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Der Israelit · 1894-08-13 · Heft 64 (13.8.1894) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
35 (1894)
Issue
Heft 64 (13.8.1894)
Date
1894-08-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1184 sind treu geblieben! 'n dinj ’b'hrv' Seine Zwingherrn johlen, sie ständen nur als Executoren Gottes da, wenn sie die von Gott Verstoßenen auf Schritt und Tritt ihre geistliche und weltliche Uebermacht fühlen lassen, wenn sie Marter und Tod auf die Erfüllung ihrer Mizwah setzen, und sie ließen sich nicht irre machen! Und nicht nur das, nicht geknickt, gebrochen und mit trüber Miene stellen sie sich in den Dienst ihres Herrn und Meisters, v*njo note” es freut sich Israel seines Schöpfers! Verfehmt, verhetzt, verachtet und — geduldet, wegen ihres jüdischen Namens, den ste in Ehren tragen, ist ihnen diese Trägerschaft nicht nur nicht zur Last und Bürde geworden, sondern jeder Einzelne dankt es aus tiefstem Herzen seinem himmltchen Vater iww wyv, daß er ihn als Jude geschaffen, uWui dhd dp vbv, daß wir keinen Theil haben an der Rohheit und Gewalt, welche die Völker aller Länder an uns verübt, daß wir zu den Verfolgten und nicht zu den Verfolgern zählen, uhns», daß er uns zu seiner Ehre geschaffen und uns von den Irrenden geschieden hat, indem er uns die Thora der Wahrheit gereicht und damit das ewige Leben in unsere Reihen gepflanzt und erhalten hat, das zu zerstören unsere Feinde seit undenklichen Zeiten erfolglos bemüht sind. Vor dieser stillen, seligen Freude verlieren auch die härtesten Schicksalsschläge nicht nur ihre tödtliche Wucht, sie erscheinen gar nicht mehr als Mittel der Zerstörung, sondern als Veranstaltungen zur Erhaltung und Festigung Israels. So wie die fortgesetzten Hammerschläge dem Eisen die Härte des Stahles verleihen, so erscheinen die Kämpfe mit widrigen Geschickesmächten als die von Gott bestellten Erzieher Israels, als seine eigentliche Schöpfer — vany. — Diese innere Herzensfreude — niro — über das in der Gestaltung seines Geschicks sich bekundende Wunderwalten Gottes, welches aus den Zerstörern Israels seine Schöpfer, aus hundertfältigem Tode, tausendfältiges Leben schafft, dieses stille Glück bricht in lautem Jubel aus, bei demselben Gedanken, der sonst jeden Ausbruch der Freude dämpft! Sein Geschick von Gottes mächtiger, fürsorgender Vaterliebe getragen und geborgen wissen, das ist eine Zugabe zu Israels eigenartiger Weltstellung, welche sich wohl auch andere gerne gefallen ließen. Aber Gott nicht nur als Vater, sondern auch als König huldigen, von Gottes väterlicher Gnade nicht nur sein Geschick leiten, sondern sich seinem königlichen Willen auch die Pflicht seines Lebens diktiren zu lassen, daß die Söhne Zions mit lautem Jubel sich Gottes als ihren König freuen, das ist die zweite Thatsache, die das einstige Lied der Gott ganz Hingegebenen Israel als etwas ganz Neues, sonst Unerhörters zu feiern haben wird. Sie sind Kinder Zions, Kinder der Opferstätte des Heiligthums, der rabna Danton o»w, der Pforten, welche das Gesetz ihres Lebens marktren. Für die Söhne Zijons und des von dort entströmenden Gesetzes, hat das, was die Mutter fordert, aufgehört ein Opfer zu sein. Und wenn es das schwerste, das theuerste wäre, das anderen das Herz bricht, sie brechen in heiteren Jubel dabet aus, weil es der Königliche Wille ihres Gottes ist, den ste erfüllen. Die erste Opferpfltcht, mit welcher die Söhne Zijons im zartesten Alter ihr Kind in den Abrahamsbund einführen und das blutigrothe Bundcssiegel an den schwachen Ktndeskörper legen, ist charakteristisch für alles andere. Das Lebensblut seines Kindes hinzugeben und dabei nicht zu zagen und zu zittern, sondern diese Hingebung in gehobener, freudiger Feststimmung zu vollziehen, sie durch Fest und Mahl zu feiern, diese nnot? und mxD bv rmyo, diese Freude mit der Erfüllung der von Gott gebotenen Lebenspflicht war die Hebung und Schulung für das »wn m»Do, für den Einsatz des ganzen Lebens, welche die Huldigung Gottes als König bedeutet. Indem sie das blutige Bundessiegel an den Körper ihres neugeborenen Kindes legen, wissen Vater und Mutter, daß sie ihr Theuerftes auf Erden der Schmach und dem Hohn einer ganzen Welt aussetzen — und sie jubeln ob des Besitzes eines solchen König s! "n i'd-d Ja dem Blute, in dem andere ersterben, finde du dein Leben, lautet der Zuruf an jedes neu aufgenommene Mitglied des Abrahambundes. Die Verwirklichung dieses Rufes begleitet den Juden durch sein ganzes, gotttreues Leben. An dieser Mizwa allein zerschellt die bluttriefende Gewalt einer ganzen Welt. Wenn sie alle Bosheit, Feindseligkeit und Gehässigkeit angewendet hat und das Gottesvolk nicht von der Gotteserde, wegzulügen, fortzuverleumden und sonstwie abzudekretiren vermag, dann bleibt der brutal zulappenden Esaws-Hand nichts übrig als unser Blut. Das ist die ultima ratio, das ist das letzte, äußerste Mittel. Mehr vermochten sie nicht. Ihr letztes verzweifeltes Mittel ist bereits durch die erste Mizwa paralysirt, welche an jedem jüdischen Neugeborenen freiwillig von Seiten der Eltern vollzogen wird. Wie sollte auch eine ganze Welt uns zum Abfall durch blutige Drohung zwingen können, so lange wir aus freien Stücken unser Blut, nein noch mehr, das Blut unserer Liebespfänder im zartesten Alter als Königshuldigung jauchzend Gott hingeben? Die Nadelstiche des Spottes, wie die Dolch-

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