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Der Israelit · 1894-08-13 · Heft 64 (13.8.1894) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 64 (13.8.1894)
Date
1894-08-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1186 veau der Thierschutz-Ttraden erheben, an die man bei solchen Anlässen seit vielen Jahren gewöhnt ist. — Herr Dr. Dembo hält sich zur Zeit in Paris auf, wo er die Aufmerksamkeit der Akademie auf das jüdische Schächtverfahren gelenkt und bewirkt hat, datz diese höchste Instanz der Wissenschaft in Frankreich, sich auch den zahlreichen Stimmen der Fach-Gelehrten angeschloffen hat, welche das Schächten nicht nur rechtfertigen, sondern als beste Tödtungsart zur allgemeinen Einführung empfehlen. Diese Stellungnahme der französischen Akademie zu Gunsten der Schechtta ist von nicht hoch genug anzuschlagender Bedeutung. Sie wird sich auch auf dem bevorstehenden Thierschutz-Congreß geltend machen, wenn sich Herr Dr. Dembo in der That an demselben betheiligen und der von den Thierschutz-Vereinen sonst ignorirten wiffenschaftlichen Wahrheit seine Autorität leihen wird. Soeben ist die französische Ausgabe des — auch in Ihrem gesch. Blatte s. Z. besprochenen — Buches von Dembo über die verschiedenen Schlachtmethoden erschienen; eine englische Ausgabe wird in c. 8 Tagen erwartet. — Der französischen Ausgabe geht ein Schreiben von Virchow vom 28. Mat d. I. voran, in welchem es heißt: „Mit großem Interesse bin ich Ihren ge- „wtffenhaften und exakten Versuchen gefolgt, und „ich schätze mich glücklich, Ihnen meine aufrich- „ttgen Glückwünsche in dem Augenblick auszu- „sprechen, wo Sie im Begriffe sind, Ihr Buch „der großen Oeffentlichkeit zu übergeben. Sie „haben ein schon vielfach discutirtes Problem „unter einem neuen Gesichtspunkt betrachtet und „ließen es sich angelegen sein, die Etgenthüm- „lichkeiten des Fleisches der Thiere zu untersuchen, welche nach der jüdischen Methode ge- „tödtet wurden. Hoffen wir, daß der Gesetzgeber „Ihren Schlüffen practische Folge geben wird, „welche geeignet ist, die beunruhigten Gemüther „wieder zu beruhigen." Es wird jedenfalls von Interesse sein, zu sehen, wie der Berner Thierschutz-Congreß über die einmüthtge Anerkennung des Schächtens seitens aller fachwiffenschaftlichen Autoritäten sich hinweg helfen wird. Portugal. Lissabon, 29. Juli. Wie von der Insel St. Vincent im atlantischen Ocean hierher gemeldet wird, traf vor einigen Tagen dort ein Dampfer mit jüd. Auswanderern aus Rußland ein, um von da ihre Reise nach Argentinien fortzusetzen. Sie kauften in St. Vincent verschiedene Sorten von Geflügel und auch einige Stück Kleinvieh, die sie von ihrem Schächter, den sie mit sich führten, rituell schlachten ließen. In einer Kiste führten sie auch zwei Thorarollen mit sich, aus denen sie mehrere Male in der Woche einen Abschnitt verlesen. Der menschenfreundliche Capitän hatte ihnen auch eine Schiffscabine als Betlocal eingeräumt. Türkei. Galouichi, 2. August. Der Vorsteher des Consulats-Bureaus beim hiesigen General-Gouverneur, an den sich die fremden Consuln und deren Schutzbefohlene zu wenden haben, Herr Jussuf Effendi Krieger wurde nach dem Archipel versetzt, während als sein Nachfolger Victor Bey hierher kommt. Beide hohe Beamte sind Israeliten. Rußland. Aus Rußland. Der „Woschod" schätzt die Zahl der durch die neuerlichen Ausweisungen aus Inner-Rußland nach dem Ansiedlungsrayon betroffenen Juden auf mindestens 200000. Welche Summe von Elend! Vermischtes. «4- Frankfurt a. M- Die Stiftung des Freiherr» Amschel Mayer v. Rothschild zur Ausstattung unbemittelter israelitischer Jungfrauen in Frankfurt a. Mhat auch in diesem Jahre wieder 6000 Guloen (M. 10,285.71) als HeirathSgut an eine unbemittelte und unbescholtene Jungfrau, Bürgerstochter auS der hiesigen israelitischen Gemeinde, zu vergeben. Bewerberinnen dürfen nicht jünger als 17 und nicht alter als 36 Jahre sein; unter mehreren, nach den näheren Bestimmungen des Stiftungsbtiefes gleichberechtigten Angemeldeten entscheidet eine Verloosung am 14. October. Anmeldung nimmt bis zum 24. September Herr I. I. Schwarzschild (Kirchnerstratze 3), Vormittags 8—9, entgegen, bei dem auch Anmeldungsformulare zu haben sind. Petersburg. Zum Vice-Director des Departements für die Angelegenheiten fremder Confessionen in Rußland ist Staatsrath Albedinskij ernannt worden. Da dieses Departement in Rußland nicht nur in religiöser, sondern auch in politischer Hinsicht eine bedeutende Rolle spielt, so ist die erfolgte Ernennung nicht ohne allgemeines Interesse. Albedinskij, der bis jetzt Cenfor für dramatische Werke im Central-Censuramte war gilt als ein sehr gebildeter und aufgeklärter Mann. Er war ein intimer Freund deS kürzlich verstorbenen Directors dieses Departements, Fürsten Kantakuzen-Speranskij, der den Ruf eines toleranten Mannes genoß. Es steht deßhalb zu erwarten, daß das Departement für die Angelegenheiten fremder Confessionen unter der Leitung Albedinskij's in religiösen Fragen eine tolerantere Politik betreiben werde. Feuilleton. Esterka, Königin von Koten. Historische Erzählung von Hugo Freund. 21.) (Nachdruck verboten.) Der Herzog folgte mit der Hand an dem Schwerteknauf und umgeben von einer Reihe von

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