht durchdrang und die Beter geleitete, als sie die gemeinsame Stätte ihres Gebets aufsuchten. Vor dem neu erstandenen Tageslicht haben sie sich zurückgezogen, um, wenn das Gebet der Beter erhört, am Ausgang des Versöhnungstages, die vom himmlischen Vater gewährte Versöhnung mit ihrem Lichtgruß zu besiegeln. Bis dahin aber sind es nicht nur die Morgenstunden mit ihren Seltchoth, sondern alle Aeußerungen des uns umgebenden Lebens, denen der Ernst des Augenblicks ausgeprägt ist: Der Vogel, der seine zweite, bessere Heimath aufsucht, die Sonne, die ihre letzten Gluthstrahlen zur Erde sendet, die Blume, die ihren Schmelz ablegt, die Frucht, welche ihrer letzten Reife entgegenstrebt, die Stürme, welche auf ihren rauhen Schwingen, die letzten Sommerfreuden zu entführen drohen. Diesem Ende entzieht sich nichts: Alle sind sie dem wandelbaren Gesetze des Kommens und Gehens, des Blühend und Melkens, des Lebens und Strebens unterworfen. Noch wenige Tage und der Vogel ist entflohen, der Sonnenstrahl ist gebrochen, die Blume ist abgestorben und die Frucht abgefallen. Lauter tosen die Stürme über das schneeige Leichentuch des Winters hin und Verwesung folgt auf die Vollendung, deren sich alle Gebilde der Natur erfreuten. Aber vorher kehren die 'v' „die Tage des Willens" bet uns ein und mahnen und spornen uns durch festes, energievolles Wollen das winkende Ende des scheidenden Jahres und der absterbenden Natur zu überdauern. Deßhalb gönnt sich der denkende Jude in diesen Tagen nicht Ruhe und Rast, deßhalb beginnt er vor dem Grauen des Tages durch Verzicht auf Ruhe und Schlaf die Stählung seines Willens, deßhalb steigert sich diese Selbstbearbeitung und Selbstheiltgung von Tag zu Tag bis zum Tage der Versöhnung. Die crom 'v' jüdische Gnadenzeit fällt mit den psn »o» mit den T agen des Willens zusammen! Möge es uns beschieden sein jene durch diese zu verdienen! ms 'n y&b vb pam D no» im „Möge sich an den Willen richten diese Worte meines Mundes und das Sinnen meines Herzens vor Dir o Gott, mein Hort und mein Erlöser!" Zeitungsnachrichten und Correspoudenzeu. Deutschland. Frankfurt a. M, 20. September. (Die Schächtfrage und der Thterfchutz.) In der gestrigen, vom Frankfurter Verein zum Schutze der Thiere abgehaltenen öffentlichen Versammlung führte Dt-

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