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Der Israelit · 1894-09-13 · Heft 73 (13.9.1894) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 73 (13.9.1894)
Date
1894-09-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXV. Jahrgang. M 73 Der Israelit. Ein Aenlrat-Hrgan für das orlhodore Audentßum. Begründet von vr. Lehman» in Mainz. Donnerstag, de» IS. September 5654 (1894). Leitender Artikel. Die religiösen Zustände in Westpyaten V. Aus Westphalen, im September. In wenigen Wochen geht das Jahr zur Neige. Der letzte Tag desselben sammelt uns in unseren Gotteshäusern und richtet unseren Blick zum Himmel mit der Bitte empor: rnpyi omax rvo -tot pnsr, daß Gott uns des Bundes mit dem Ahn unseres Volkes, mit Abraham gedenken möge, und die Bindung Jizchaks, des Aktes jener selbstlosen Hingebung auf der Moriahöhe, dessen Gedächtniß seit Jahrtausenden ein ganzes Volk zu demselben freudigen Opfermuth begeistert. Die Väter, Abraham gleich ihre Kinder Gott hinzugeben und die Kinder Jtzchak gleich sich von den Eltern Gott weihen zu lassen; diese That, sowie den sich für die Nachkommen Abrahams und Jizchaks daran knüpfenden Segen, den Gotteseid, der uns diesen Segen verbürgt, ruft uns unsere alte Tesilla alltäglich in die Seele, wenn wir im Frühgebet unS für die Kämpfe und Verlockungen des Tages, neu mit jedem Morgen durch die Worte rüsten: Z3NX b-yom »ja -jnna *ia -py umx ^ax ny npyjty titp pns’ ynt nnen nro 'oi roten 3J Unser neues Westphälisches Gebeibuch hat die gesperrt gedruckten Worte gestrichen! Da der Verfasser, wie wir bereits aus dem Vorwort wissen, sich ptetätsvoll gehütet hat, ohne zwingende Gründe an dem hebräischen Texte Aenderungen vorzunehmen „und in kleinlicher Weise Kritik zu üben," — so wird einem die Frage nach den Gründen für diese Verstümmelung nahe gelegt. Leugnen die neuen Westpbälischen Thesen den Gotteseid auf Moria? Und dieOpferbtndungJsaks? Oder sind dieser Eid und diese Opferung zu altmodisch, zu orthodox und zu einseitig, um vor den Augen unserer Gebetbuchdrechsler Gnade zu finden? Bei all diesen Gründen sollte man doch nicht auf vage Vermuthungen angewiesen sein! Denn, wenn einer von ihnen zutrifft, so muß auf dem nächsten Verbandstage auch eine neue Verunstaltung der Bibel beschlossen werden. Obwohl das schwache Receptions-Vermögen dieser wunderlichen Betbrüder die Bibel nur in homöpatisch auf drei Jahre vertheilten Dosen vertragen kann, so wird doch, wie aus dem Anhang ersichtlich ist, der Abschnitt xyi mit der mpy nar® noch dort gelesen. Wie vertrüge sich auf die Dauer dieser Widerspruch? Aber bet dieser Ausmerzung kann man wenigstens einen Grund, ja sogar mehrere vermuthen, und die Wahl fällt einem nur schwer, für welche Erwägung man sich entscheiden soll. Aber man stöbt in dem neuen Gebetbuch auf eine ganze Fülle von Weglassungen, bet welchen auch die findigste Comibinationsfertigkeit sich nichts Vernünftiges denken kann. In demselben Absatz sind bei dem Passus: mx nanxr fnanwr *poa "pa apy my pian nav nx nxap la nnDEJttf, die fettgedruckten Worte ausgelassen. Die Herren werden sich doch nicht so verrathen, daß sie die geringe Freude, welche ihnen alles Jüdische macht, Gott ganz absprechen? Welche Erwägung höherer kritischer Weisheit sollte hier sonst den Rothstift geführt haben? Da sie die Sammlung und Wiedervereinigung des zerstreuten Israel leugnen, so haben sie die Stelle Danx x*ax xvin nya ainaff no o'pi gestrichen und dafür einen Vers aus Jesaija C. 54 V. 10 gesetzt. Wenn das neue Gebetbuch Beter finden sollte, die nicht blos blinde Nachbeter sind, welche die neuen Zusätze vielmehr einmal an der Quelle aufsuchen, so werden sie auch hier den alten

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