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Der Israelit · 1894-08-30 · Heft 69 (30.8.1894) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 69 (30.8.1894)
Date
1894-08-30
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Diese eilten in wilden und ordnungslosen Zügen hinter den Grustern her und stießen nun ganz unvermuthet aus die Fußtrupven Kasimirs, während sie von diesen in jähen Vorstößen angegriffen wurden. Da wendeten sich die Grusier in wetten Bogen nach der Flanke zu, und durch einen kühnen Seitenritt gelang es ihnen, dem Feinde in den Rücken zu kommen. Die umzingelte russische Reiterei erschrack und gab sehr bald den Widerstand auf, Sie versuchten nach der Seite hindurch zu brechen, doch dieses mißlang ihnen, und sie wurden fast bis zum letzten Mann aufgerieben. Gleichzeitig mit der Nachricht des Unglücks, das den Großfürsten getroffen, war auch schon Kasimir mit den Seinen in dem Lager desselben. Alle, die bei ihm geblieben waren, wurden überrumpelt, und wer nicht umkam, gefangen. Dies letztere war auch das Loos des Großfürsten selbst. Auch ein Theil der aufständigen Adligen war in den Händen des Königs, nicht aber alle, und es stand zu vermuthen, daß diese ihre Kräfte wieder sammeln würden, um nun noch einen letzten Versuch des Wtederftands zu wagen. Da schickte Kasimir Boten umher, und ließ durch Herolde weithin ausrufen, daß er allen Ausständigen Gnade gewähre, die sich ihm sogleich zu Füßen werfen würden und so die Strafe von sich avwendeten. Da kamen sie Alle und unter den ersten derselben der Pan von Wola und der Pan von Rosny. Für den Mörder seines Vetters aber wollte der König keine Gnade walten lassen. Da berief sich der Pan von Wola darauf, daß er freiwillig sich dem König gestellt und seine Gnade angefleht habe, vertrauend auf den Erlaß Kasimirs, der allen Ausständigen Gnade verhieß, wenn sie sich vor dem König demüthigten und sich vor ihm nierderwerfen würden. Der edle Herrscher wollte lieber zwei Schuldige unbestraft lassen, als den Schein auf sich laden, als ob er sein Wort gebrochen oder ihm doch eine falsche Deutung unter - gelegt habe. Und so sah er sich denn sehr wider seinen Willen gezwungen, auch jene Beiden in den Generalpardon einzuschließen, den er erlassen hatte. Die Beiden aber knirschten mit den Zähnen, sie hatten kein Gefühl für die unendliche Gnade und Güte des Königs und sie ballten die Fäuste in der Tasche und flüsterten einander zu, daß auch ihre Zeit noch kommen würde.- Stegesgekrönt zog Kasimir in Lemberg, der damaligen Residenz seines Feindes, ein. In dem engen Thalkessel, durch den der Bach Peltceo fließt, fand sich kein Widerstand mehr und die Thore öffneten sich freiwillig dem großen Sieger. Das ganze, früher von den Russen besessene Land verwandelte Kasimir meine polnische Pcovtnz, die er „terra, rusaia.^ nannte, die in der Geschichte der späteren Zeit vielgenannte Provinz Reussen. Bon da aus wendete er sich nach Schlesien und Masovien, von woher die Russen Ersatz und Hilfe erwarteten, eroberte es in einem einzigen Stegeszuge und dikttrte in Fcaustadt diesen Ländern den Frieden. Fraustadt selbst behielt er in seinem Besitze. — Von da aus zog er triumphtrend zurück nach Lemberg; das ganze Land war von den Russen verlassen. (Fortsetzung folgt.) D« „Israelis erscheint wöchentlich zweimal, Montag- und Donnerstag-, jedesmal in mindestenzwei Vogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch ten Buchhandel pt destrhr« bei E. /. Ktetnackrr« Doßplah 16, — Inserate 26 Pfennig die viergespaltene Petitzelle oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. ästerr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Ei»« Nllrksendnng »»» a« die Redactiou eingesaudte« Maunscripte« findet nicht statt, «au bittet deshalb fich von allen Einsendungen eine Copie znrückznbehalte«. Inhalt sHanptblatt): Leitender Artikel: Die religiösen Zustände in Westphalen. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen : Deutschland: Frankfurt a. M. Ahaus. Berlin. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. — Italien: Rom. — Türkei: Philippopel. — Palästina. — Vermischtes. — Literarische Notiz. — Feuilleton: Esterka, Königin von Polen. Historische Erzählung von Hugo Freund (Fortsetzung). Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Index redivivus von Dr. Ed. Biberfeld in Karlsruhe. — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Berlin. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Baden b. Wien. — Vermischtes. — Feuilleton : Badeplaudereien. Inhalt der zweite» Beilage: An unsere Glaubensgenossen in Westphalen! — ZeitungSnachrichten und Correspondenzen : Deutschland: Berlin. Hannover. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Pohrlitz. — Literarischer Bericht. — Vermischtes. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition deS „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschast in Mainz. Hierzu zwei Beilage«.

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