Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 73 (13.9.1894)
- Date
- 1894-09-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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- Isaiah 1× ep/1005097
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1538 Erfahrungssatz unserer Weisen bestätigt finden: ba psa pimBn npDJP oipv „Ueberall, wo die Freigeister ihrer Willkür freien Lauf ließen, findet sich sofort zur Stelle die Widerlegung." Drei Verse vorher finden ste die Sammlung Israels dort ausgesprochen, die hier durch diese Auslassung vertuscht werden sollte. O'bn: o'omai i'riwy iop yna 182PN „In einem kleinen Augenblick habe ich dich verlassen und mit großem Erbarmen werde ich dich sammeln." — Es muß allerdings der Wahrheit gemäß eingeräumt werden, daß man kaum einen Satz aus den Propheten herausgreifen kann, in dessen Nähe sich keine auf die Wiedervereinigung Israels sich beziehende Verheißung fände. Aber das stört große Geister nicht; sie sind grundfest und dulden keine anderen Grundsätze neben sich. Die man ’piDs haben ste der Form nach, allerdings wesentlich gekürzt, beibehalten. Um aber wenigstens einen greifbaren Unsinn dabei zu begehen, tragen diese, durch Namen und Inhalt als Gesangesparthien bezeichneten Stücke, die Ueberschrift: Stilles Gebet. In narw’ fehlen die Attribute: rau nbnooi -y maboi nonp mssrt'i , nbnn ,nrfos) ,nbvu und am Ende die Bezeichnung: nwbsjn pw. Daß die Herren dem lieben Gott, die Unüberwindlichkeit, Herrschaft, den Sieg u. s. w. absprechen, gehört zum Stück. Ohne diese Absprechung hat ja das ganze Reformjudenthum keinen Sinn. Aber auch an und für sich hat diese Häufung von Attributen ihre sanitären Bedenken. Diese Attribute sollen nach dem n"br in einem Athemzug gesagt werden. Die heilige Sprache hat für Kürze;des Athems und des Geistes einen und denselben Ausdruck. Wenn auf Grund dieser Synonymität nach den bisherigen Proben des Geistes ein Schluß zulässig ist, so haben die Gevattern dieses Gebetbuches alle Ursache mit ihrem Athem haushälterisch umzugehen, was ihnen durch diese Streichung nun leicht möglich ist. Da in dem auf S. 32 aufgenommenen und übersetzten 136. Psalm Gott noch als derjenige gefeiert wird, der allein große Wunder thut r.ts'yb nab nibna nwbsJ, so sind uns die „zwingenden Gründe," welche für Streichung Gottes als Herrn aller Wunder nwbsjn jvw plaidirten, nicht erklärlich. — Dagegen hätten wir, wenn die man ’piDö wirklich ein stilles Gebet sind, hier statt n'ra “inian rno? die Aenderung t^nba nbcna nman vorgeschlagen! In der iw istv naaa, dieser herrlichen Perle unseres alten Gebetbuchs, hat die Razzia unserer Gebeibuchstürmer so furchtbar gehaust, daß man die ursprüngliche Fassung kaum wieder erkennt. Das ergreifende dieser nana, daß, wie das Tageslicht jeden Morgen die Nacht überwindet, so auch über Zion einst das Gottesltcht wieder aufgehen werde, diese Parallele mußte natürlich von vornhinein ausfallen. Daran glauben sie ja nicht, von der Hoffnung Israels haben sie sich ja losgesagt! Es ist aber schön, daß sie wenigstens an das Tageslicht glauben und dem noch ein Plätzchen gelassen haben. Die Stelle: -wiDom nawon wo nab oonon “jbon □biy nio'D Nttonnm mußte aus tendenziösen Rücksichten fallen. Wenn die biedern Westphalen erführen, daß Gottes Königsmajestät schon von jeher in ihrer Erhabenheit gefeiert und seit ewigen Zeiten verherrlicht wurde, bevor ihr neues Gebetbuch das Licht der Welt erblickte, so könnten sie auf sehr ketzerische Gedanken verfallen! Die heiligen höheren Wesen und Sphären, die Seraphim und Ofanim, sind aus der westphälischen Tefilla verbannt. Ihre Ausweispapiere, die in den prophetischen Büchern von Jesaja, Jecheskel, Daniel u. a. niedergelegt sind, werden von unserer Gebetbuchpolizei nicht anerkannt. Daß Gott nicht mehr in dem Verband der westphälischen Gemeinden nionbo bya mann rwy genannt und somit nicht mehr als derjenige gefeiert wird, welcher Neuerungen schafft und Kämpfe entfacht, ist begreiflich. Das besorgen die Herren selber. Wie überall werden den Neuerungen auch hier die Kämpfe auf dem Fuße folgen. Warum aber Gott nicht mehr in nw®*i *nia iw iw», der Schöpfer der Heilmittel sein soll, während in der m»y rwoty die alte Bitte um Genesung sich nach wie vor findet, ist eine der vielen unseren Horizont überragenden Unbegreiflichkeiten. Sollen wir die Entstellungen, Streichungen, Einschaltungen und Willkürlichketten alle aufzählen, die sich oft dutzendweise auf jeder Seite findend Wie da mit der Schemone Esre umgesprungen wird! Sie leugnen den Erlöser und beten um Erlösung, indem sie omn \nb bw waoi in ’jab nbw N»aoi □n\ü umwandeln. Ste beten nicht mehr für die bfrOff’ »bin, sondern nur zum o>bin hbyi. Im i^y-Gebet streichen sie die Worte mxa n unw nbnj und in der Uebersetzung des om-Gebet deklamiren sie zwei Seiten später: „Wir seufzen in schmerzlichem Wehgefühl, daß unsere Prüfungszeit noch nicht zu Ende, daß wir um unseres Glaubens willen noch immer der Verkennung und dem Vorurtheil ausgesetzt sind." Sie verurtheilen die Verleumdung, haben aber kein Wort gegen die Verleumder übrig, sie eifern gegen die Bosheit, aber mit den Bösen wollen sie es nicht verderben, sie haben daher D'^bobi in nu’ffbobi geändert und sprechen von nyan, wo die alte nbßn Gott um Beistand gegen nytn »wy anruft.