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Der Israelit · 1894-08-20 · Heft 66 (20.8.1894) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 66 (20.8.1894)
Date
1894-08-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1239 Jahre umgerechnet zu werden. Es würde in diesem Falle genügen, z. B. bei der Umrechnung des Jahres 1900 auf das dementsprechende Jahr 1207 htnzuweisen, da in beiden Jahren nicht nur sämmtliche Monatsdaten, sondern auch die Wochentage congruiren. — Alles Uebrige besagen die Erläuterungen. Außerdem ist zu jeder sonstigen Erklärung der Verfasser gern bereit. ZeitnngSuachrichte« und Corresponderrzen. Deutschland. Bayreuth, 6. Aug. (Unlieb verspätet.) Die am Samstag stattgehabte Feier zu Ehren des 25jährtgen Dienstjubiläums des Herrn Lehrers und Cantors Simon Dachauer gestaltete sich zu einer sehr erhebenden. Dieselbe nahm mit einem Gottesdienste in der Synagoge ihren Anfang. Der Vorbeterpult war mit einem Kranze lebender Blumen geschmückt, zu beiden Setten der Kanzel Blattpflanzen aufgestellt. Ein der Feier angepaßter Choral wurde hierauf gesungen. Herr Rabbiner Dr. Kusznitzky sprach sodann, anschließend an den verlesenen Abschnitt aus der Thora: m rr vx ,n:n wbj by non ivnb nj/atiy yarn in ’nb nvy* vbö turn biD. „So Jemand ein Gelübde thut dem Ewigen oder schwört einen Schwur, seine Seele zu binden, soll er sein Wort nicht entheiligen", Worte der höchsten Anerkennung für die segensreiche Wirksamkeit des Herrn Jubilars, der sein Wort im wahrsten Sinne des Wortes voll etngelöft babe. Im weiteren Verlaufe seiner tiefempfundenen Rede wandte Herr Dr. Kusznitzky die Worte aus Daniel 12. 3 auf den Gefeierten an: njn O'2212V D’2“)n ’pnsDi ,jrpvi nnn m'\ „Die weiser machen, werden glänzen, wie der Glanz des Himmels; die, welche Viele tugendhafter machen, wie die Sterne immer und ewig." Nach Schluß des Gottesdienstes begab sich eine Deputation der Cultusgemeinde, bestehend aus den beiden Herrn Vorständen und zwei Verwaltungsmitgliedern in die Wohnung des Herrn Jubilars, worauf Herr Seligsberg eine Ansprache an denselben hielt, in der er ausführte, es gereiche ihm zur besonderen Ehre, im Aufträge der Cultusgemeinde die besten Wünsche zu überbringen. Namentlich hob Herr Seligsberg als die größte Tugend des Herrn Jubilars hervor, dessen friedliches Zusammenwirken mit der Gemeinde, das während dessen langer Wirksamkeit durch keinen Hauch getrübt worden sei. Herr Redner überreichte sodann in verschlossenem Couverte- Herrn Dachauer ein ansehnliches Geldgeschenk der Cultusgemeinde. Der Jubilar dankte tiefgerührt für die ihm erwiesenen Ehren. Bald darauf erschien Herr Rabbiner Dr. Kuszintzky in der Wohnung des Herrn Jubilars und sprach im Namen der Eltern, der Schüler und Schülerinnen den wärmsten Dank aus und ließ durch seine Tochter Zillt Herrn Dachauer einen werthvollen silbernen Tafelaufsatz und eine prachtvolle Tischdecke überreichen. Auf dem Tafelaufsätze sind die Worte eingravirt: „Dem geliebten Lehrer von seinen Schülern und Schülerinnen." Auch verschiedene Glückwunschschreiben wurden Herrn Dachauer überbracht, so vom Stadtmagistrate Bayreuth, dem Beztrkslehrerverein Bayreuth und anderen College». Abends sechs Uhr fand in der Schobert'schen Wirtschaft ein von der Cultusgemeinde gegebenes Souper statt, bei welchem es an ehrenden Toasten für den Herrn Jubilar nicht fehlte. Herr Dr. Kusznitzky und der Vorstand der Gemeinde Herr Luitpold Kurzmann eröffneten den Reigen. Beide würdigten die Verdienste des Herrn Jubilars als Lehrer und Cantor in der wärmsten Weise, sein bescheidenes friedfertiges Wesen nochmals besonders betonend. Herr Dachauer dankte innig für alle ihm widerfahrenen Ehrungen. Eine Reihe von Toasten folgte noch, und die Versammlung blieb bis zu später Stunde in gemütlicher Vereinigung beisammen. Es war in der Thal ein schönes Fest, welches dem Gefeierten sowohl, als der Cultnsgemeinde zur hohen Ehre gereichte. M. Silberschmidt. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Einige halbwüchsige Bürschchen, die sich „Vertrauensmänner der jüdisch-nationalen Studentenschaft in Prag" nennen, haben an die Abiturienten der Prager Mittelschulen einen jAufruf gerichtet, über den die antisemitischen Tagesblätter wie über einen saftigen Biffen herfallen. Die Verfasser dieses phrasenhaften, bombastischen Schriftstücks sinn jedenfalls viel unschuldiger als seine Verbreiter, zu welchem in erster Reihe die „Jüdische Volkszeitung" zählt. — Die Durchschnüffelung der jüdischen Zeitungen bietet übrigens den Antisemitenblättern so geringe Ausbeute, daß man ihnen diesen armseligen Knochen ruhig gönnen mag. Was uns veranlaßt von der Sache Notiz zu nehmen, ist lediglich die Absicht einen oder den anderen besonnenen, nüchtern denkenden Mann in Prag auf dieses Treiben aufmerksam zu machen. Vielleicht findet sich Jemand dort, der die jungen Leute, nicht auf das Gemeingefährliche, Bedenkliche, sondern auf das Thörichte und Lächerliche ihrer Expectorationen aufmerksam macht. Es ist ja an und für sich ein erfreulicher Fortschritt, wenn die abweisende Verachtung, welche die jüdischen Studenten erfahren, dieselben auf sich fel-

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