Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 35 (1894)
- Issue
- Heft 64 (13.8.1894)
- Date
- 1894-08-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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spitzen der rohen Gewalt prallen an den von diesem Geiste Beseelten machtlos ab. Heiter treten sie ins Leben, heiter selbst in den Tod und hauchen, die Gotteshymnen ihrer Märtyrer, miNn, bin by n2&b wby, njiosm auf den Lippen singend die reine Seele aus. Seinen Namen, für den sie gelitten und geblutet, durch die Welt weiter zu tragen, sind sie nie müde geworden, sie gingen zum Tode, wie andere zum Tanze gehen, hat die Welt schon je einmal dergleichen erfahren? )b nor ->1^1 binea ibp Mrv „Si efeiern seinen Na men mit Reigen, mitPauke undHarfe singen sie ihm!" Es ist ungemein charakteristisch für die Lebensanschauung, welche in unserer heiligen Sprache niedergelegt ist, daß sie jedes Fest — jn von jjn und bino von fen — mit dem Begriffe der Kreisbildung in innigste Verbindung bringt. Ist doch der Kreis diejenige Figur, deren Eigenthümlichkeit darin besteht, daß jeder Theil der Peripherie gleichweit vom Mittelpunkte entfernt ist. Wie tief auch das soziale Leben uns in Arm und Reich, Alt und Jung, Groß und Klein klüften mag, unsere Feste machen uns alle gleich, alle reich. Sie versammeln uns in einen Kreis, von dessen Mittelpunkt alle gleich nahe und alle gleich weit abstehen. Dieser Mittelpunkt ist Gott, von dem jede Freude ausgeht und zu dem jede Freude zurückkehrt, und das Bewußtsein, daß der Millionär Gott nicht näher und der Bettler Gott nicht ferner stehe, das ist es, was uns alle zu Brüdern, unsere Feste zu Gott es festen und Gottes Feste zu unseren Festen macht. Vielleicht wollen daher die Worte: ^noa ivo Mrr dasselbe sagen, was Rabbi Eleasar (Taanith fol. 31) in folgende Worte kleidet: 0’pns!> b'iHD nwyb rrapn Tny Isy^tt '21 w ,yauwa nNiD insi in« fei py pa onwa a«r.» «im ti ni ujPirn mp m 'n nan tonn ova irrxi idmi? .myiBPa nnotwi n^aa b ia'ip „Einst wird Gott einen Freudenkreis den Gerechten bilden, Er aber weilt in ihrer Mitte im Gan Eden, und jeder Einzelne weist auf ihn mit dem Finger; denn es ist gesagt: „An jenem Tage spricht man: seht, das ist unser Gott! auf ihn haben wir immer gehofft und nun wollen wir jubeln und uns seiner Hilfe freuen." Wenn einst die ganze Erde voll der Erkenntniß Gottes sein wird, so wird diese Gotteserkenntniß doch nicht eine für alle gleich tiefe, sondern der Art sein, wie das Wasser den Meeresboden deckt. Den Meeresboden mit feinen Höhen und Tiefen wird nicht an allen Stellen die gleiche Wassermenge decken, wenn auch die glatte Oberfläche des Wassers die Ungleichheit der Tiefe nicht zu Tage treten läßt. Die Edlen aber, die schon immer mit ihrem ganzen Sinnen und Streben in Gott gewurzelt und auf ihn gehofft haben, für diese verliert der Mittelpunkt ihres Höffens und Harrens seine dem menschlichen Begriffsvermögen unfaßbare, transcendentale Unergründltchkett, er wird der concrete Mittelpunkt, um den sich alle in gleichem Abstand schaaren. Während der Name „Gatt" bislang gedankenlos über die Lippen der Sterblichen gegangen und jeder mit diesem Namen eine andere Vorstellung verband, wird jener Kreis nun Gott so nahe gerückt sein, daß er Gott schauen und erkennen und auf ihn mit den Worten Hinweisen kann: „Dieses ist unser Gott! Dieses ist unser Gott, auf den wir so lange gehofft." Doch welcher von beiden Auffassungen des Jwioa idp lferr man sich auch zuneigen möge, den Gegenstand, dem das Lob und der Gottespreis in Israels Mund gilt, feiert das neue Lied durch folgende Worte: nywa o’uy incv naya 'n nun »a „Daß Gott seinem Volke wohl will, er zeichnet die Bescheidenen durch Hilfe aus." Von einer ganzen Welt wird dieses Volk unter die Abgestorbenen und geschichtlich Tobten geworfen. Der große Troß beredet sich und alle Welt, Gott habe sich zürnend von diesem Volke gewandt, sie seien die von Gott Verworfenen und Geächteten. Und das Gottes Volk ist trotz alledem nicht irre geworden an der unerschöpflichen, nie zu verscherzenden Liebe eines himmlischen Vaters! Seine Feinde mißhandeln es und geben diese Mißhandlungen dann als Beweis für seine Gottverlassenheit aus, sie dichten ihm einen Gott der Rache und einen nationalen Judengott an; und die Mißhandelten und Geschmähten? Sie blicken zu ihrem Vater im Himmel empor und begegnen seinem liebenden Vaterblick, sie jubeln, sie preisen und singen's durch die Jahrhunderte ihres Exils: nanxa feiten nay m nman ioy am« *]na Segen und Preis Ihm, der sein Volk Israel in Liebe nicht nur erwählt hat, sondern noch stündlich neu erwählt. Gerade die Gefliffentlichkeit, mit welcher die rohe Gewalt, die gelahrte Theologie, der gelehrte Troß der historischen Wissenschaft die Juden als jeden Gottesschutzes verlustig hinstellen möchte, könnte dieselbe stutzig machen. Aber sie bedürfen dieser äußeren Behelfe nicht, sie fühlen es, sie ahnen es, sie erfahren es täglich an der wunderbaren Verkettung ihres Lebensgeschicks: ioya 'n nun »a Gott hat seinem Volke sein Wohlwollen erhalten!