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Der Israelit · 1894-08-20 · Heft 66 (20.8.1894) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 66 (20.8.1894)
Date
1894-08-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1238 Baron Nalhanlel Rothschild bestimmte nämlich seinen mit Millionen bewertheten Besitz zur Gründung einer Heilanstalt für Lungenkranke. Er spendete auch sofort das nöthige Kapital zur Einrichtung und zum Betriebe. Die kolossale, eines Rothschilds würdige Spende erregte entsprechendes Aufsehen, doch in der W'ener Gesellschaft lachte man. Die Absicht war durchsichtig: so revanchirt sich ein Rothschild! WaS sich da weiter hinter den Coulisien abgespielt haben mochte, wissen nur die Betheiligten. Die Gemeinde von Reichenau lehnte eines Tages dankend das Geschenk ab, sie verweigerte die Erlaubmß zur Errichtung eines Asyls für Lungenkranke. Rothschild rekurrirte, eS half nichts, das freie Bestimmungsrecht der Gemeinde konnte von keiner Instanz angefochten werden. Baron Rothschild kam nach langem Sinnen auf eine neue Idee. Die Realisirung derselben hing nicht mehr von der Gemeinde Reichenau ab und der Zweck war ein solcher, daß selbst Erzherzog Karl Ludwig nicht dagegen Stellung nehmen konnte. Rothschild schenkte den Besitz zur Gründung eines Offiziers-Asyls und hinterlegte zur Errichtung und zum Betriebe 1,300,000 Kronen. In den hohen und höchsten Kreisen schüttelte man das Haupt, doch es gab keinen Vorwand, dieses grandiose Geschenk ab' zulehnen. DaS am Sonntag in Wien ausgegebene Armee- Verordnungsblatt publizirte bereits den vom gemeins. Kriegsminister ausgefertigten Stiftbrief. Baron Nathaniel Rothschild ist somit endlich die Spende los geworden und hat hoffentlich seine Ruhe wieder gefunden. Den herrlichen Besitz in Reichenau hat er seit drei Jahren nicht mehr gesehen und wird ihn nicht wieder betreten, aber — auch die Familie des Erzherzogs Karl Ludwig wird nicht mehr ihren Besitz in Reichenau aufsuchen, wenn die Stiftung des Barons aklivirt wird. Die Offiziere kommen jedenfalls auf billige Weise zu einem wundervollen Asyl . . . Scribe hätte ein Stück gemacht aus dieser Schenkungsgeschichte, die vielleicht den Titel geführt hätte: „Kleine Ursachen, große Wirkungen." * * * Literarischer Bericht. Tausendjähriger Umrechnungskaleuder jüdischer und christlicher Daten, oder praktische Anleitung für Jedermann, auf einfache und leichte Weise einen Doppel-Kalender jüdischer und christlicher Zeitrechnung für die Jahre 1000 bis 2000 d. g. Z. anzufertigen. Von L. Cohen, Lehrer, Rees am Rhein. Der Verfasser sagt über dieses Werk in einem Vorwort: „Ob durch Veröffentlichung vorliegenden Schriftchens einem wirklichen Bedürfnisse abgeholfen ist, dieses zu entscheiden überlasse ich getrost dem Urtheil der Kundigen. Für mich ist der Beweis hierfür hinlänglich erbracht. Seit dem Erscheinen meines „Maphteach likboa Jttim" im Jahre 1879 und des mit Hilfe deffelben veröffentlichten Schriftchens „Chronologische Beiträge zur jüdischen Geschichte, Bibliographie und Biographie" hat sich mir das Bedürfuiß nach einem praktischen und zuverlässigen Umrechnungskalender jüdischer und christlicher Daten, der einen längeren als den im erstgenannten Werke abgegrenzten Zeitraum von 200 Jahren umfaßt, als ein dringliches herausgestellt. Als Beweis hierfür gilt mir das Vertrauen, mit welchem Gelehrte und Laien bet Umrechnung früherer und späterer Daten sowohl zu wissenschaftlichen als praktischen Zwecken durch Inanspruchnahme meiner Mithilfe mich seit Jahren beehrten. Durch dieses Vertrauen ermuntert habe ich im Anschluß an erstgenannte Schrift dieselbe für die Jahre 1000 bis 1749 und 1950 bis 2000 der gewöhnlichen Zeitrechnung erweitert, so daß mit Inbegriff des bis auf einige wenige Exemplare vergriffenen „Maphteach likboa Jttim" für 1750 bis 1950 ein ausführlicher tausendjähriger Umrechnungskalender druckfertig in meinem Pulte ruht. Die sehr erheblichen Herstellungskosten dieses über 1000 Seiten umfassenden Tabellenwerkes machen die Veröffentlichung desselben bis heute unmöglich, da die auf mehrmalige Einladung eingelaufene Subscribentenzahl zu gering ist, die Kosten der Drucklegung zu decken. Nach reiflichem Nachdenken und mannigfaltiger Erwägung, wie trotz dieses materiellen Hindernisses die mühevolle Arbeit längerer Jahre für die Wissenschaft und Praxis dennoch zu fructicifiren sei, kam ich auf den Gedanken, auf Grundlage meines Manuscripts eine praktische Anleitung herauszugeben, welche Jedermann in den Stand setzt, ohne eigentliche chronologische Vorkenntnisse mit Benutzung des zu diesem Zwecke hergestellten Formulars A und nach Anleitung des Formulars B die Umrechnung jedes jüdischen und christlichen Datums aus dem Zeiträume von 1000 bis 2000 d. 'g. Z. aus eine einfache, leichte und doch sichere Weise selbst vornehmen zu können. Selbstverständlich kann diese Arbeit nach Erforderniß auf jedes beliebige einzelne Jahr oder einen halben längeren oder kürzeren Abschnitt desselben sich erstrecken, ohne daß es nöthtg ist, die Reihenfolge der Jahre zu berücksichtigen. Jeder kann nach Bedürfniß und Belieben die Umrechnung desjenigen Jahres vornehmen, dessen Daten er für seinen Zweck zu benutzen hat. Zur Erleichterung für diejenigen, welche sich den vollständigen 100jährigen Umrechnungskalender anzuferttgen wünschen, enthält das Schriftchen noch einen „Congruenz-Kalender" oder ein Verzeichn iß von Jahren, welche bei der Umrechnung sich vollständig mit früheren decken. Da die Zahl dieser Jahre 490 beträgt, so brauchen in Wirklichkeit nur 511

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