Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 64 (13.8.1894)
- Date
- 1894-08-13
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1192 unter dem Namen yo'a bekannt sind. Ferner: der auf dem Gebiete der Inschriftenkunde hochgcfeierte Pater Garrucci belehrte den Verfasser über Einzelheiten dieser Art. und der erste unter den gegenwärtigen Archäologen, Giovanni Battista d e R o ssi, übergab ihm von ihm entdeckte Inschriften, welche in dem vorliegenden Werke zum ersten Male veröffentlicht sind. Im Ganzen werden über 150 Inschriften nach den griechischen und lateinischen Texten in deulscher Uebersetzung übersichtlich mitgetheilt, und hierbei wird Alles zur Behandlung gebracht, was die Sprache, die Namen, das Alter, die Symbolen, die Eingangs- und Schlußformeln, die erwähnten Synagogen und die Würdenträger derselben betrifft. Zur Abbildung gelangt neben einer Reihe von Inschriften ein von De Rosst in einem Grabgewölbe aufgefundenes „Goldglas", auf dessen Boden neben sonst bekannten Symbolen noch ein Löwe neben dem aufgeschlagenen Gesetzbuche zu sehen ist. Mit Recht vermutet der Verfasser bei solchen Gläsern, daß sie als „Becher des Trostes" gemäß dem Talmud in Kethubot 8b und Moö) Katan 27b gedient haben. Wahrhaft erhebend ist der Sch l uß, in welchem ein Rückblick auf den Zeitraum von fast 500 Jahren gehalten wird, und von dem wir wünschten, daß Manches darin, was der Verfasser in prägnanter Kürze nur angedeutet hat, von ihm m weiterer Ausführung noch gegeben werde. Referent ist in Verlegenheit, was er aus der durch und durch klassischen Abhandlung in diesen engen Rahmen seiner Besprechung fassen soll. Ein jeder Leser wird sein Interesse daran finden: Der Geschichtsforscher wie der Archäologe, der Kenner des Talmuds wie der der römischen Litteratur, der Gelehrte wie der Laie. In den Anhängen werden die Niederlassung in Trastevere, derVerdle ibder Tempelgeräthe, der Triumphbogen des Titus und einzelne besonders interessante Inschriften behandelt. Ein Verzeichnis der in diesem Bande angeführten Schriften wie ein Register der vorkommenden Namen beschließen den ersten Band, dem eine Abbildung der fünf Synagogen in Rom beigegeben ist. — Nunmehr gehen wir zur Besprechung des zweiten Bandes über. Literarischer Bericht. Kurzgefaßte Grammatik der hebräischen Sprache von Simon Unna, Lehrer an der Israel. Reltgionsschule zu Frankfurt am Main. I. Kauffmann. 1894. Das Wort: „Non multa sed multum“ ist in der Literatur der Schulbücher besonders oft mißverstanden worden. So manches Schulbuch und so mancher Lehrer verlangt für den Gegenstand seines Spezialunterrichts einen Grad von Fleiß und Aufmerksamkeit, welcher von dem Durchschnittsschüler nicht erreicht werden kann, will er anders auch in den anderen Disziplinen Genügendes leisten. Der Unterricht in dem Hebräischen nun kann sich sicherlich in keiner Stufe auf die Grammatik beschränken. Sein Lehrziel ist vor allem das Verständnis der Gebete und der heiligen Schrift, mit deren Lektüre nicht frühzeitig genug begonnen werden kann. Aber eben deswegen auch wird er eine Kenntnis der Elementargrammatik nicht missen können. Die Gewöhnung an Gründlichkeit und gewissenhafte Arbeit ist ihm zumal eine Doppelaufgabe. Für den hebräischen Unterricht, dem diese Gesichtspunkte maßgebend sind, dürfte das vorliegende Büchlein sehr geeignet erscheinen. Die wichtigsten Regeln der Formenlehre, fast durchweg klar und leicht verständlich ausgedrückt, werden in drei Abtheilungen vorgeführt und durch die übersetzten Beispiele hinreichend erläutert. Der erste Abschnitt behandelt die Vorregeln, die Substantiv«, Pronomina, Zahlwörter und Präpositionen, der zweite das regelmäßige und der dritte das unregel« mäßige Zeitwort. In einer Neuauflage, die ja bei der Verwendbarkeit des Büchleins bald zu erwarten ist, wäre unter den Zahlwörtern die Angabe der Konstruktusformen und unter den Präpositionen die der Form zu wünschen. Doch thun solche kleine Mängel dem Werthe dieser Grammatik keinen Eintrag, zumal es in einem Schulbuche sehr schwer ist, die goldene Mittelstraße einzuhalten und das hier Gegebene für die Zwecke des Schulunterrichtes durchaus genügt. In langjähriger Lehrthätigkeit geworden, hat das Buch die Feuerprobe seiner Brauchbarkeit eigentlich schon bestanden. Der sehr billige Preis — das Büchlein kostet nur 40 Pfennige — wird zu seiner Verbreitung sicherlich beitragen. I. H. Litterarisches. Der „Israelit" brachte kürzlich aus der Feder eines seiner Correspondenten eine litterarische Besprechung, welche den Zweck haben sollte, überall und aus jede Weise den streng orthodoren Standpunkt zu wahren. Wir sind dies unserem heiligen Glauben und unserer Ueberzeugung schuldig. — Nachdem dies jedoch geschehen ist, fühlen wir uns veranlaßt dem Autor der damals besprochenen Dichtungen näher zu treten. Es würde ein Widerspruch mit uns selbst sein, wenn wir es nicht mit Freude begrüßen würden, daß ganz freireligiös erzogene jüdische Elemente sich wieder dem Judenthum mit voller Liebe zuwenden, umsomehr, als im vorliegenden Falle nach dem Eingeständnisse des Dichters selbst die Worte des hochseligen Herrn Dr. M. Lehmann ^>"s! die Rückkehr zum Judenthume veranlaßten. — Man kann nun schlechterdings von einem frei religiös erzogenen Juden