Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 68 (27.8.1894)
- Date
- 1894-08-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1266 hüllen; wehe über thn in dieser Welt und wehe in der künftigen Welt. (Rabbah.) Oder: Gott sprach zu Israel: Ihr dürfet ja nicht glauben, daß es erlaubt sei in meinem Namen selbst wahr zu schwören. Einen Eid auf Wahrheit abzulegen, hat nur der das Recht, wer so sittenrein dafteht, daß er die drei Tugenden in sich vereinigt: Gottesfurcht, wahrhaftigen Gottesdienst und Anhänglichkeit an Gott, und wer auf so hoher moralischer Stufe steht, wie Abraham, Hiob und Josef. (Midrasch Tanchumah zu Matoth)4). Es ist daher ganz selbstverständlich, daß wer unter Eid ein Versprechen gibt, dabei aber^im Herzen denkt, es nicht zu halten, sich ebenso gegen Gottesgebot vergeht, wie wenn er falsch schwört (Jalkut zu Mischleh ll).5) In der Wahrhaftigkeit im Handel und Verkehr gilt überhaupt im Judenthume der Grundsatz, in zweifelhaften Fällen Lieber selbst Schaden zu erleiden, als unrechtmäßiges Gut sich anzueignen, und wer da spricht: Was mein ist sei dein und auch was dein ist,behalte für dich, der ist ein wahrhaft frommer und gerechter Mann (Abot.) 6) Hauptsächlich sei man bedacht, dem Armen, Dürftigen in dieser Beziehung kein Unrecht zu thun und ihn in den Gaben, welche man ihm zu verabreichen verpflichtet ist, nicht zu verkürzen. Zweifelst Du, ob Früchte des Feldes zu den Abfällen, oder zu dem Vergessenen oder zu den Ecken gehören, welche gesetzmäßig für den Dürftigen sind, so überlaste sie ihm ganz, denn ist es gerecht von Dir, wenn Du ihm auch von dem giebft, was von rechtswegen dein ist, denn so ist es auch gesagt: Handle gerecht mit dem Armen und Herabgekommenen (Chulin 134)7). Weil sich der Starke auf seine Macht so gerne beruft, der Gewaltige auf seine Kraft sich stützt und der Mächtige und Reiche auf sein Faustrecht pocht, als hätte die Natur ihm den Freibrief auf Gewaltthat und Unrecht dem Schwachen und Hilflosen gegenüber verliehen, darum tritt die Lehre der allumfassenden Liebe und Barmherzigkeit auch in zahlreichen Aussprüchen (Exodus K. 23. Leviticus K. 19, K. 25 und Deuteron. K. 15, K. 29 und K. 27) so warm, so innig und herzlich, aber auch mit^ Ernst und Strenge für die „Enterbten jjuktd nmntr pDD vnn nt n’epn p'-x (4 W' DX N7N 'DED JDETiP fW“) DflX j’N flCNE T’EX , 'LED "Dyn imxi nth 7p?x d ns ncxjE' nPxn nnen P ddu : p DN1 D'pPN ’XT IN“IpiC* ntCTtjr ]mK2 l'nnttf i'ipmn Dl . (rrca 'er xeinm Knie) ppn , uvxi , cn"nx . (x"' TE'o üip?’) npr xb dPe pldci veu jDswn (5 •piD) td; pns ni nn pE' -pwi -piy neixn (6 .('n nDN pnjf nss »ine pED nniv nnzw pcc op? vp> pEO < 7 O'Pp pin) ip'ian Eni ey icnje’ d jn* pE'e der Gesellschaft," für die Verlassenen und scheinbar Rechtslosen in die Schranken, damit die Großen und Mächtigen sich nicht in Folge ihrer Macht verleiten lasten zu Gewalt und Unrecht gegen den, der schwach ist und sich nicht wehren kann. „Wer giebt Euch das Recht," ruft die mächtige Stimme des Propheten, „mein Volk zu unterdrücken? Warum zermalmt Ihr das Angesicht der Armen? spricht der Herr Zrbaoth" (Jesaias 3, 15.) Die überaus milden und humanen Gesltze der Bibel über Fremdlinge, Sklaven, Arme, Waisen, Wittwen, wer kennt sie nicht? Wem ist es heutzutage, wo in unzähligen Schriften die jüdische Tradition citirt wird, noch unbekannt, welche Gewissenhaftigkeit und Wahrhaftigkeit bezüglich der Rechtslosen und Schutzlosen der Talmud vorschreibt? Dem armen Arbeiter gegenüber wird daher besonders etngeschärst und strengstens geboten ehrlich und gerecht, aufrichtig und treu zu handeln. Wie muß er sich abmühen und plagen, sein Leben, seine Gesundheit oft aufs Spiel setzen, um sich und den Seinen das kümmerliche Brod zu verdienen, wer darum seinen Lohn herabdrückt oder ihm denselben gar vorenthält, der begeht ein todeswürdiges Verbrechen (Talmud Baba Meziah Fol. 112b.) 8) Wer so mit dem Miethling oder Taglöhner verfährt, schädigt sich nicht nur moralisch, sondern auch materiell, sein Besitz geht allmählich dem Zerfall entgegen, sein Eigenthum gedeiht nicht und seine Güter sind dem Ruin preisgegeben. (Sukah 28)9) denn es ist ein fester Grundsatz unserer Talmudweisen: Wer ein Begehren hat nach dem, was nicht sein ist, dem wird auch das genommen, was ihm wirklich angehört (Sotah 8 b.)10). Warum, heißt es an einer anderen Talmudstclle, hat Gott zuerst nur einen einzelnen Menschen erschaffen? Damit der Eine nicht auftrete und dem Anderen sein rechtmäßiges Gut streitig mache. Wenn jetzt, da Gott anfanas nur Einen Menschen erschuf, oft Gewalt und Unrecht geschieht, wie wäre es erst gewesen, wenn mehrere zugleich erschaffen worden wären? (Sanhedrin 37) J1) (Wäre es da ein Wunder gewesen, wenn Jemanden eingefallen wäre :'E’EJ HN Ntt'lJ t"«n vpni s>wn (H n"i , nsB' nP nnw icyy nx iddi p'X2 n?rm edee PCU D’XE TDtP nEE' t£QDH PE : 1ÜPEJ HX XE'U N1H 1’PXI . (2"’p NJTSJB NID) UDD D'EJ Pyi TEE' 7EE' 'E'ED Py iVlEEP pTT D'HE 'PyE 'DEJ (9 P'-nn Py pjnui inniNüa piy ppmsty pyi nDty *de' ’pE’iy •(3"V , n"E H31D) liöo vPbij mv ne iPty uw nee vj’y jnun pE (10 . 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